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| Channel Fever, Latent Talent LATE 1, 2001 (rec. 1999) |
| Chris Jagger |
Vocals, Guitar |
| Charlie Hart |
Fiddle, Accordion, Organ, Piano |
| Ed Deane |
(Electric) Guitars, Acoustic Slide, Lap Steel |
| Paul Emile |
Bass |
| Malcolm Mortimer |
Drums, Washboard, Percussion |
| GastmusikerInnen: |
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| Ben Waters |
Piano |
| Pete Ridley |
Guitar, Vocals |
| Ashley Reed |
Fiddle |
| Danny Thompson |
Double Bass |
| Melvin Duffy |
Pedal Steel |
| Linda & Pete Hayes |
Backing Vocals |
| THE WILLIE GARNETT CREW |
Horn Section |
| Produzent: Chris Jagger, aufgenommen in den Clarion Studios, Brighton und The Church, N. London |
Länge: 49 Min 01 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Channel Fever | 8. Crazy |
| 2. Law Against It | 9. Rodeo |
| 3. Still Waters | 10. Baby Is Blue |
| 4. He's In A Meeting | 11. Libido Blues |
| 5. Funky Man | 12. Blanchishears |
| 6. Monique | 13. C.J.'s Blues |
| 7. Arms Of Kari-Ann | |
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Zugegeben, ganz taufrisch ist das "neue", speziell für den britischen Markt veröffentlichte Soloalbum von Chris Jagger nicht. Aber der hochtalentierte Tausendsassa (Sänger, Songwriter, Schauspieler, Produzent, Journalist...), der nur allzu gerne stärker aus dem Schatten des übermächtigen Bruders heraustreten würde, scheint wohl jede Chance nutzen zu müssen, um "am Ball" zu bleiben.
"Channel Fever" war bereits Mitte 1999 auf einem deutschen Label erschienen, ging aber - wohl in erster Linie aufgrund bescheidener Promotion - im Meer von Neuerscheinungen sang- und klanglos unter. Und das hat dieses Album wahrlich nicht verdient.
Dies dachte sich auch Chris und gestaltete den Longplayer um: verändertes Cover (nebenbei von Julian Dawson mitkreiert), den Begleitbandzusatz ATCHA gelöscht und gerade mal zwei Titel ausgetauscht.
Trotzdem dürften Chris-Jagger-Fans im Speziellen und Liebhaber guter, handgemachter "Roots Music" bei "Channel Fever" voll auf ihre Kosten kommen.
Nach dem "low budget"-Album mit dem ATCHA ACOUSTIC-Trio konnte Chris, mit dem nötigen Kleingeld ausgestattet, es sich mal wieder leisten eine richtige Backing Band inklusive Schlagzeuger, Bassist und Gitarrist anzuheuern. Für letzteren Posten engagierte er den "alten" Haudegen Ed Deane (spielte u. a. für Frankie Miller und Peter Green). Fiddle und Akkordeon bedient wie gewohnt Charlie Hart (Ex-Ronnie Lane's SLIM CHANCE). Des weiteren mischen einige interessante Sessionmusiker mit, z. B. PENTAGLE-Bassist Danny Thompson.
Das musikalische Rezept ist im Wesentlichen gleichgeblieben. Die ganze Bandbreite von Blues bis Roots Rock, von Cajun bis Country wird hier geboten - nur eben alles mit dem nötigen Druck und der elektrifizierenden Dynamik.
Vor allem Ed Deane lässt seine Elektro-Klampfe losbrettern, dass es eine Freude ist. Das geht alles locker von den Händen wie z. B. in dem swingenden Boogie "Law Against It" oder der Country-Ballade "He's In A Meeting" (nebenbei eine bissig-spöttische Kritik des Musikbusiness) mit Eds feiner lap-steel.
Bemerkenswert im übrigen, wie eingängig die meisten Songs geraten sind, ohne respektlos abzukupfern. Und dass Chris intelligente und ironische Texte schreiben kann, beweisen wiederum z. B. die verrückte C&W-Nummer "Rodeo" oder der augenzwinkernde "Libido Blues", der manchem "überforderten" Mann vielleicht aus der Seele sprechen lassen wird (Viagra lässt grüßen!).
Es bleibt letztlich aber fraglich, ob Chris mit dieser Neuauflage sich einen guten Dienst erwiesen hat. Ausgerechnet zwei der eindrucksvollsten Stücke der ersten Version, der pulsierende Shuffle "Fire" (mit Gaspar Lawals talking drum) und seine Abrechnung mit den Größenwahnsinnigen der Geschichte ("The Wellington Boot") hat er weggelassen, dabei hätten beide Titel zeitlich noch mühelos draufgepasst.
Gleichwohl bleibt "Channel Fever" ein exzellentes Beispiel für groovende "laid back"-Musik mit inhaltlichem Tiefgang.
Roland Schmitt (Artikelliste), Mai 2001
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