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Jimmy Durand

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Volker Jäckel (Leser), Ralf Frank (Redaktion)
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Unser Disclaimer

Da haben wir also unseren vierten Blindflug, auf den sich ZED YAGO-Gitarrist Jimmy Durand, unser Leser Volker Jäckel aus Bochum und als Vertreter der Home of Rock-Redaktion Ralf Frank einließen.
"Blindflug" ist etwas das wirklich Spaß macht. Das beginnt schon im Vorfeld, bei der Auswahl der zwölf Songs, die dem Wohl und Wehe dieser unerbittlichen Jury ausgesetzt werden. Spaß hatten auch die drei Kandidaten, wie ihr unschwer den Kommentaren entnehmen könnt, die erwartungsgemäß nicht einvernehmlich, aber stets offenherzig, kompetent und nachvollziehbar ausfielen.
Jetzt seid ihr, die Leser an der Reihe. Viel Spaß bei der Lektüre, und vielleicht fällt ja auch für den einen oder anderen aufgrund der Kommentare nebenbei noch ein heißer CD-Tipp ab.

(Martin Schneider)

REBELLION - In memorandum Lindisfarnae/Ynglinga Saga
aus dem Album "Sagas of Iceland" (2005)

Sagas of Iceland Jimmy Durand (ZED YAGO): Ich wusste gar nicht, dass 8 Minuten so lang sein können. Das Intro ist mir zu langweilig arrangiert. Der Sänger versucht sehr dramatisch sein Text an den Mann zu bringen, wobei mir der Refrain gefällt. Zum Ende denkt man, man sei Ende der Achtziger stehen geblieben.
Volker Jäckel (Leser): Hier nun meine Eindrücke. Ich habe sie nach einmaligem Hören direkt niedergeschrieben. Akustik-Intro. Aha, könnte BLACKMORE'S NIGHT sein. Dann setzen allerdings die Klampfen ein und Candice Night singt da auch nicht. Ich tippe eher auf Schaffer und Kürsch auch bekannt als DEMONS & WIZARD. Wird 'ne Menge Hype drum gemacht. Ich mag weder ICED EARTH noch BLIND GUARDIAN. Der Soloteil ist allerdings gelungen. Erinnert etwas an Axel Rudi Pell. Nur der macht das doch besser.
Ralf Frank (Redaktion): Schönes Intro, erinnert mich an METALLICA. 8:57 Laufzeit, da bin ich ja mal gespannt. Aha, nach ca. 2 Minuten geht's ins Eingemachte. Stimmlich irgendwo zwischen PRIEST und MAIDEN, heavy Gitarren, Text handelt irgendwas von Odin, Asgard und Rainbow Bridge, vielleicht WIZARD? Bisken MANOWAR, bisken MERCYFUL FATE, alles in allem nicht schlecht. True Metal mit allem was dazugehört, wahrscheinlich irgendwo aus Skandinavien? Ah, jetzt ja. Den Text kenne ich doch. Woher? Aus dem Home of Rock natürlich ;-) Das müssen REBELLION sein mit Lindisfarnae/Ynglinga Saga.

CANDLEMASS - Black dwarf
aus dem Album "Candlemass" (2005)

Candlemass J. D.: Bei diesem Song bewegt sich wenigstens mein Bein. Der Sänger hat eine sehr nette Färbung mit hohem Wiedererkennungswert. Klingt aber leider wie schon mal gehört (BLACK SABBATH).
V. J.: Ganz klar: CANDLEMASS. Super Stimme, super Song. So muss Heavy Metal klingen. Der Song heißt Black dwarf oder so.
R. F.: Schon wieder einer, der wie Bruce Dickinson klingen möchte. Ein bisschen spacig, aber ansonsten recht heavy. Moderne Mischung aus HAWKWIND und BLACK SABBATH. Gefällt mir gut. Wieso kenne ich das nicht?

