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| The Usual Suspects, Frontiers Records, 2005 |
| Joe Lynn Turner |
Vocals |
| Karl Cochran |
Guitars |
| Al Pitrelli |
Guitars |
| David Z |
Bass |
| John O'Reilly |
Drums |
| Paul Morris |
Keyboards |
| Andy Burton |
Keyboards |
| Nancy Bender |
Choirs |
| Produziert von: Bob Held & Joe Lynn Turner |
Länge: 48 Min 32 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Power Of Love | 7. Blood Money |
| 2. Devil's Door | 8. All Alone |
| 3. Jack Knife | 9. Ball And Chain |
| 4. Really Loved | 10. Live And Love Again |
| 5. Rest Of My Life | 11. Unfinished Business |
| 6. Into The Fire | |
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"Der ist ja gleich noch schlimmer als der Bonnett, und, oh mei, so gut wie der Dio wird der nie."
Das war die Meinung des Rezensenten im Jahr 1981. Da wurde Joe Lynn Turner Nachfolger von Dio-Nachfolger Graham Bonnett bei RAINBOW, und die drei mit JLT veröffentlichten Platten waren nun wirklich ganz großer Mist für einen headbangenden Jungrocker. "Difficult To Cure" disqualifizierte sich mit dem Russ Ballard-Chart-Heuler I Surrender, konnte aber wenigstens noch in Ansätzen an die Blackmore-Tradition früherer Jahre anschließen, "Straight Between The Eyes" und "Bent Out Of Shape" waren allerdings übelster 80ies-Mainstream-Schrott.
Ein fataler Denkfehler hatte uns damals beschlichen. Schuld an der Misere bei RAINBOW waren mitnichten die Sänger, das Desaster ging einzig auf die Kappe von Ritchie Blackmore, dem einfach nichts mehr einfiel, außer dem kommerziellen Erfolg hinterher zu hecheln. Den hatte er auch und ging anschließend zurück zu DEEP PURPLE um dort für Unfrieden zu sorgen. Als er 1990 Ian Gillan einmal mehr vertrieben hatte, holte er sich wieder Joe Lynn Turner ins sinkende Boot - prompt wurde "Slaves And Masters" ein schwaches Album - und wieder trug der ausführende Sänger keine Schuld.
Zwischen mehr oder weniger mißachteten Soloalben (die allerdings auch tatsächlich schwankender Qualität waren), tauchte Turner u.a. bei Malmsteen, Nikolo Kotzev und BRAZEN ABBOT auf, sang mit Glenn Hughes zwei hervorragende CDs als HUGHES TURNER PROJECT ein und trällerte diverse Tribute-Quälereien. Und jetzt bewirft er uns mit seinem insgesamt zehnten Soloplättchen.
Wenn einer mit diesem Namen und der damit einher gehenden Musik seine CD "The Usual Suspects" nennt, muß er einen gewissen Sinn für Humor haben. Und in der Tat, überraschend ist an diesem Werk nichts. Die momentan einzige in Frage kommende Plattenfirma, Frontiers aus Italien, Al Pitrelli an der Gitarre, zwei ehemalige Mitstreiter aus der RAINBOW-Endphase und Songtitel wie Unfinished Business, Power Of Love oder Ball And Chain schreien geradezu nach der Titulierung "Klischee".
Turner hat seine Pflicht absolut erfüllt und liefert ein klassisches 2/3 Album ab. Das dritte Drittel besteht erwartungsgemäß aus belanglos-vorgestrigen Midtempo- und Balladenschmachtfetzen, aber der Rest ist richtig guter, selbstverständlich vorgestriger Hardrock. Wenn die Band abgeht und Turner kreischt, macht "The Usual Suspects" ohne jeden Zweifel Spaß.
Dass er bei Devil's Door ganz unverblümt in die RAINBOW Kiste greift, sei ihm natürlich verziehen. Dass er bei Jack Knife in die gleiche Kerbe haut... schon gut, Blackmore hat wohl kein Ausschließlichkeitsrecht auf speedige Hardrocksongs. Die Nummer ist eine Granate. Genau wie Unfinished Business, das sogar ein richtiges Honky-Tonk Piano eingebaut hat.
Die Produktion ist okay, auf moderne Computertechnik konnte man gleichwohl nicht verzichten und das hört man in einigen Momenten auch. Turner kann nach wie vor tadellos singen, muß keine peinsamen Kopfstände vollführen und das Songwriting geht, bis auf das erwähnte böse Drittel, ebenfalls in Ordnung.
Eine kleine Überraschung gibt es beim leicht funkigen Ball And Chain, Ähnlichkeiten zu Glenn Hughes lassen sich nicht leugnen.
Gute Platte, guter Sänger und ein nachträgliches Sorry für die Vorbehalte von damals. Wir wußten es nicht besser.
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