|
CD-Review:
Buddy MillerPoison Love |
![]() |
|
|
|
"Thanks to all my friends who came to play at my home" Zwei Jahre nach seinem Debut kommt 1997 "Poison Love". Diese Albumtitel! Zuerst "Your Love And Other Lies" und nun "Poison Love". Fünf Songs haben das Wort "Love" im Titel, beim Erstling sind es nur zwei. Drei Titel sind Fremdkompositionen, sieben von Buddy und Julie, einer von Julie und zwei von Buddy und Jim Lauderdale. Ende der Statistik. Der Opener Nothing Can Stop Me ist die eigentliche Überschrift. Nichts kann Buddy Miller stoppen, und schon gar nicht bei diesem Song. Er zeigt der gesamten Nashville-Gilde, wie ein schneller Country-Song sein muss. Sprühend vor Einfällen, Breaks, Soli aller Instrumente und zu Ende wenn Schluß ist. Und seien es nur zwei Minuten. Und nichts stoppt Buddy Miller bei meinem Lieblingssong: 100 Million Little Bombs ( = gegen Landminen inspiriert durch "Concerts for a landmine-free world"). So beim fünften, sechsten Hören kommen die Feinheiten ins Ohr. Julie Miller singt eine sagenhafte zweite Stimme. Ihre Melodie beginnt nach der ersten Strophe und ist fast ein eigener Song. Faszinierend, wie die Stimme mal über, mal nahe an Buddys liegt. Emmylou Harris spielt die schöne, bestimmende Akustikbegleitung, die Drums schieben straight, leisere Teile betonen um so mehr den Rest. Ein perfekter Rocksong, wie ich ihn mir schöner und besser kaum vorstellen kann. Auf diesem extrem hohen Niveau geht es weiter. Ob es die Ballade Don't Tell Me ist, bei der Emmylou Harris Julie Miller im Singen nicht nachsteht (ihre Vocals sind vom Feinsten und die süße Steel Guitar ergänzt ganz famos diesen Lovesong), oder die Nummer vier, der Titelsong Poison Love, ein schneller folkiger Song mit viel Fiddle, der, wie sollte es anders sein, vor Ideen sprüht. Vier Songs vorbei, vier unterschiedliche Stilrichtungen und alle Buddy Miller. Kein Durchhänger, kein Füller ist auf der CD. Selbst ein Song wie Love In The Ruins, der wie der Schmalzsong Nummer Eins im Schubiduh-Rhythmus beginnt, macht unheimlich Spaß. Fast, als wollte Buddy Miller sagen: "Freunde, wenn Ihr schon solche Songs spielt, dann spielt sie so!" That's How Strong My Love Is bedeutet für mich in erster Linie ROLLING STONES, "Out Of Our Heads", 1965. Buddy Millers Version ist einfach schön. Er hat ein Händchen dafür, genau so viel Musik in einen Song zu packen, damit es stimmt. Keine Wahnsinns-Solos, dafür Gefühl. Übrigens, den Country-Jodel-Schmalzer hat Buddy Miller auch im Repertoire, zu hören bei Lonesome For You, einem weiteren, witzigen "Standard", auf Buddy Miller-Art. Fazit: Ich bin begeistert. Werner Saumweber, (Impressum, Artikelliste), 16.11.2001
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|