HELLOWEEN - Juggernaut
aus dem Album "Metal Jukebox" (1999)

Metal Jukebox J. D.: Was für ein Sound? Das hier ist doch keine fertige Produktion? Der Sänger klingt, als hätte er keine Zeit zu verlieren, ist mir leider alles zu hektisch. Würde ja gerne etwas besseres hier schreiben, aber mir fällt wirklich nichts dazu ein.
V. J.: Juggernaut! Ganz klar eine Coverversion. Das Original von Frank Marino wird aber nicht im Ansatz erreicht. Liegt möglicherweise am schwachen Gesang. Der Gitarrist zieht sich achtsam aus der Affäre. Marino kommt am 27. Juli übrigens nach London.
R. F.: Geile Version von Frank Marinos Juggernaut. Schöner Schrammelriff, im Vollgalopp nach vorne. Der Gesang orientiert sich in den Grundzügen am Original. Etwas proggiges Solo, aber trifft voll meinen Geschmack. Hm, BIG ENGINE? Nee, deren Juggernaut war was eigenes, außerdem zu stoner. Wenn die ganze Scheibe so ist, dann her damit.

MOYA BRENNAN - River
aus dem Album "Two horizons" (2003)

Two horizons J. D.: 'Touch me now'... was für ein geiler Text. Natürlich berühre ich dich gleich, wenn du mich so fragst. Aber ob wir zusammen kommen weiß ich nicht. Ich denke ich würde eher kommen, damit ich schneller schlafen kann.
V. J.: Ganz und gar nicht meine Baustelle. Die Dame singt sich ganz nett durch einen atmosphärischen Song. Schöner Chorus. Punkt.
R. F.: CLANNAD? Könnte vom "Robin of Sherwood"-Soundtrack stammen, aber den hab ich ja. Schöne, celtic angehauchte, New Age- oder Meditationsmucke. Stimme würde ich mich jetzt mal auf Máire Brennan festlegen. Irgendwas stört aber. Irgend so ein Pop-Synthie Geklimper im Hintergrund, sonst aber ok.

TUNES OF DAWN - If I die today
aus dem Album "How is this going to end?" (2005)

How is this going to end J. D.: Gothic? HIM? Was will uns der Künstler hier sagen? Geiler Gefangenenchor zum Ende dieses sehr einfachen Songs. OHHHHHHHHH AAHHHHHHHHH na ja. Aber hätte man dieses nicht auch etwas kürzer halten können?
V. J.: Old school-mässiger Klampfensound. Könnte etwas Älteres von SENTENCED sein. Bin mit dem Material der Band aber nicht so vertraut. Der Song gefällt mir bis auf die Keyboardsound ganz gut. Obwohl auch die Drums ziemlich dünn sind. Der Mittelteil fällt positiv auf.
R. F.: Ahuahu? Was ist das denn? Nachgemachtes Wolfgeheul zu Piano und heavy Riff? Irgend so ein Pop-Goth a la HIM, aber von dem kenne ich eigentlich alles. Der ist es nicht. CHILDREN OF BODOM?

STRATOVARIUS - Awaken the giant
aus dem Album "Elements Part II" (2003)

Elements Part II J. D.: Das ist geil. Endlich mal etwas für meine Ohren: Duddel dumm, duddel dumm dumm... Das ist mehr meine Welt. Das Intro verspricht nach mehr auch der Sänger spielt gut mit den Effekten, gute Gitarrenarbeit. Für mich eine gelungene Nummer auch wenn es sehr nach "Book of Heavy Metal" von DREAM EVIL klingt.
V. J.: Endlich mal ein Drumintro. Ich mag Drumintros. Schön schwerer Beat und interessanter Voice-Effekt. Awake of the giant? Klasse Song. Der Gitarrist hat seine Hausaufgaben gemacht. Erinnert mich auch wieder an Axel.
R. F.: Heavy Riff, verzerrte Stimme... Kenne ich irgendwoher. Für HAMMERFALL zu heavy, aber die Stimme könnte passen. CANS? Auf jeden Fall heißt der Song Awaking the giant. ;-)

XANDRIA - Ravenheart
aus dem Album "Ravenheart" (2004)

