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Rest Off...

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Rest Off...
Rest Off..., Tyrolis/Help Records, 2003
Roger Lead & Backing Vocals
Mexx Lead & Rhythm Guitars, Backing Vocals
Jacky Piano
Paedu Drums, Backing Vocals
Dany Bass
Deena Backing Vocals
plus diverse Gastmusiker
Länge: 58 Min 28 Sek Medium: CD
1. Turn On Your Radio11. S.O.S.
2. Heart Of Stone12. Music
3. Sitting On The Docks13. Don't Wanna Get Along
4. Foolish14. Fine Day
5. Come Alive15. Shoreline
6. Wonder Why16. The Glow Of Candles
7. Red Diva17. Champions Of The Ice (Rockversion)
8. Have A Drink On MeBonus Video Tracks:
9. Hope1. Hope (The Live Video)
10. Sandy Beach2. Hang Loose rocks America

Wer oder was ist schuld? Warum hat es nicht geklappt? Andere haben es doch auch geschafft.
Im Cover der CD steht "CD-Brenner, Napster, MP3 lassen grüssen". Das ist definitiv zu kurz gegriffen! Nein, liebe Freunde aus der Schweiz, daran ist die Band HANG LOOSE nicht gescheitert.

Ich bin vor etwa 3 Jahren über den Grabbeltisch im Plattenladen auf diese Band aufmerksam geworden. "Radical Scavenger" hieß die CD. Klasse Hardrock mit diesen Schweiz-typischen Insignien wie Boogie'n'Roll, feinem Gesang, paar netten Balladen und radiotauglichem Rock. War doch alles perfekt! Warum dann dieser eklatante Stilwechsel mit der 91er "Perfect World"? Das war ja immer noch nette Musik, aber eben hausfrauenkompatibel und letztendlich weder Fisch noch Fleisch.
Daran ist diese furchtbar begabte Band gescheitert!
Und möglicherweise auch ein bisschen am Standortnachteil (die Schweiz ist weit weg von Kalifornien) und der Ignoranz der Medien. Aber sicher nicht an den CD-Brennern.

Jetzt halte ich den Nachlass von HANG LOOSE in der Hand und bin traurig weil es nicht funktioniert hat. Denn auf "Rest off..." ist genau zu hören, dass diese Band viel mehr Möglichkeiten gehabt hätte. Nur entscheiden hätten sie sich müssen.
Auf der einen Seite wäre der harte Weg gewesen. Rock & Roll, harter Rock und das wäre eben der steinige, schwitzig-stinkende und wahrscheinlich erfolglose Weg gewesen.
Andererseits hätte es den Pfad der Popmusik gegeben. Leider ist der besetzt von widerlichen Gestalten und grausamen Businessentscheidungen. Und als echter Musiker tut man sich damit verdammt schwer. Erfolgschancen im Pop: Irgendwo unter 0,5%.
Ach ja, den Mittelweg gäbe es auch noch. Klar. Aber mach das mal dem Publikum klar. Kuschelrock, Radio-Pop und Vollgas-Rock'n'Roll vereinigen, das haben noch die allerwenigsten Bands geschafft. GOTTHARD vielleicht. Aber die hatten andere Startbedingungen und die haben lange in der Öffentlichkeit ihre verschiedenen Images darstellen können. Jeder anderen Band legt man diese Stilhüpferei als Unglaubwürdigkeit aus. Wer letztlich unglaubwürdiger ist, spielt keine Rolle.

Auf "Rest off..." haben wir 17 Songs plus 2 Videos und die CD zeigt eine Band, die ihren Weg zwischen Rock und Pop gesucht hat und daran verzweifelt ist. Mindestens zwei Hände potentieller Hits sind zu hören, Westcoast-Rock-Pop par Excellanze, ein paar knallige Rocker, ein beinahe untrügliches Händchen für Ohrwürmer. Kurz gesagt: Musik, die wir im Radio hören wollen, aber nicht zu hören kriegen.
Dazu gibt es ein phantastisches Cover von ABBAs S.O.S., das einmal mehr beweist, wie unglaublich prägend die Schweden für die Popmusik der letzten 30 Jahre waren.

Mindestens Sitting On The Docks hätte es zum Hit bringen müssen. Neben den wundervollen Stimmen der Mädels kriegt der Hörer nämlich die nahezu perfekte Goodtime-Sunshine-Acoustic-Strandmelodie geboten.
Rocker wie Come Alive sprechen eh für sich selbst.

Schade um diese Kapelle, vielleicht hört posthum jemand auf mich und holt sich diese und/oder die alten CDs.
Feine Band! Macht's gut Jungs und vielleicht sieht man Euch mal wieder in einer anderen Formation.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 26.10.2003

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