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Hank Shizzoe

Low Budget

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Low Budget
Low Budget, CrossCut Records, 1994 (aufgenommen 1990-1994)
Hank Shizzoe Vocals, Guitars, Bass, Drums, National Steel, Mandolin, Bottleneck Guitar, Organ, Percussion, Lap Steel
Gere Staeble Drums
Michel Poffet Double Bass
Christian Brantschen, David Bon Organ
Pete Scrowther Backing Vocals
Ueli Spoerri, Chuck Junkson Drums
Rene Bernhardsgruetter Double Bass
Erich Luginbuehl C.F. Martin HD28 Guitar
Louie Jerez Bass
Pop Brewster, Tom McRandom Guitar
Marcus Bodenmann Loop
Sim Toppel Fretless Bass
Smokehouse McToldyaso Floor Bass
Produziert von: Thomas Erb Länge: 53 Min 51 Sek Medium: CD
1. Knock Some More (2:47)9. Stagger Lee (4:20)
2. Oh So Near (4:10)10. Sinkin' Down (3:33)
3. Low Budget (2:54)11. Caught Asleep (2:20)
4. 32-20 Blues (4:13)12. Travel On (3:38)
5. Nobody Will (2:08)13. Hank Williams Must Be In Heaven Now (2:57)
6. Six Blade Knife (6:10)14. You're My Friend (3:54)
7. Peace Of Mind (3:10)15. Mona (3:30)
8. 8000 Miles To New Orleans (3:18) 

Wenn man den Namen Hank Shizzoe hört und sich das (sehr aufwendige) Digipack-Cover der Platte ansieht, ist die Richtung klar: Gartenzwerg mit Gitarre inmitten einer (Plastik-)Landschaft, typisch für den Wilden Westen mit einem Saguaro-Kaktus und einem Saloon, da muss der Typ her sein.
Später ist man schlauer. Hank Shizzoe heisst eigentlich Thomas Erb und stammt aus der Schweiz, ein Multiinstrumentalist, wie man ihn selten findet. Auf manchen Songs spielt er alle Instrumente selbst!

Die Platte ist zuerst einmal mit über 53 Minuten recht lang und geht gleich gut zur Sache, musikalisch steht Thomas/Hank nicht in den Alpen, sondern eher in den Rocky Mountains, wobei er einen Ausflug ins Mississippi Delta nicht scheut. Groovend locker und knochentrocken kommt der erste Song aus den Lautsprechern. Sofort fällt die Slidegitarre auf, die nicht nur typisch für dieses Album ist, sondern für Hank Shizzoe überhaupt.
Kunst kommt von Können, hier wird das sonnenklar.

Es gibt ein Blues-Traditional über den Teufel in welcher Gestalt auch immer (Stagger Lee) und drei Coverversionen (Robert Johnson, Dire Straits und J.J.Cale). Die Auswahl ist bestimmt nicht zufällig, in der Nähe dieser Interpreten ist die Musik angesiedelt, geht aber viel weiter und entgeht so dem Epigonentum.
Das Backcover zwinkert einem zu: "File under Rock, Folk, Blues, Pop, Bluegrass and Country", wohl wahr, diese Mischung amerikanischer Volksmusik, wozu alle diese genannten Stile gehören, wird unglaublich relaxt und ausgeschlafen gespielt, nein, zelebriert ist hier das bessere Wort.
Shizzoe's selbstgeschriebe Songs stehen auf höchstem Niveau, tolle Melodien, die einem nicht mehr aus dem Kopf gehen.

Bemerkenswert auch, dass sein Englisch total akzentfrei ist, keine Selbstverständlichkeit bei Interpreten, deren Muttersprache nun mal nicht Englisch ist! Shizzoe, ein absoluter Meister an den verschiedenen Gitarren, vergeht sich zu keiner Zeit in dröges "Schau-Spielen", sondern im Gegenteil, er beherrscht das Handwerk des Songwriting so überzeugend, dass seine Virtuosität voll und ganz in den Songs aufgeht. Zitat aus Songwriter's Monthly, USA: "Dieser Typ könnte uns ein paar Sachen über unsere eigene Musik lehren. Verwurzelte, authentische Musik die klingt, als sei sie eher in Austin ausgebrütet als in der Schweiz". Der All Music Guide beschreibt den Stil Shizzoe's als Progressive Bluegrass, dazu kann man nur sagen: "Zu kurz gesprungen, Freunde!"

Dies ist schlicht ein zeitloses Meisterwerk, eine Platte für den Rest des Lebens zumindest für diejenigen Musikfans, die auf "Americana", also diesem unverwechselbaren Mix aus Stilen und Einflüssen stehen, die der Ausdruck anzudeuten versucht. Man kann zu Friedrich Nietsche stehen wie man will, sein Satz "Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum" würde sicher jeder Musikfreund unterschreiben und in Abwandlung davon sage ich: "Ohne Hank Shizzoe wäre die beste Plattensammlung ein Irrtum".

Manni Hüther, (Impressum, Artikelliste), 08.04.2001

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