|
|
| Here Is What Is, Red Floor Records, 2008 |
| Daniel Lanois |
Vocals, Guitars & more |
| Garth Hudson |
Piano |
| Brian Blade |
Drums |
| Brian Eno |
Dialogue |
| Marcus Blake |
|
| Aaron Embry |
|
| Tony Garnier |
|
| Willie Green |
|
| Darryl Johnson |
|
| Tony Mangurian |
|
| Adam Small |
|
| Shawn Stroope |
|
| Jim Wilson |
|
| Produziert von: Daniel Lanois |
Länge: 63 Min 42 Sek |
Medium: CD |
|
 |
 |
| 1. Chest Of Drawers | 10. This May Be The Last Time |
| 2. Where Will I Be | 11. Smoke #6 |
| 3. Here Is What Is | 12. I Like That |
| 4. Not Figthing Anymore | 13. Duo Glide |
| 5. Beauty | 14. Bladesteel |
| 6. Blue Bus | 15. Moondog |
| 7. Lovechild | 16. Sacred And Secular |
| 8. Harry | 17. Joy |
| 9. Bells Of Oaxaca | 18. Luna Samba |
 |
Durch das Produzentenschaffen von Daniel Lanois ziehen sich wie ein roter Faden die Namen U2, Peter Gabriel, Brian Eno, THE NEVILLE BROTHERS, Bob Dylan und THE BAND mitsamt Nachfahren. Es mag nun jeder über Künstler wie Eno, Gabriel oder Bischof Bono & Konsorten seine eigene Meinung haben, klar ist, dass sich keiner von denen eine taube Nuss ins Studio holt.
Wenn Lanois seine eigene Musik aufnimmt, hat das auf den ersten Blick mit seiner prominenten Kundschaft wenig zu tun. Auf den zweiten Blick muss man dann feststellen, dass man mit Blicken nichts hört und der Meister auf manche Patienten durchaus Einfluss hat - und umgekehrt.
Sehen kann man mit Blicken, jetzt sind die Ohren gefragt. "Here Is What Is" ist nämlich "nur" der Soundtrack zum gleichnamigen Dokumentarfilm, der Lanois über einen Zeitraum von etwa einem Jahr bei der Verrichtung seiner Arbeit zeigt. Nun ist die Arbeit eines genialischen Musikproduzenten allemal spannender als die eines Verwaltungsangestellten, ob man das aber gleich auf DVD haben muss, bleibt dahingestellt. Ein filmisch nur schwach interessierter Mensch dürfte mit diesem Album alleine gut bedient sein.
Sehr ärgerlich, dass der Promo-CD keinerlei Credits zu entnehmen sind. "Here Is What Is" hat vermutlich einige personelle Überraschungen zu bieten, wir können sie an dieser Stelle nur versuchen zu beschreiben, ohne Namen zu nennen.
18 Titel sind vermerkt, etliche davon sind aber nur kurze Dialoge zwischen Lanois und Brian Eno beziehungsweise schlichte Monologe. Stört nicht weiter und erklärt manche danach folgende Songs wenigstens ansatzweise.
Wenn Lanois eines kann, dann die Inszenierung von Musik. Da mögen manche Songs im Grunde noch so ereignislos dahintröpfeln und seine Stimme völlig unspannend sein (beispielsweise bei Where Will I Be klingt er wie der grade aufgewachte Mark Knopfler), er vermittelt mit seinem phänomenalen Gespür für Ambiente, Sounds und Klang das gewisse Extra, das große Musik ausmacht. Die Band ist und agiert spartanisch, wobei der Schlagzeuger Brian Blade einige Groovemuster entwickelt, die einen Jim Keltner blass aussehen lassen. Blade kommt aus dem Jazz. Am Piano agiert Garth Hudson von THE BAND in gewohnter Manier, viele Keyboard- und Synthieklänge sind aber vermutlich von Lanois selbst, möglicherweise auch das klassische Piano-Intro zu Lovechild, das untermalt von Pedal-Steel und spacigem Gesang zu einem der CD-Highlights avanciert.
Völlig outstanding über die gesamte Platte ist der Bass. Wer immer ihn spielt, es ist grandios. Derart vielfältige Tieftöne gibt es in der Musikgeschichte selten zu hören. Klar, auch das ist alles eine Frage der Produktion, aber das Gefühl für die zu spielenden Töne muss immer noch der Musiker mitbringen. Zum dahinschmelzen ist das hier zu erlebende Klangprodukt.
Lanois hat einen Hang zu Gitarren, die zwar manchmal nach Neil Young klingen, aber öfter ein Klangerlebnis à la PINK FLOYD bescheren.
Hang zur verzerrten Gitarre, romantische Zuneigung zur Slide, Liebe zur Pedal Steel. Mit der zaubert Lanois Countrysongs weitab von Lagerfeuer und tumber Cowboyromantik, FLOYDs David Gilmour gehört nicht umsonst ebenfalls zu den Freunden dieses Instruments. Da sind etliche vermeintliche Genreklassiker dabei (wäre das Countrygeschäft heute noch so wie vor Urzeiten), aber auch Songs, die von ganz anderen Stilmitteln "gebrochen" werden. Tatsächlich schimmern Einflüsse der oben genannten Namen durch, gerade der von Brian Eno, jedoch immer in einer leicht verdaulichen und für den Normalmenschen verständlichen Art. Das alles in einer Atmosphäre völliger Unaufgeregtheit und Gelassenheit. Wie oft bekommt man so etwas außerhalb sektiererischer Esoterik-Kreise?
Ungeklärt bleibt momentan die Herkunft des archaischen Bluesgesangs in This May Be The Last Time. Macht aber angesichts des sich auf "Here Is What Is" eröffnenden Klangkosmos nichts aus, wir vergeben den Ehrenpreis für Wohlklang an Daniel Lanois. Schöner geht kaum.
Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:

|