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Midnite Hour -
The Modern Blues Collection

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Edel Music
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www.amazon.de
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All Music Guide (englisch)

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Midnite Hour
Midnite Hour - The Modern Blues Collection, Edel Music, 2003
Medium: CD
1. Dancing The Blues AwayChris Rea
2. Downsize BluesPeter Green Splinter Group
3. You Are My SongEdgar Winter
4. Indian VibesHans & Candy Dulfer
5. A Clear DayDavid Knopfler with Chris Rea
6. I'm So Blue So BlueWilly DeVille
7. ChinatownVonda Shepard
8. No Place To GoRoger Glover and the Guilty Party
9. Distant SeasSteve Howe
10. Bitter MoonMark King
11. Don't Be AfraidThe Doobie Brothers
12. Let's Get It OnRobert Palmer
13. One For MeBob Geldof
14. Padlock On The BluesJohn Mayall And The Bluesbreakers
15. Take Me AwayEzio

Gleich mal vorweg: Dieser Sampler kommt von Edel Records. Die hier angepriesenen Künstler, bzw. deren Werke, sind fast alle (außer zweien) über Eagle Records oder andere Labels mit dem Hause Edel verbandelt. Nicht dass einer denkt, hier geht es um etwas repräsentatives. Prinzipiell ist das natürlich in Ordnung - das machen ja andere Firmen nicht anders.
Also schaun wir mal, wie der "Moderne Blues" so klingt. Sind ja so anerkannte Blues-Größen vertreten wie Mark King oder auch Bob Geldof.

Dancing The Blues Away von Chris Rea ist ja schon mal ein ganz netter Einstieg. Mit gewohnt rauchiger Stimme und seiner feinen Slide Gitarre kommt er durchaus bluesig im Midtempo-Bereich daher. Auch die Splinter Group macht einen guten Job bei Downsize Blues. Von Peter Green hör ich persönlich allerdings nichts. Das bestimmende Piano bei dieser Blues-Ballade wird er wohl nicht gespielt haben. Ah, doch, das ist er! Die verhaltene Harp im Hintergrund - das muss er sein! Auch ganz nett.
Aber dann ist auch schon vorbei...

Edgar Winter. Meine Herren: Edgar Winter! Da hab ich mir aber was anderes erhofft als diese schmalzige mit Streichern zugeschmierte Soul-Ballade. Vielleicht könnte ja Billy Joel mit You Are My Song (oder besser noch: Elton John!) 'nen Hit landen. Aber Blues??
(Übrigens kam grad meine Freundin rein. Zitat: Was hörst denn du für einen Mist, das klingt ja wie diese "Superstars".)

Next one: Hans & Candy Dulfer. Der Hans und seine Tochter sind ja sicher ein paar ganz hervorragende Saxophonspieler. Indian Vibes könnte ja vielleicht auch als so 'ne Art Midnight-Jazz-Blues-Instrumental durchgehen. Aber mit diesem Plastik-Pop-Rhythmus-Teppich und dem Streichorchester hintendran? Ich hab nach der Hälfte weitergezappt.
Dann kommt wieder Chris Rea, zwar nur als Gehilfe von David Knopfler, aber seine Handschrift ist deutlich. Eine wirklich schöne Pop-Ballade, natürlich mit seinem einzigartigen Slide-Ton untermalt.

Na immerhin bei Willy DeVille wird's wieder bluesiger. In I'm Blue So Blue gibt er den Bar-Pianisten der Tom Waits-Schule. Das passt - der Mann hat den Blues.
Auch die Vonda Shepard kann man sich gut anhören. Blues ist Chinatown aber nur im weitesten Sinne. Bei mir geht's als Folk durch.

Noch so eine Enttäuschung: Roger Glover. Ja, genau der Roger Glover. Dann erzählt er auch noch, er hätte Schwierigkeiten gehabt, jemand zu finden, der seine Songs interpretieren konnte. Also, Entschuldigung, für diesen seichten Schmalz? Da hätte er mal bei Dieter Bohlen nachfragen sollen. Der hätte bestimmt jemand gewusst. Das ist weder Blues - noch gut.
Distant Seas von Steve Howe geht mir auch recht bald auf die Nerven. Das mag ja als Soundtrack für "Wilder Westen inklusive" geeignet sein und ist bestimmt auch gut gespielt, aber... Nee.
Aber jetzt: Der "Blues-Gott" Mark King. Der hat ja schon mit seinen "Blues-Brothers" von Level 42 so erdig gegroovt. Später hat er dann mal bei Nik Kershaw und Midge Ure mitgewirkt. Kennt ihr die? Dann wisst ihr ja wie Bitter Moon klingt.

Laut Info hat sich die Musik der Doobie Brothers "von einer im Country Blues verankerten Basis zu einem Sound weiterentwickelt, der sowohl R&B als auch Jazz-Elemente protegiert".
Das passt. Wie man jenseits des großen Teiches R&B interpretiert, kann man sich jeden Tag auf MTV reinziehen. Ganz am Schluss hat jemand in der Regie gepennt. Da kommt ein halbwegs rettendes Gitarrensolo (!), aber, keine Sorge, nach ein paar Sekunden wird's schnell ausgeblendet.

Robert Palmer - na gut, der war schon immer ein Chamäleon. Außerdem ist er ein klasse Sänger. Let's Get It On kommt so in der Art von Be My Baby Tonight. Hat zwar auch mehr Soul als Blues, aber da macht wenigstens jemand was "ehrliches". Guter Sommer-Soundtrack.

Ist Tanita Tikaram Blues (Nein, aber sehr hübsch - die Red.)? Wenn ja, dann ist Sir Bob Geldof hier zurecht vertreten, denn daran erinnert mich One For Me. Im Laufe des Songs klingt er dann aber doch mehr nach seiner alten Band, den Boomtown Rats, bzw. wie Mick Jagger solo. Also vielleicht doch kein Blues?
Aber da kommt er herabgeschwebt - der weiße "Godfather" John Mayall, um ihn zu retten, den Blues. Die passende Blues-Piano-Einleitung ertönt und dann... ja, irgendwie hatte man erwartet (ich jedenfalls), dass Pauken und Trompeten, oder meinetwegen mit Gitarren und Schlagzeugen die Kerkertür aufgesprengt wird und der "Blues" befreit wird. Statt dessen, hängen sie ein Padlock On The Blues und spielen, wenn auch inspiriert und mit gutem und langem Guitar-Solo, doch mehr so 'ne Art "Begräbnis-Blues".
Klar, dass sich davon Ezio nicht bekehren lässt und mit Take Me Away lieber einen Popsong spielt. Passt ja auch besser zum Rest des Albums.

Sorry, modern - schön und gut, aber wer Blues mag und was Neues sucht, ist z.B. mit der neuen Canned Heat besser bedient. Wer ein bisschen musikalische Untermalung für den Nachmittags-Tee braucht - zugreifen.

Epi Schmidt, (Impressum, Artikelliste), 21.04.2003

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