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| Judgement Day, STF-Records, 2009 |
| Dave Evans |
Vocals |
| Zach Davis & Johnny Fyg |
Guitars |
| Jimi Thunder |
Bass |
| Brent Davis |
Drums |
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Länge: 38 Min 14 Sek |
Medium: CD |
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| 1. We Don't Dance To Your Songs | 6. Band Molls |
| 2. Little Headbanger | 7. Shoot On Sight |
| 3. Another Boy On The Street | 8. Helluva Night |
| 4. You Talkin' To Me? | 9. Judgement Day |
| 5. Ain't Gonna Do You To Me Anymore | 10. House Of The Rising Sun |
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Gebacken wird es Dave Evans in diesem Leben nicht mehr bekommen. Der Typ ist verplant und lebt in einer anderen Zeit. Nicht mal eine konsequent gepflegte Homepage bekommt er hin, von den diversen Adressänderungen ganz abgesehen. Konzerte sind derzeit nicht geplant, eine Band existiert offenbar im Dezember 2009 auch nicht. Dafür hat er sein 2004er-Album "Sinner" neu lizensiert und macht dafür mehr Werbung als für die aktuelle, 2008 aufgenommene CD "Judgement Day", die jetzt bei uns von der kleinen Plattenfirma STF-Records aus Thüringen vermarktet wird.
Der ewige AC/DC-Coversänger mit der Kurzzeitkarriere als Frontmann der längst größten Hardrockband aller Zeiten tat und tut sich schwer, endlich mehr zu sein als eben der Coversänger. Die jahrelange Tingelei mit wechselnden Coverbands als Background in Deutschland hat den Ruhm des Veteranen nicht unbedingt gemehrt, seine Auftritte 2005 im Vorprogramm von MOLLY HATCHET waren auch nicht gerade von höchster Virtuosität, danach hat man erstmal nichts mehr von ihm gehört. Aber ganz verschwindet so ein Stehaufmännchen erst wenn er six feet under campiert. Manchmal können solche Klischeerocker mit ihren sporadischen Lebenszeichen sogar zart überraschen, Dave Evans schafft dies in den gar nicht so wenigen guten Momenten von "Judgement Day" ganz anständig.
Klar ist AC/DC fast durchgehend die Messlatte, und die unterschreitet Evans mit seiner Kapelle zwangsläufig konsequent. Aber wer könnte sich mit den AC/DC aus der ganz großen Zeit schon messen, bis heute reichen allenfalls AIRBOURNE halbwegs an das übergroße Denkmal heran, alle anderen haben keine Chance und gehen im besten Fall als gute Partyband durch. Aber das ist ja auch schon ein Erfolg. Dave Evans hat sich diesmal allerdings nicht sklavisch an Angus & Co. gehalten, er "vergeht" sich zwischendurch an den frühen TWISTED SISTER (Another Boy On The Street könnte problemlos auf "Come Out And Play" mithalten) und lässt den Boogie in Band Molls schwer Richtung ROSE TATTOO stampfen. Allerdings hatten die eine Slide Guitar und einen Irren am Mikro als Trademark, damit kann unser Dave nicht aufwarten. Shoot On Sight oder beispielsweise Helluva Night erinnern ein wenig an QUIET RIOT, RATT oder eine beliebige andere kalifornische 80er-Kapelle.
Das alles und der Rest kommt natürlich hochgradig überraschungsarm, dafür aber mit dem benötigten Testosteronspiegel und in weiten Teilen gar nicht mal sooo banal hinkomponiert. Evans selbst kräht angenehm und seine Band holzt sich ansprechend durch die unkomplizierten Songs. Nur die 348.000 Version von House Of The Rising Sun hätte es nicht gebraucht, auch wenn sich Evans damit nicht blamiert. Brian Johnson hat das mit GEORDIE schon vor über 30 Jahren erledigt.
"Judgement Day" ist eine gute, brave CD geworden, die keinen Hardrocker der alten Schule enttäuschen wird. Man muss den notorischen Loser einfach gern haben, denn ein Verräter ist er nicht. Den großen Wurf wird er nicht mehr landen, aber vielleicht reicht es ja für ein kleines Austragshäuschen, wenn er mal richtig alt ist.
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