Ravenheart J. D.: Panflöte! Meine Nackenhaare stehen zu Berge. Ich bekomme Pickel von so etwas. Ist das nun, was wir unter guter Musik verstehen? Oh Gott, Mädchen was haben wir dir getan? Ich verstehe nicht, wie diese Bands es schaffen die Stimme live kraftvoll rüberzubringen, mit einer Sängerin die kaum ihren Mund auf bekommt. Gut, dass das Stück nach 3:44 zu Ende geht.
V. J.: Liv Kristine? WITHIN TEMPTATION? Keine Ahnung wer aus der Damenriege das sein könnte. Klingt mir alles zu ähnlich. Ferner fehlen mir die richtig harten Gitarren. Ist somit allerdings sehr chartkompatibel. Da wird eine kommerzielle Idee totgeritten.
R. F.: Irische Flöten, eine flötende, weibliche Stimme, konzertanter Background, klassische Akustikgitarre... Wenn da nicht die harten Riffs wären, könnte man meinen BLACKMORES NIGHT goes heavy. Irgendwas aus der NIGHTWISH-Copy Cats Ecke, aber schön.

LANA LANE - The dream that never ends
aus dem Album "Lady Macbeth" (2005)

Lady Macbeth J. D.: Im Gegensatz zur Vorgängerin kann diese Stimme mich eher erreichen. Eine gute Färbung in ihrer Stimme. Lena Lene oder wer ist hier zu hören. Die Musik klingt leider zu programmiert, so dass sie mich nicht richtig kickt. Kleiner Tipp: Ich finde solche Musik sollt auch mal weh tun und nicht nur vor sich her plätschern und warum müssen denn diese Songs immer so lang sein?
V. J.: Wieder Frauengesang, jetzt mit Folkloretouch, dann Tribal-Drums. Wenigstens kommen dann Gitarren und der Song kriegt noch die Kurve. Lady Macbeth oder so? Ich hatte nach dem Intro Schlimmeres befürchtet. Die Gitarrenmelodie erinnert an Westernmusik.
R. F.: Geht gut ab. HEART auf heavy Prog. Arjen Lucassens STAR ONE ist es nicht. Okay, der Refrain schreit nach LANA LANE. Daher auch die Verbindung zu Arjen durch Erik Norlander. Gefällt mir sehr gut!

POISON - Hollyweird
aus dem Album "Hollyweird" (2004)

Hollyweird J. D.: Na? Springt die Gitarre nicht an? Oh doch. Klingt musikalisch wie eine Hamburger Band die ich Anfang 1980 gehört hatte. 'This Is My City Sin'... was für eine super Aussage. Der Sänger klingt für mich leider viel zu flach. Hatte wohl auch gedacht, werde mal Sänger, kannst länger schlafen und musst nicht arbeiten.
V. J.: Rock 'n' Roll!!! Bestimmt eine Combo aus Skandinavien. Die rocken momentan am Autentischsten. Gefällt mir sehr, sehr gut. Herzerfrischend!
R. F.: 80's Hard Rock 'n 'Roll von POISON: Welcome to Hollyweird. Schade, dass sich so nicht die neue ALICE COOPER anhört.

KINGDOM COME - Silhouette paintings
aus dem Album "Perpetual" (2004)

Perpetual J. D.: Das Intro spricht mich an, sehr gefühlvoll. Hallo? Lenny Wolf! Diese Stimme kenne ich, auch wie er produziert. Schade, dass er nicht mehr so singt wie zur Anfangszeit, als wir gemeinsam einen Proberaum hatten. Auch er kommt aus Hamburg, so wie wir. Ich fand er klang immer wie der Sänger von SLADE.
V. J.: Das kann nur Lenny Wolf sein. Ich weiss nicht wie seine momentane Band heißt, aber seine charismatische Stimme ist unverkennbar. Der Lenny hat immer sein Ding durchgezogen und dabei massenweise super Songs geschrieben. Beachtung fanden leider nur die ersten KINGDOM COME-Alben. Hier handelt es sich um eine erstklassige Powerballade. Super, obwohl ich kein Balladenfreund bin!
R. F.: Schwache, nichtssagende Ballade. Keine Ahnung, wer das ist.

