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| Sticks & Stones, Provogue Records, 2011 |
| Eric Sardinas |
Lead & Backing Vocals, Electric & Acoustic Resonator Slide Guitar |
| Level Price |
Bass, Backing Vocals |
| Chris Frazier |
Drums, Backing Vocals |
| Gäste: |
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| Dave Shultz |
Organ & Piano |
| Tyra Juliette, Chloie Lear, Matt Gruber |
Backing Vocals |
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Länge: 39 Min 41 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Cherry Wine | 7. Ratchet Blues |
| 2. Road To Ruin | 8. Behind The 8 |
| 3. Full Tilt Mama | 9. Goodness |
| 4. County Line | 10. Make It Shine |
| 5. Through The Thorns | 11. Too Many Ghosts |
| 6. Burnin' Sugar | |
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Eric Sardinas' Karriere stagniert nun schon einige Jahre auf eben jenem Niveau, das er in Windeseile vor 12 Jahren mit seinem ersten Album "Treat Me Right" erreicht hatte. Jedenfalls was die Publikumsaufmerksamkeit betrifft, denn nach wie vor spielt er sich in den mittleren und kleinen Clubs Jahr für Jahr die Finger wund und wirft eine heiße CD nach der anderen in den Ring - um jedes mal wieder festzustellen, dass sich seine Kundschaft nicht vermehrt hat. "Sticks & Stones" ist nun die fünfte Langspielplatte, die zweite als ERIC SARDINAS AND BIG MOTOR und die erste beim Provogue-Label, er hat also Steve Vais Favored Nations nach acht Jahren verlassen. Es folgt eine Behauptung: Weder Provogue noch "Sticks & Stones" werden unserem Resonator-Tier den großen Durchbruch bescheren, denn die Scheibe ist so sensationell gut, dass sie das Fanlager spalten wird. Wieso?
"Sticks & Stones" ist grundsätzlich eine Sardinas-CD wie alle anderen auch, der Motorengeruch hat sich noch ein wenig verstärkt, aber ansonsten ist "Sticks & Stones" ein reines: Boogiemonster. "Primitiv!", werden deswegen nicht wenige Leute schreien, die ihren Eric als Blues-gewordenen Widergänger von Steve Vai auf der Bühne erlebt haben. Es ist in der Tat so, dass nicht wenige Konzertgänger keine CD mehr kaufen, weil da ja nicht all diese vielen Soli drauf sind, sondern richtige Songs. Blues- und Boogie-Songs noch dazu. Live kann man sich doch viel besser auf minutenlange Soloorgien konzentrieren, den Blues ignoriert man einfach, wenn Sardinas wie ein Berserker waghalsigste Saitenakrobatik aufführt. Der Gegenpart zu den Notenzählern ist natürlich der Boogiemann, der über die Jahre zunehmend von den Konzerten gelangweilt war, weil das Konzept "Introsolo - Solo - Solo - Outrosolo" irgendwann das Bedürfnis nach Hüpf-Rock'n'Roll nicht mehr befriedigte. Diesen Menschen blieben nur die CDs. Und diese Menschen kommen bei "Sticks & Stones" 35 Minuten lang aus dem Hüpfen nicht mehr heraus. Erst der Rausschmeißer Too Many Ghosts lässt Gnade walten und sorgt für ein wenig Ruhe. Die zehn Nummern vorher sind jedoch das kompromissloseste und songwriterisch beste, was Eric Sardinas jemals aufgefahren hat. Jedenfalls für den Boogiemann.
Cherry Wine ist der übliche Powerstart in ein Sardinas-Album und überrascht deswegen noch gar nicht besonders, aber nach drei Sekunden Road To Ruin steht man auf der Bank. Der Motor ist so BIG, dass er schier zu platzen droht und Sardinas heult dazu wie ein Kojote auf der Flucht. Full Tilt Mama ist ein Shuffle mit Klimperpiano und einem kleinen Rock'n'Roll-Solo der unglaublichen Sorte und County Line wächst sich trickreich vom County-Country zum Grenzstrich zwischen Volksmusik und bösem Rock aus.
Nach einer Viertelstunde ist man entweder durchgeschwitzt oder fassungslos ob der geballten Power - entscheiden wir uns also für den Schweiß. Workout soll ja gesund sein.
Die Begleitband BIG MOTOR setzt mehr Akzente als Erics frühere Mitmusiker, vor allem Bassist Levell Price beeindruckt wiederholt mit spannenden Läufen, die seinen Gitarristen fordern und selbst dem "einfachsten" Boogie unerwartete Wendungen verpassen. Tobenden Bluesrock & Boogie ist man von Sardinas gewohnt, aber diesmal hat er tobende Klassesongs am Start, sogar das Instrumental Behind The 8 geht ab wie eine Herde Wildpferde und der neue Schlagzeuger Chris Fraizure setzt bemerkenswerte Kontrapunkte zu Erics knapp vierminütiger Leistungsschau. Hoffentlich walzt er das live nicht zu einem 10-Minuten-Angebersolo aus.
Keineswegs vergessen wurde auf "Sticks & Stones" der Faktor "Melodie". Wie schön es ist, wenn sich Melodie und Boogie vereinen, zeigen beispielsweise Goodness und Make It Shine, das mit dezenten Keyboard-Blubbern, Backing Vocals und einem sacht durchschimmernden Funk-Rhythmus beinahe wie ein Experiment klingt.
Wer beim Lesen nun ein indifferent unterbewusstes Gefühl bekommen hat, ja, es stimmt. Eric Sardinas ist nach wie vor und vielleicht mehr denn je der Johnny Winter der Neuzeit. Und Bruder Edgar hat auch seine Spuren hinterlassen. Populär ist solche Musik selbstverständlich schon lange nicht mehr, aber sie tut sooo gut.
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