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| Live, Stormy Monday Records, 1999 |
| Georg Bayer |
Vocals |
| Volker Dörfler |
Guitars, Vocals |
| Christof Berner |
Guitars |
| Andy Kemmer |
Bass, Vocals |
| Klaus Brosowski |
Keyboards, Vocals |
| Helmut Kipp |
Drums |
| Produziert von: Lizard |
Länge: 61 Min 47 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Riding on a train | 2. Running with the horses |
| 3. Dreams | 4. Ordinary southern man |
| 5. Josephine | 6. End of the line |
| 7. Gimme back my bullets | 8. Woman |
| 9. No time | 10. When summer comes around |
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Was lange währt ... Mehr als sechs Monate lagen zwischen den Aufnahmeterminen und dem Zeitpunkt, an dem
LIZARDs erstes Live-Album endlich den Weg in den heimischen CD-Player fand. Die üblichen Businessdinge waren
es, die einerseits für die Verzögerung sorgten, aber auch die Sichtung des verfügbaren Materials nahm
die Band lange Zeit in Anspruch. Zwischenzeitlich war sogar eine Doppel-CD im Gespräch, so überzeugt
waren Georg Bayer und seine Mitstreiter vom Ergebnis der beiden Auftritte im Adler in Ebersbach. Schließlich
siegte die Vernunft über den Enthusiasmus, denn bei allem Respekt, der potentielle Käufer, vor allem der
unentschlossene, ringt sich eher dazu durch eine einzelne CD zu kaufen, als fünfzig Mark oder mehr in ein
Doppelalbum zu investiern.
Schmerzhaft war er, der Entscheidungsfindungsprozess, bei dem ein Song nach dem anderen gekippt wurde. So
fielen die Coverversionen von Back where it all begins, Lonesome guitar und Seven turns durchs Raster und mit ihnen
viele andere Nummern die man sich eigentlich auf dem Album gewünscht hätte. Doch kein Grund zur
Trauer: Die Aufnahmen sind ja nicht verloren und "Live II" ist nur eine von mehreren denkbaren Alternativen wie das
Material den Fans doch noch zugänglich gemacht werden kann.
Ziel dieses Albums war es, dem Hörer aufzuzeigen, wo die Band zum gegenwärtigen Zeitpunkt steht. Dies
macht insofern Sinn, dass LIZARD in ihrer Vergangenheit doch sehr unterschiedliche Phasen durchlaufen haben, sich nun
aber endlich dem Punkt annähern, den man schon immer erreichen wollte. Vorbei sind die Zeiten, als DOC
HOLLIDAY und LYNYRD SKYNYRD die Hauptinspirationsquellen darstellten, auch das blues-rockige
BORDERLINE-Intermezzo ist Geschichte. Geblieben sind die Songs, die aber einem starken Wandel unterworfen wurden
und sich heute alle nahtlos in das aktuelle Bandkonzept einfügen, das LIZARD in enger Verwandschaft zu DICKEY
BETTS und der ALLMAN BROTHERS BAND sieht. Danach gestrebt hat Sänger Georg Bayer zwar schon von
Anbeginn, doch erst jetzt hat er die dazu geeigneten Musiker gefunden, wie auf vorliegendem Album eindrucksvoll
deutlich wird.
Die bisherigen Veröffentlichungen - die mittlerweile vergriffene 'Riding on a train'-MCD bewusst ausgenommen
- krankten alle an der übergroßen Diskrepanz zwischen Live- und Studiosound der Band, da aber LIZARD in
erster Linie eine Live-Band sind, waren diese Alben zwar ganz nett, aber nicht repräsentativ. Auch dieses Manko
ist mit dem vorliegenden Live-Album logischerweise abgestellt. Alleine deshalb ist so gut wie jeder Song besser als in der
Studioversion. Dazu kommt, dass ein LIZARD-Song, vor allem die Kompositionen aus der BORDERLINE-Phase, kein
statisches Werk ist, sondern sich im Laufe der Zeit weiter entwickelt und wächst.
Man betrachte nur Woman, das mit seinen ausufernden Solopassagen zu einem inzwischen 14minütigen
Songmonster mutiert ist. Bei diesem Song wäre vielleicht etwas weniger mehr gewesen, aber ansonsten gewinnt
das Material durch die Hinzunahme zusätzlicher Instrumentalpassagen (vor allem Gitarren, Gitarren und nochmals
Gitarren) an Klasse.
No time, ein Klassiker aus den Anfangstagen der Band, erhielt durch traumhaft schöne Gitarrenpassagen ein
mehr als ansprechendes Facelifting.
Die drei Coverversionen werden zwar mit einer gewissen Ehrfurcht vor den Orginalen zelebriert, aber dennoch so
interpretiert, dass nie ein Zweifel besteht, dass hier LIZARD und nur LIZARD am Werk sind.
Bei Dreams scheint es die
Band etwas eilig gehabt zu haben, aber das leicht erhöhte Tempo gegenüber der bekannten MOLLY
HATCHET-Variante des Klassikers der ALLMAN BROTHERS BAND hat nur den Effekt, dass dieser Titel nie zuvor besser
interpretiert wurde.
Etwas seltsam wirkt das neue When summer comes around. Diese Nummer fällt aus dem Rahmen und klingt
für mich, als ob NEIL YOUNG PINK FLOYD zu 'The final cut'-Zeiten covert.
Dennoch, LIZARD haben mit "Live" ihr bislang bestes Album abgeliefert, lediglich die Ausblendungen zwischen einigen
Titeln beeinträchtigen etwas den Hörgenuss. Dennoch möchte ich diese CD allen Southern Rock Fans
und Anhängern erdiger, gitarrendominierter Rockmusik wärmstens empfehlen.
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