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Kevin DuBrow

In For The Kill

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In For The Kill
In For The Kill, Mascot Records, 2004
Kevin DuBrow Lead & Background Vocals
Kevin Curry Guitar
Gunter Nezhoda Bass
Jeff Martin Drums
Michael Lardie Keyboards, Guitar (20th Century Boy), Harmonica, Background Vocals
Chris Logan & Pete Marrino Background Vocals
Produziert von: Michael Lardie & Kevin DuBrow Länge: 48 Min 39 Sek Medium: CD
1. Burn On The Flame7. Gonna Have A Good Time
2. Good Rocking Tonight8. Modern Times Rock And Roll
3. Black Sheep Of The Family9. Drivin' Sister
4. Speed King10. Razamanaz
5. Stay With Me11. 20th Century Boy
6. Red Light Mama, Red Hot12. Rolling With My Baby

Plärrend geboren und nix dazugelernt. So schaut das aus beim Mr. DuBrow, der inzwischen 49 Jährchen zählt, die letzten knappen zwei Jahrzehnte davon im musikalischen (N)Irgendwo herumirrte, seine größten und einzigen Erfolge (angeblich über 10 Millionen verkaufte Alben in den Staaten) mit den Unsinnigkeits-Glam-Rock'n'Metallern QUIET RIOT feierte, sich zwischendurch dermaßen gnadenlos lächerlich machte (ich erinnere an das Kettenhemd und die schwachsinnige Perücke bei einer Tour irgendwann Anfang der 90er... weia), dass ich erwog meine beiden Q.R. LPs bei Ebay zu verscherbeln und den man eigentlich längst als hart arbeitenden Taxifahrer oder Barmann irgendwo in Los Angeles (natürlich ganz nah am Sunset Strip) vermutete. Oder als Koks-Leiche gänzlich auf der Müllhalde. Aber nein, er machte immer mal wieder ein Scheibchen mit seiner Kapelle, wurde dafür aber konsequent ignoriert und jetzt schlägt plötzlich sein erstes Soloalbum hier auf.

Rekapitulieren wir kurz. Was waren die Einflüsse von QUIET RIOT? Da wären zu nennen SLADE, dann SLADE und außerdem SLADE. Dazu etwas VAN HALEN, T.REX und alle übrigen üblichen Verdächtigen der guten alten Zeiten. Und außerdem hatten Q.R. in ihren Frühzeiten einen gewissen Randy Rhoads als Gitarrenwunderkind im Line-Up. Der ging dann bekanntlich zu Ozzy, stürzte bald darauf mit dem Flieger ab und wurde zur Legende (und bis heute blieb mir die Einzigartigkeit seines Spiels leider verborgen).
DuBrow hat in seiner gesamten Karriere keinen einzigen wirklich außergewöhnlichen Song geschrieben. Das macht natürlich nichts, denn es gibt zig Millionen Menschen, die überhaupt keine Songs schreiben. Die verdienen sich ihren Lebensunterhalt allerdings in der Regel auch nicht als Unterhaltungskünstler. Ein besonders begabter Sänger war er auch nie, einzig seine im Grunde angenehme Kreischestimme und die dazu passende Augen-zu-und-durch Musik ließ ihn eine Weile die größeren Bühnen dieser Welt betreten.

Für einen echten Metalhead stilecht, heißt seine Platte "In For The Kill", doch killen tut sie glücklicherweise niemanden und der heutige Metalhead dürfte sich angesichts dieser Retro-Orgie mit Grausen abwenden.
Damit niemand über ihn lachen kann, hat DuBrow diesmal auch keine eigenen Songs geklaut, äh, geschrieben, sondern sich direkt der Originale bemächtigt. Und das ist gut so. Denn "In For The Kill" ist eine wirklich klasse Partyscheibe geworden! Vorausgesetzt man ist ein leicht ältlicher Rock & Roller mit Hang zu Boogie, Booze und Bums-Rock.
An den echten Größen des geschrieenen Hardrocks kann sich DuBrow natürlich nicht messen. Bitte, wer hat schon eine so wunderbar verschleppte Kehlkopfdiphtherie wie Dan McCafferty oder die nie ausgeheilten hysterischen Brüllanfälle eines Noddy Holder? Und gar nicht wollen wir von Steve Marriott sprechen, der bis in alle Ewigkeit der beste Schreihals aller Zeiten sein wird. Zu seinem unfassbaren Organ hatte der Mann nämlich auch noch Soul und Groove im kleinen Körper. Insofern ist die hier vorliegende Version von Red Light Mama, Red Hot selbstverständlich blutleer. Doch würde man das Original nicht kennen... das Gitarrengemetzel hier braust schon mächtig daher...
Gleiches gilt in abgeschwächter Weise für Razamanaz. Für solche Klassiker ist DuBrow's Stimme einfach zu wenig, denn man bringt sie aufgrund der ähnlichen Modulation automatisch mit den Originalen in Verbindung.
Bei allen anderen Knallern dieser CD besteht weniger Gefahr, man vergleicht DuBrow niemals mit Ronnie James Dio oder Sammy Hagar oder Ian Gillan (deswegen darf er Speed King auch ungestraft covern) und SWEETs Brian Connolly war selbst nie ein guter Sänger. Verblüffend allerdings, dass Stay With Me trotz 100%-Plagiat so gut funktioniert. Die Nummer ist einfach so genial, dass sie jeder Hahn auf dem Mist krähen könnte und die Chicken würden im Kopfstand applaudieren.

Weil nur ein Sänger noch keine CD ausmacht, gibt es noch ein paar Mi(e)tmusiker. Der populärste ist natürlich Michael Lardie (GREAT WHITE), der auch mitproduziert hat ("Executive Producer" ist übrigens Mike Varney...). Die anderen Mucker sind von ca. 2.785 ähnlichen Bands und Platten aus Varney's Stall mehr oder weniger bekannt.
Es ist unbedingt erwähnenswert, dass "In For The Kill" auf Griffbrettwichserein völlig verzichtet, dafür Lardie immer wieder mal ein feines Boogie-Piano hämmert, dass die Gitarren viel mehr Rock & Roll als Metal spielen, teils sogar in der geslideten Fassung, und dass Kevin in seinen besten Momenten ein amüsanter Shouter ist. Im ollen MOTT THE HOOPLE-Hit Drivin' Sister wechselt die Band sogar die Gangart und das kommt richtig gut.

Auf den 20th Century Boy hätte man natürlich verzichten können, der hängt einem mittlerweile zum Hals heraus, dafür gibt es ein paar echte Perlchen, z.B. Rolling With My Baby von Semi-Berühmtheit Michael Des Barres (DETECTIVE) oder Black Sheep Of The Family (bekannteste Version natürlich von RAINBOW, doch, oh Wunder, hier klingt unser Sangesbruder zwischendurch nach Meat Loaf!). Solche Dampfhammer-Simpel-Granaten hört man immer wieder gern und die knallen allesamt wirklich unterhaltsam aus den Boxen.

Diese CD ist definitiv Good Rocking Tonight! Auch wenn man das Ding ebenfalls bereits in etwa 150 anderen Fassungen kennt. Ich wünsche Kevin DuBrow jedenfalls ein paar Dollar und vielleicht kommt er uns ja irgendwann noch mit eigenen Songs dieses Kalibers. Lang genug Zeit zum üben hatte er ja.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 24.05.2004

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