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| Revisiting Familiar Waters, Mausoleum Records, 2003 |
| Jack Russell |
Lead Vocals |
| Mark Kendall |
Lead Guitars, Vocals |
| Michael Lardie |
Rhythm Guitar, Keyboards, Vocals |
| Tony Montana |
Bass, Vocals |
| Audie Desbrow |
Drums |
| Gäste: |
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| Dweezil Zappa |
Lead Guitar (Unchained) |
| Barth Walsh |
Guitar (Unchained) |
| Bob Kulick |
Produktion Vocals & Guitar (Unchained) |
| Gunther Schulz |
KMFDM-Remix (Sin City) |
| Produziert von: Great White |
Länge: 56 Min 57 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Love Removal Machine (Astburry/Duffy) | 9. No Matter Of What (Collins/Evans/Gibbins/Ham/Molland) |
| 2. Again And Again (Parfitt/Bown/Lynton) | 10. Fire And Water (Fraser/Rodgers) |
| 3. Ready For Love (Ralphs) | 11. Down To The Doctor (Jupp) |
| 4. Bitches And Other Women (Jagger, Richards / Jones) | 12. Lady Love (Trower/Dewar) |
| 5. Tangled Up And Blue (Mac/Nicholls) wird von der Redaktion angezweifelt, denn "Tangled Up In Blue" ist von Bob Dylan! | Bonus Tracks: |
| 6. Burning House Of Love (Cervenka/Doe) | 13. Unchained (Van Halen/Van Halen/Anthony/Roth) - KMFDM Remix |
| 7. Ain't No Way To Treat A Lady (Schock) | 14. Sin City (Scott/Young/Young) - Rosetta Stone Remix |
| 8. Sin City (Scott/Young/Young) | |
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Ein klein wenig wurden GREAT WHITE immer überschätzt und idolisiert. Kommerziell hat sich das zwar nicht nachhaltig positiv ausgewirkt, aber der treuen Fanschaft darf man mit solchen ketzerischen Aussagen nicht kommen. Ähnlich ging und geht es anderen 80ies-Bands, TESLA fallen mir ein oder die britischen THUNDER und diverse andere Langhaardackelkapellen die eine eisenharte Anhängerschaft aufweisen können, die keinerlei Kritik duldet.
Das hat natürlich einen Grund, denn diese Bands machten in Zeiten schlechtester Haarspray-Poser und traniger Synthie-Sülzer grundehrlichen Hardrock, der mit allen Beinen fest in den Siebzigern geerdet war und sie ließen auch imagetechnisch nichts anbrennen. Whiskey & Bier statt Koks und Jeans statt Glitzerstrampelanzug und "uns" übrig gebliebenen ZEPPELIN- und BAD CO.-Fans hat so was deutlich mehr gefallen als geschminkte Tunten auf Speed.
Natürlich hatten auch GREAT WHITE ihre Ausrutscher, aber wenn man die halbgaren Songs, faden Balladen und banalen Krachrocker abzieht, bleibt immer noch eine großartige Rock & Roll-Band, die in ihrer mittlerweile über zwanzigjährigen Geschichte mehr Knaller fabriziert hat, als der größte Teil aller Bands jemals schaffen könnte.
G.W. hatten immer einen Hang zu Coversongs und sie bedienten sich dabei fast immer ihrer eigenen Vorbilder und Freunde: Ian Hunter, Steve Marriott, Richards & Jagger, der SPENCER DAVIS GROUP, den ANGELS und natürlich LED ZEPPELIN, denen sie 1996 mit "Great Zeppelin" sogar ein eigenes Album widmeten. Eifrige Bootleg-Hörer und Konzertgänger kennen noch andere Inspiratoren, da wurde mal bei Mickey Jupp bzw. DR. FEELGOOD oder bei BAD COMPANY nach einem passenden Song gesucht und ohne Reibungsverluste in einen fast originalen Hai-Song verwandelt.
In den letzten Jahren spielten G.W. nach diversen Umbesetzungen und durchwachsenen Platten wieder in der 2. Liga, immer stark abstiegsgefährdet, und was am 20.02.2003 auf Rhode Island passiert ist, ist hinlänglich bekannt und zerschrieben worden. Übrig ist eigentlich nur eine tragische Geschichte und die Erinnerung an diese ehemals starke Band. Zu allem Überfluss wurde im November 2003 auch noch die Existenz von Ur-Drummer Audie Desbrow bei den verheerenden Bränden in Kalifornien zerstört - Haus, Eigentum, alles bis hin zur Plattensammlung wurde vernichtet.
In dieses Vakuum stößt nun das belgische Label Mausoleum Records mit einer CD, von deren Existenz seit Jahren gerüchteweise gemunkelt wurde, die aber nie ans Tageslicht kam (OK, der U.S-Release unter dem Namen "Recover" war schon letztes Jahr, aber ohne Bonus Tracks, und in Frankreich erschien das Teil auch schon 2002 bei einer anderen Firma). Nämlich eine Sammlung von Coversongs, die im November 1989 live im Studio aufgenommen wurden. Und, Herrschaften, diese 12 Songs (plus 2 reichlich unnötige Bonus-Remixe) haben es wirklich reichlich in sich.
ZEP wurden nicht bedacht, dafür aber z.B. THE CULT, STATUS QUO, AC/DC, Robin Trower, natürlich BAD CO. oder Bob Dylan (wobei diese wunderschöne Version hier Tangled Up And Blue heißt und als Autor die Herren Mac/Nicholls angibt???).
Einzig wirklich bekannte Nummer ist das Medley Bitches And Other Women ("...Twice Shy", Europa-Version, 1989), der Rest ist semi- oder gar nicht geläufig und GREAT WHITE waren in der damaligen Besetzung einfach umwerfend. Breitwand-Rock bei Burning House Of Love (von der L.A.-Punk Band X), Fast-Forward-Metal beim alten Helen Reddy-Hit Ain't No Way To Treat A Lady (allerdings auch schon auf "Let It Rock" von '96 vertreten) oder feister Bluesrock bei Ready For Love und Fire And Water von BAD CO. bzw. FREE.
Ganz und gar geht die Post natürlich bei Sin City ab. Selbstverständlich reicht Russell niemals an Bon heran und die Gitarren fahren eher mit gebremsten Schaum, aber wer wollte auch Angus wirklich die Show stehlen?
Mein persönlicher Lieblingssong ist Again And Again von QUO, vor allem weil diese Nummer vom großartigen Jackie Lynton mitverfasst wurde. Das rockt so richtig dahin. Klasse. Dann Down To The Doctor: Rhythm & Blues der Extraklasse, da brauchen sich die Männer aus Los Angeles nicht vor Lee Brilleaux und seinen Doktoren verstecken.
Diese CD fällt in die Kategorie "Äußerst wertvolle Schätze aus der Vergangenheit" und ist Pflicht für alle gestandenen Rocker mit Faible für laute Gitarren. Und von der Sorte ham wa doch ne Menge, oder?
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