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| Live In Berlin, Universal Music, 2005 |
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Länge: ca. 60 Min |
Medium: DVD |
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| 1. Living In America | 7. Get Up Offa That Thing |
| 2. Gonna Have A Funky Good Time | 8. I Got The Feeling |
| 3. Try Me | 9. Papa's Got A Brand New Bag |
| 4. Get On The Good Foot | 10. I Got You (I Feel Good) |
| 5. Prisoner Of Love | 11. It's A Man's Man's Man's World |
| 6. There's No Business Like Show Business | 12. (Get Up I Feel Like Being A) Sex Machine, Pt. One |
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Manchmal muß Geschichte neu bewertet und geschrieben werden. In diesem Fall müssen wir leider am Thron unseres selbsternannten Einheitskanzlers Helmut Kohl rütteln. Nicht er ist an der Auflösung der DDR schuld gewesen, auch nicht Gorbatschow oder der Papst, einzig und allein der Godfather of Soul hat den eisernen Vorhang zerschnitten. Es schrie in diesen Jahren auch niemand "Wir sind das Volk", vielmehr hieß die Parole "Papa's got a brand new bag". Mit modernsten technischen Mitteln wurden damals Millionen Menschen vom westlichen Propagandafernsehen getäuscht.
Nun können wir der Wahrheit endlich ins Auge blicken: 1988 schickte die amerikanische Regierung und die CIA als letzte Waffe gegen den Sozialismus JAMES BROWN in den Kampf! Der damals sechzigjährige Sänger aus South Carolina war eine gedungene Kraft der westlichen Agitatoren und betrat mit Hilfe von Schleuserbanden aus dem kapitalistischen Ausland eine notdürftig mit Friedenstauben getarnte Bühne in Ostberlin. Letzter Beweis für den nicht friedlichen Okkupationsversuch ist der provokante Einstiegssong Living In America. Nicht besonders subtil, aber auf jeden Fall wirkungsvoll, vor einer riesigen Menge Menschen, die heiß auf Bananen war.
Ende Geschichtsunterricht.
1988 war James Brown längst eine reine Zirkusattraktion geworden. Sein erst zwei Jahre zurückliegender Comeback-Hit Living In America unterbrach eine lange Zeit zwischen Knast, Las Vegas und Vergessenheit und leitete eine späte Renaissance als Sample-Lieferant für die Rap-Produzenten der beginnenden Neunziger ein.
Wie die Veranstalter der damals noch existierenden DDR ausgerechnet auf ihn als Volksbespaßer kamen, entzieht sich meiner Kenntnis, auf jeden Fall dürfte es manchem grauen Mann der Staatssicherheit angesichts der geballten Soul-Power mit all ihren anzüglichen Anspielungen abwechselnd eiskalt und siedend heiß geworden sein.
Dieses Konzert lag bereits als VHS-Video vor, konnte in der Bildqualität - es wurde damals vom Staatsfernsehen aufgezeichnet - für die DVD-Neufassung nicht mehr entscheidend verbessert werden, dafür aber mit sehr ordentlichem Dolby- und DTS 5.1-Sound versehen und um eine Single-Diskographie plus Jukebox erweitert. Beide Features sind nicht besonders eindrucksvoll gestaltet, lohnen einen Neukauf also kaum.
Vermutlich handelt es sich bei den 12 Songs bzw. 60 Minuten um den gesamten Auftritt, dementsprechend wurden dem Publikum auch nur Hits aus der glorreichen Vergangenheit geboten. Unklar ist, ob James Brown damals (aus Altersgründen) bereits generell mit gebremsten Schaum agierte oder ob ihn der ungewohnte Rahmen so beeindruckte, dass seine berühmten Tanz- und Animationseinlagen verhältnismäßig zurückhaltend ausfielen. Dennoch war er für das Publikum - ob die nun freiwillig oder aus beruflichen Gründen anwesend waren - natürlich eine schiere Naturgewalt, verglichen mit den sattsam bekannten linientreuen "Rockern" aus den volkseigenen Betrieben. Alleine die unfaßbare orangefarbene Brille ab I Got The Feeling muß den beobachtenden Funktionären den Angstschweiß auf die Stirn getrieben haben.
Stimmlich war Brown gut beieinander, seine Ansagen und die Vorstellung der grandios groovenden Band waren allerdings kaum verständlich. Die Kraft der dritten Zähne reichte nur für ein geshoutetes It's A Man's Man's Man's World, das viel zu kurz geratene Papa's Got A Brand New Bag und das bejubelte, dennoch leicht lustlose Sex Machine. Die eigentlichen Glanzpunkte des Konzerts setzt letztendlich die Band mit ihren furiosen Solo- und Rhythm & Soul-Ausritten.
"Live in Berlin" ist sicher nicht existentiell wichtig für längst alles besitzende Fans. Als interessantes Stückchen Historie allerdings durchaus empfehlenswert. Darüber hinaus bekommt man auf ein Stündchen komprimiert einige der wichtigsten Songs von Mister Dynamite.
Region: 2,3,4,5,6
Bild: 4:3
Audio: 2.0 Dolby Stereo, 5.1 Dolby Surround, 5.1 DTS Surround
Sprache: Englisch
Laufzeit: ca. 60 Min
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