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CD-Review:
Capone
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The Rock & Roll Syndicate aus München hat endlich eine CD fertig. Seit vielen Jahren treiben sie ihr Unwesen in der Stadt, die aufgrund umtriebiger Mönche und Oktoberfestwirte niemals ein Opfer der Prohibition wurde. Bleibt nur das Glücksspiel. Also die Musikbranche. Seit 63 Jahren (behauptet der Clan, aber man weiß, bei diesen Italienern wird gerne übertrieben) sind sie unermüdlich im Dienste der Familie auf den Bühnen unterwegs. NEIN! Auch wenn Padrone J.D. "Ice Pick" Capone sich kürzlich aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen hat, es wird weitergehen mit musikalischem Mundraub, zigarrenrauchgeschwängerten Lasterhöhlen, hemmungslosen Übergriffen einer nur nach außen harmlosen Sängerin und gnadenlosen Rockattacken dieser Horde außer Kontrolle geratener Mastino-Musiker. Fürs Erste haben sie das bekannte Freibad Studio von Thomaso Burlefinger okkupiert und den armen Knöpfchendreher gezwungen, ihre Musik in bestmöglichen Sound zu produzieren. Glück hat er gehabt, er hat es geschafft. Andernfalls... wir wollen nicht dran denken... "Produzent mit Betonsockel im Freibad gefunden...". Aber sprechen wir nicht über menschliche Schwächen. Trotz zweifelhaftem Lebenswandel und Broterwerb ist es den 5 Camorra-Musikanten gelungen, eine grandiose CD einzuspielen. Eine kernige Version von Nashville-Luder Shania Twains That Don't Impress Me Much, eine beängstigende a capella Fassung ihres alten Hits Highway To Al, der Knochenbrecher-Remix von Larger Than Life (schon in der Schmuseedition der Backstreet Boys furchteinflößend) und das Hohelied auf die japanische Yakuza (gemeinhin als noch brutaler als die Capones eingestuft), Whole Lotta Japan, also ein Mix aus Alphaville und Led Zeppelin, runden das Bild des Schreckens ab. Live auf der Bühne hat die Verhöhnung der Obrigkeit ihren Höhepunkt in der Verballhornung des Kommissars. Mein Gott, denen ist nichts heilig. Aber sie sagen es selbst, It's My Life und sie sollen damit anstellen was sie wollen. Irgendwann kommt einer und der ist dann Larger Than Life. Der Herr hat's gegeben, der Herr wird's auch wieder nehmen. Singt die Hymn darauf, denn Angels werdet Ihr nicht mehr! Noch ein Tipp an die bisher unabhängigen Clubbesitzer: Sollte irgendwann ein großer aber unauffälliger Herr mit schwarzem Mantel bei euch auftauchen und fragen, wann die Band CAPONE spielt, sagt ihm, dass sie sehr bald auftreten! Denn entweder bin das ich und hab mich nur im Datum vertan, oder es ist der Geldeintreiber des Syndikates und ihr solltet die Band schnell holen, denn diese Herrschaften spaßen nicht und eine neue Inneneinrichtung ist teuer. Teurer als ein paar Abendgagen und Getränke für die ehrenwerte Gesellschaft. Der Schreiber dieser Zeilen ist ab sofort untergetaucht und wird vom Zeugenschutzprogramm des F.B.I. mit einer neuen Identität versehen.
Fred Schmidtlein , (Impressum, Artikelliste), 01.11.2002
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