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| Power Of The Blues, Sanctuary Records, 2004 |
| Gary Moore |
Vocals, Guitar |
| Bob Daisley |
Bass |
| Darrin Mooney |
Drums |
| Jim Watson |
Keyboards |
| Produziert von: Gary Moore & Chris Tsangarides |
Länge: 41 Min 27 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Power Of The Blues | 6. Evil |
| 2. There's A Hole | 7. Getaway Blues |
| 3. Tell Me Woman | 8. Memory Pain |
| 4. I Can'T Quit You Baby | 9. Can't Find My Baby |
| 5. That's Why I Play The Blues | 10. Torn Inside |
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Was ist mit Gary Moore passiert? Wann hat er seine Inspiration verloren? Oder besser, wann ist ihm die Fähigkeit, mangelnde Inspiration zu verschleiern, abhanden gekommen?
Laut Website sein 23. Soloalbum und diesmal ist es eine Mischung aus "Still Got The Blues" (1990) und "Scars" (2002). Also Bluesrock mit ziemlich räudigem Sound. Das wäre zuerst mal ein direkter Kauftipp. Wenn da nicht ein paar gravierende Mängel wären.
Passend zum "Still got..."-Revival hat er sich mal wieder Bassist Bob Daisley geholt, aus der "Scars"-Ära ist noch Drummer Darrin Mooney mit dabei. Und der verscherzt sich viele Sympathien beim Willie Dixon/LED ZEPPELIN-Diebstahl-Diebstahl I Can't Quit You Baby. Ach was, Sympathien verscherzen, er kann halt einfach nicht trommeln wie Bonzo. Wer kann das schon. Viel schlimmer ist das seelenlose Gitarrengewichse von Moore über diesem Klassiker. Hallo, ZEP hatten auch gedröhnt, aber Gary ist eben nur ein Led-Clone. Gleich danach gibt es aber mit That's Why I Play The Blues einen der gefürchteten Hausfrauen-Bluesschieber, der gleichzeitig belegt, warum Moore den Blues eben NICHT spielen sollte. Schmierig wie meine Küchenplatte nachdem ich ein halbes Schwein drauf zerlegt hab.
Dabei hat alles doch so schön rockig angefangen. Power Of The Blues ist trotz ultra-ausgelutschtem Titel eine fein krachende Nummer mit beinahe Innovations-Bonuspunkt weil's ein nett schleppender Blues'n'Boogie-Bastard ist. Stocksteif prügelnd zwar und ohne jeden Groove, von Soul ganz geschwiegen, aber immerhin. Doch dann nimmt das Verhängnis in Form von vollkommen sinnentleerten Gitarrenorgien in blauen Noten seinen Lauf. Es ist alles sooo vorhersehbar, so abgenudelt, so oft gehört, dass sich die Vergleiche zu seinen eigenen Missetaten aufdrängen und noch mehr zu den Meisterleistungen anderer Bluesrocker, die das alles wesentlich unaufdringlicher, entspannter und trotzdem nicht weniger rockend gemacht haben.
Oder Tell Me Woman. Ein Boogie! Und wer mich kennt, weiß... Aber das hier ist doch kein Boogie zum mit die Beine wippen! Das ist Boogie zum sich den Golfschläger auf den Schädel hauen. Über allem schreit und grölt Moore, als ob es sein letzter Wille wäre, die Frau die er nicht "quiten" kann/nicht finden kann/die es ihm nicht erklären kann/die ihm grad Schmerzen bereitet etc. ins Grab zu brüllen. Echt Evil (übrigens auch beim wehrlosen Dixon entliehen).
Erst beim siebten Song, dem Getaway Blues (was für ein Name), kommt wieder etwas wie Stimmung auf. Jedenfalls brummelt Daisley gut schwingend vor sich hin. Ach ja, das Gitarrendingensens in der Mitte mitsamt Links-Rechts Effekt ist natürlich auch von Page "entliehen". Hat dem guten Gary sicher der heilige Geist neulich als brandneues Solo eingeflüstert.
Und dann nimmt er noch den Percy Mayfield Klassiker Getaway Blues auseinander. Schmerzhaft. Lieber Herr Moore, bitte hören Sie sich doch vorher gelungene Versionen Ihrer gewünschten Coversongs an! Also zum Beispiel die von Johnny Winter auf "Second Winter" von 1969. Oder die von THIN LIZZY (auf diversen Compilations verfügbar). Beide hart, gitarrenbetont UND großartig. Nur, wo beispielsweise Winter den sturen Blues mit wahnwitzigen und gewagten Soli beinahe jenseits der Fehlergrenze aufbricht, zerdeppert Moore das Lied mittels Heavy-Gitarre in seine Einzelteile und setzt sie hinterher leider nicht mehr zusammen.
Ne, das ist so richtig shitty.
Jetzt krieg ich bestimmt wieder Haue vom Verein "Rock für Vierzigjährige", aber das ist mir wurscht. "Power Of The Blues" hat jede Menge Blues und Power aber mir wären die Zutaten "Spirit" und "Groove" lieber.
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