MAGNUM - Brand new morning
aus dem Album "Brand new morning" (2004)

Brand new morning J. D.: Hells bells? Ach, nee. Doch ein anderer Song. MAGNUM. Ich kenne auch diese Stimme, freue mich immer wieder wenn solche Bands etwas machen. Hier hört man, das es auch noch richtige Sänger gibt. Schöner Song gefällt mir sehr gut.
V. J.: Klingt wie eine US-Band der Marke SURVIVOR. Nein Stop! Das ist MAGNUM! Die Scheibe habe ich zuhause. Allerdings gefällt mir die letzte Catley-Scheibe besser. Damals, 89 habe ich die Band in Dortmund live gesehen. Im Vorprogramm waren KINGDOM COME damals noch mit James Kottak an den Drums. Tja, so schließt sich der Kreis wieder.
R. F.: Klar, MAGNUM: Brand new morning. Bob Catley klingt irgendwie gepresst, nicht ganz so kraftvoll wie gewohnt. Der Song ist als Opener und Titeltrack vergleichsweise eher schwach. Midtempo Melodic Metal ohne Nachhall. Da muss das Album aber noch einige Perlen auf Lager haben um Jürgens Review gerecht zu werden. Zitat: 'melodischen Rock mit Tiefgang und gleichzeitig mächtigem Sound'. Würde ich bei besagtem Song eher verneinen.

WEINHOLD - Strike
aus dem Album "From heaven through the world to hell" (2004)

From heaven through the world to hell J. D.: Ach nee! Das ich das noch erleben darf. WEINHOLD und Strike. Ich persönlich finde den Gitarristen handwerklich sehr gut. Klingt wie Uli Roth, typische hannoverische Schule. Und zu Jutta braucht man ja eigentlich nichts mehr zu sagen. War mal unsere alte Sängerin und wollte Ende der 80iger-Jahre gerne Solo weiter machen. Sie klingt auf dieser CD besser als live. Live ist es uns jetzt zu sehr aufgesetzt und zu dramatisch, aber jedem das Seine.
V. J.: Kenne ich auch und habe ich auch im Plattenschrank. Ganz klar Jutta Weinhold. Ich verfolge die Karriere der Dame seit BRESLAU-Zeiten. Stimmlich war sie damals und auf Platte immer voll auf der Höhe, wie auch auf dem aktuellen Album. Wie das heute aussieht weiß ich nicht. Der Song ist jedenfalls klasse und unverkennbar Jutta Weinhold. Nur im ZED YAGO-Lager schläft man auch nicht und die neue Scheibe verspricht einiges. Vor allem live ist da sehr viel zu erwarten.
R. F.: Sehr heavy. Wechselt ab und an etwas ins Progfach, aber irgendwie ohne Biss, ohne Harmonie. Vermutlich irgend so ein italienisches Progoper-Konzeptalbum. Schwächstes Stück der ganzen Zusammenstellung.

Jimmy Durand

J. D.: Zu Schluss noch: Es hat wirklich viel Spaß gemacht, auch wenn ich hier manchmal sehr in die Weichteile getreten habe. Soll bestimmt nicht mehr vorkommen und Gottseidank gibt es ja auch gute Musik, wie ihr hier gezeigt habt

Volker Jaeckel

V. J.: So, das war's! Wie gesagt ich habe alles ganz spontan aufgeschrieben und keine nachträglichen Veränderungen vorgenommen. Vielen Dank, dass ich mitmachen durfte.

Ralf Frank

R. F.: Fazit: Alles in allem eine interessante Zusammenstellung, wobei ich bei der ein oder anderen Truppe sicherlich noch ins Eingemachte gehen werde. Witzigerweise habe ich aber absolut nix davon im Schrank stehen. Das ist eher selten, zeugt aber wieder von Martins unermesslichem Spektrum. Bin mal gespannt auf die Kommentare der beiden anderen Blindflieger.

Martin Schneider, (Impressum, Artikelliste), 11.07.2005

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