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| Confessions Boulevard, Freedom Rain Records, 2006 |
| Graziano Romani |
Lead & Harmony Vocals, Acoustic Guitar, Harmonica |
| Max 'Grizzly' Marmiroli |
Saxophones |
| Fabrizio 'Tede' Tedeschini |
Lead & Rhythm Electric Guitar, Acoustic Guitars |
| Max Ori |
Bass |
| Chris Gianfranceschi |
Piano, Organ & Keyboards |
| Pat Bonan |
Drums & Percussion |
| Alberto Solieri |
Percussions, Tambourine & Vibes |
| Gäste: |
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| Dirk Hamilton |
Lead & Harmony Vocals (Come In From The Rain & Made Of Gold) |
| Brando |
Lead & Harmony Vocals (Bittersweet Feeling) |
| Produziert von: Graziano Romani |
Länge: 56 Min 12 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Confessions Boulevard | 8. Sun Going Down |
| 2. Last Moonshine | 9. Turning Another Page |
| 3. Come In From The Rain | 10. Bittersweet Feeling |
| 4. Magdalena's Smile | 11. The Most Crucial Enemy |
| 5. Made Of Gold | 12. Long Way Home |
| 6. Won't Give Up On You | 13. Confessions Boulevard (Reprise) |
| 7. Undercover Lovers | |
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Normalerweise könnte man an dieser Stelle einfach die Worte des Kollegen Schmidt aus dem letzten Jahr, anlässlich der famosen CD "Painting Over Rust" wiederholen. Da wir uns aber grundsätzlich nicht selbst zitieren, gibt's an dieser Stelle nur einen Satz, der im Grunde für das neue Album "Confessions Boulevard" ganz genau so gilt: "Ein klasse Album und mit das Beste was ich bisher aus Italien gehört habe."
Dass ein nicht unbeträchtlicher Teil unserer Belegschaft aus unheilbaren Italien-Affinicados besteht (gut, einer fährt lieber im Spätherbst nach Dänemark zum urlauben...), wird keinen überraschen. Mir persönlich würde bereits die Aussicht auf lebenslanges Essen in meinen Lieblingsrestaurants, ein kleines Häuschen mit wahlweise Meer- oder Weinbergblick und ein nicht zu anstrengender Job (vielleicht in einer schnuckeligen Gelateria?) zur dauerhaften Emigration gereichen. Dazu käme noch die Aussicht auf eine in den letzten Jahren stetig gewachsene Rock-Szene, auf kleinem kommerziellen Niveau zwar, aber viril und von gewaltiger Qualität. Die Namen spare ich mir heute, schaut doch einfach in die Besprechung der Band SILVERTRANE, da stehen die wesentlichen alle feinsäuberlich aufgelistet. Musikalisch kann man Graziano Romani mit denen natürlich nicht vergleichen, aber der "Anfassfaktor", also die Wechselwirkung zwischen Ohr, Bauch und Herz, ist ähnlich erschütternd groß.
"Confessions Boulevard", also die große, breite Straße der Geständnisse, ist Grazianos achtes Album unter eigenem Namen, dazu kommen diverse Beiträge auf Compilations und natürlich seine frühe Band THE ROCKING CHAIRS. Gastspiele von Granden wie Elliott Murphy, Willie Nile, Curt Cress, Sonny Landreth, den UPTOWN HORNS oder Chris Spedding bei den älteren Veröffentlichungen zeigen, welche Hochachtung er unter Kollegen genießt. Es fehlt nur noch die Anerkennung beim (deutschen) Publikum - in Italien hat er sogar einen eigenen Fanclub.
Bedrückend, dass die Suche nach Graziano Romani bei Google nur einen verwertbaren Treffer in deutscher Sprache hergibt - ratet mal welchen...
Das neue Werk ist mitnichten ein rockendes Stück Musik. Lediglich im Opener und Titelsong finden sich relativ harsche Gitarren, ansonsten agieren Sänger und Band zurückhaltend, nachdenklich, wohlüberlegt und: Wunderschön! Wenn es eine Berechtigung für eine Schublade gäbe, dann wohl die des "Heartland Rock", mit Betonung auf Heart. Selten geht mir, als bekennendem Rocker, eine Singer/Songwriter-CD so nahe. Bob Seger schaffte das mit seinen Balladen immer wieder, zuletzt allerdings 1991 mit "The Fire Inside". Dafür gibt es drei Gründe. Erstens die Qualität der Songs, zweitens natürlich die Stimme des Vortragenden und drittens die Band, die im Falle Romani eine eingespielte Einheit mit hervorragenden Könnern ist.
Graziano Romani hat eine Stimme, die jedem, so er nicht ausschließlich auf Elfen- und Walgesänge reflektiert, heißkalt über den Rücken und durch Mark und Bein fahren muss. Ohne Pathos, ohne Manierismen, just a man, his band and his voice; genau so müssen Lieder gemacht sein - was ohne Zweifel den meisten Lieder-Machern nicht gegeben ist und sie deswegen klagen, zetern, den ausgestreckten Oberlehrerfinger schwingen oder sich in trübem Selbstmitleid ergehen, anstatt Musik zu machen.
Einen weiteren Bonus ergattert Graziano, in dem er sich durchaus ebenbürtige Duettpartner ins Studio holt und dennoch keinerlei Futterneid aufkommt. Auf "Confessions Boulevard" sind das Dirk Hamilton bei Come In From The Rain und Made Of Gold, sowie ein gewisser Brando auf Bittersweet Feeling. Dirk Hamilton ist ein Singer/Songwriter aus Indiana (dessen Soloplatten der letzten dreißig Jahre man sich durchaus beschaffen sollte), der stimmlich einen deutlichen Bezug zum Rock & Roll des bereits genannten Bob Seger hat. Nebenbei bemerkt, kommt bei Come In From The Rain ein meisterliches Gitarrensolo von Fabrizio Tedeschini zu Gehör.
Hinter dem Pseudonym Brando verbirgt sich ein in Italien nicht unpopulärer Sänger, der sich mit Graziano eine spektakuläre Gesangsauseinandersetzung liefert und dabei sicher nicht zufällig an Roger Chapman erinnert. Auch hier leistet die Band im Hintergrund geradezu unschätzbare Dienste, und macht die Nummer zu einer wild rockenden Funk-Ballade. Das ist kein Widerspruch!
Rocker, hört Euch den Rest der Scheibe selber an und lest, was Epi vor einem Jahr über den Vorgänger gesagt hat. Dies ist keine Konsensplatte eines wehleidigen Möchtegernarbeiters, "Confessions Boulevard" ist ein Statement niemals unzeitgemäßer Musik aus dem Innersten eines Vollblutsängers!
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