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| Festival, AFM Records, 2010 |
| Jon Oliva |
Lead Vocals |
| Matt LaPorte |
Guitar |
| Christopher Kinder |
Drums |
| Tom McDyne |
Guitar |
| Kevin Rothney |
Bass |
| John Zahner |
Keyboards |
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Länge: 55 Min 09 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Lies | 6. Looking For Nothing |
| 2. Death Rides A Black Horse | 7. The Evil Within |
| 3. Festival | 8. Winter Haven |
| 4. Afterglow | 9. I Fear You |
| 5. Living On The Edge | 10. Now |
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Verursacht Jon Oliva's Pain's vierte CD Schmerzen, so etwa wie Heroinentzug Schmerzen verursacht; und warum stellt sich überhaupt diese Frage?
Nach Chapter One: "Tage Mahal" (2004), Chapter Two: "Maniacal Renderings" (2006), "Global Warning" (2008) stellt "Festival" den neuesten Geniestreich der Band um den Mann aus Tampa dar, der ja bisher im HoR schon immer sehr wohlwollend aufgenommen wurde.
In Vorbereitung dieser Review habe ich mir noch einmal das Vergnügen gegönnt, die vorigen CDs anzuhören, und mich an ihnen, wie zumeist ehedem, zu erfreuen. Klingt "Tage Mahal" gitarrentechnisch etwas dünn produziert und fast schon nach Pop, gibt es doch hier alles, was das Herz des SAVATAGE-Fans begehrt: Jons charakteristische Stimme, Guitarsoli en masse, Riffgebirge fast zu massiv zum Erklimmen, und Refrain um Refrain und Chorus umd Chorus - entliehen aus klassischen italienischen Opern etwa - zum Mitsingen und -summen; und natürlich die 'klassischen' Keyboardeinlagen. Alles in allem aber dennoch eine etwas weiche Angelegenheit - Heavy Rock für den BEATLES- und Opernfan?
Das Meisterwerk folgte mit den manischen Renderings - ein flexibelster, sahnemäßig produzierter, voll ausgereifter Songzyklus, und jetzt zünden auch die Gitarren richtig; das Songwriting erklimmt eine noch höhere Stufe als zuvor und muss den Vergleich mit Garnichts scheuen; der Heavy-Fan mag einwenden, dass das hier zeitweilig etwas hardrockig klingt, und vielleicht zu klassisch-melodisch - z. B. in The Evil Beside You. Na, Push It To The Limit stellt doch wohl klar, was Sache ist. Und natürlich schielt Jon immer ein bisschen in Richtung QUEEN.
Nummer drei ist ein Schritt zurück (?) in die falsche (?) Richtung - 70er Orgel-Rock à la URIAH HEEP mit noch mehr Elementen aus der klassischen romantischen Musik und dem Pop, und - abgesehen von den wahnsinnigen Slidegitarren-Einlagen - Beethoven, ick hör' dir trapsen (und ich liebe das - Just Look At The World). Und etwa diese Mischung von Brutalorhythmus und Chören in You Will Never Know - einfach gut.
Nun also "Festival" - ein Schritt mehr in Richtung QUEEN und PINK FLOYD, aber leider keine so ausgereiften Fett-Riffs wie auf "... Renderings". Ja, doch, die Riffs sind da, aber irgendwie aus der 'Da hatte ich doch auch noch eins' Schublade; nicht schlecht, aber auch nicht so ganz richtig gut.
Bemüht Lies sich noch, in guter alter Manier, eine Riffschicht auf die andere zu häufen (nach einem eine Gitarrenspur auf die andere häufenden Intro) wird dabei gleich zu Anfang deutlich: das zündet nicht so ganz richtig; die Riffs weisen Second-Hand Gebrauchsspuren auf, meine ich. Doch, der Track zündet schon im Refrain, aber ich glaube, man wollte unbedingt von zuviel 'Kunscht' weg; und auch die Gitarren singen unisono wie schon mal gehört. Death Rides ist ein Parforceritt in Sachen Brian-May-Soli, und der Refrain ist auch ok; aber konnte das QUEEN nicht königlicher? Apropos QUEEN: den Titeltrack zitiert dann das Jahrmarktintro von Brighton Rock, und er bringt auch im weiteren Verlauf Samples von Jahrmarkgeräuschen - passend zum Titel.
Nach dem eher düster-finsteren Afterglow, das mit nettem akustischen Mittelteil inklusive Geigen einen ersten Höhepunkt der CD liefert (einschließlich jazzigem Gitarren- und Keyboardsolo), aber etwas überproduziert ist; dem nichtssagenden aber gut rockenden Living On The Edge folgen mit der PINK FLOYD'schen Ballade Looking For Nothing und dem an Meddle erinnernden The Evil Within zwei wirkliche Highlights - aber das hier ist PAIN, und nicht Pink!
Die restlichen Tracks sind ok, und nach normalen Maßstäben sogar sehr gut - aber nach PAIN-Maßstäben eben eher 'nett'. Give the people what we think they want.
Vier bis fünf Tracks, die wirklich aus dem Rahmen fallen und interessantes bieten, der Rest eben was man so erwartet - hmm. Not quite - would the real Pain please stand up?
PAIN bereitet mir mit diesem Album wirklich einigen Schmerz - aber zum Doktor muss ich noch nicht.
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