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| Live At Rockpalast, Eagle Vision, 2008 |
| Loreley Festival 1996: |
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| Johnny Van Zant |
Vocals |
| Gary Rossington |
Guitar |
| Rickey Medlocke |
Guitar, Backing Vocals |
| Hughie Thomasson |
Guitar |
| Billy Powell |
Keyboards |
| Leon Wilkeson |
Bass, Backing Vocals |
| Owen Hale |
Drums |
| Dale Krantz-Rossington & Carol Chase |
Backing Vocals |
| Hamburg 1974: |
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| Ronnie Van Zant |
Vocals |
| Gary Rossington |
Guitar |
| Ed King |
Guitar |
| Allen Collins |
Guitar |
| Billy Powell |
Keyboards |
| Leon Wilkeson |
Bass, Vocals |
| Bob Burns |
Drums |
| Produziert von: Westdeutscher Rundfunk |
Länge: ca. 119 Min |
Medium: DVD |
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| 1. Workin' For MCA | 10. Simple Man |
| 2. I Ain't The One | 11. Gimme Three Steps |
| 3. Down South Jukin' | 12. Call Me The Breeze |
| 4. Double Trouble | 13. Sweet Home Alabama |
| 5. I Know A Little | 14. Free Bird |
| 6. Saturday Night Special | Bonus Tracks: Hamburg 1974 |
| 7. Swamp Music | 1. Workin' For MCA |
| 8. What's Your Name | 2. Free Bird |
| 9. That Smell | 3. Sweet Home Alabama |
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Es war sicher nicht die beste Tournee der in jeder Beziehung bemerkenswertesten Southern-Rock-Band aller Zeiten, aber 1996 war ein weiterer Beginn einer neuen Ära für LYNYRD SKYNYRD. Rick Medlocke und Hughie Thomasson waren neu hinzugekommen, und gaben der mit Ed King live zuletzt doch recht betulichen Band eine Menge frisches Feuer. Das wichtigste Konzert dieser 96er Europatour, der Auftritt beim Rockpalast-Festival auf der Loreley vom 23.6.96, liegt nun auf DVD vor.
Abgesehen davon, dass das Konzert aufgrund mehrfacher Ausstrahlung im TV hinlänglich bekannt ist, und wohl auch ausreichend oft mitgeschnitten und kopiert wurde, sind solche Veröffentlichungen für den Sammler natürlich Pflicht, und es ist zweifellos auch Pflicht eines jeden Fans, sich die unglaubliche Karriere dieser Band immer und immer wieder in jeder Phase der Historie neu zu vergegenwärtigen.
LYNYRD SKYNYRD waren nie eine "gesunde" und intellektuelle Band, 1996 war es mal wieder Gary Rossington, der an einem persönlichen Tiefpunkt angekommen war. Stunden vor dem Auftritt gab er in bemitleidenswertem Zustand ein Interview für den Rockpalast, murmelte unverständliche Halbsätze und lies schlimmstes für den späteren Gig ahnen. Das Interview ist auf der DVD nicht enthalten - es ist besser so. Abends auf der Bühne stand ein anderer Rossington. Zwar eindeutig nicht in Bestform, aber vom "Doc" wohl im wahrsten Sinne des Wortes fitgespritzt. Das völlig unmotivierte Schlusssolo in Call Me The Breeze hätte er sich allerdings klemmen können, dann lieber Thomassons Hommage an eigene OUTLAWS-Zeiten. Die Show in diesem Jahr (und auch den folgenden) machten Medlocke, Thomasson, Leon Wilkeson mit seinen Hüten und Johnny Van Zant, der auf der Bühne immer so gern den ganz bösen Buben mit gelegentlichen sentimentalen Anwandlungen gibt, in Wirklichkeit aber über die Jahre vom schlimmen Säufer zum recht biederen Familienmenschen geworden ist. In den Neunzigern hatte er noch den einen oder anderen Ausraster, in Europa gab es aber nie unschöne Vorfälle. Die Vorfreude auf das Festival (MOLLY HATCHET waren u. a. auch dabei), auf die Urväter aller Gitarrenarmeen und auf die schönste Open-Air-Konzertlocation Deutschlands war dementsprechend riesig.
Alle die seinerzeit dabei waren wissen, dass der Sound vor Ort besser war als der vom WDR ins Wohnzimmer übertragene. Das hat sich auch auf Konserve nicht geändert, gleichwohl ist der Surround-Klang bei drei Gitarren natürlich ein echtes Saturday Night Special. Auch das Bild ist logischerweise analog der TV-Aufzeichnung, was bei den Könnern vom Rockpalast immer für Qualität bürgt.
SKYNYRD boten an diesem Abend die krasseste aller denkbaren Auf-Nummer-Sicher Setlisten, was nur bedingt an der begrenzten Spielzeit lag, viel mehr an der unausrottbaren Überzeugung der Herren, dass das Publikum die neueren Songs nicht hören will. Wie oft muss man es noch sagen: This is not America! Trotzdem macht die Show mit all ihren Fehlern und Lässlichkeiten Spaß, denn Thomasson und vor allem Medlocke gaben begeisternd Gas. Was gibt es optisch genialeres als drei Gitarristen plus Bassist im Gleichschritt Richtung Bühnenrand, da kann der folgende Wiedereinstieg in den Song ruhig mal etwas schräg klingen (Call Me The Breeze).
Sogar die ganz abgegriffenen Nummern kamen und kommen in dieser rauen, manchmal fast "garagigen" Art und Weise gut, vor allem wenn Thomasson Sweet Home Alabama ein tolles und Medlocke Free Bird ein brachial manisches Solo spendiert.
Ansonsten ist zu den Songs nicht viel zu sagen, man kennt sie und man liebt sie alle, auch wenn Thomasson den Einstieg in Workin' For MCA prächtig versemmelt und Rossington ab und an etwas orientierungslos wirkt. Dafür wird immer wieder die Wichtigkeit von Billy Powell deutlich und Wilkeson fehlt uns angesichts dieser Bilder umso mehr.
Als Bonus gibt es die drei einzigen erhaltenen Songs eines Konzerts in der Hamburger Markthalle Anfang Dezember 1974 (Sammler kennen sie selbstverständlich). SKYNYRD waren Vorgruppe von QUEEN und vom Durchbruch in Europa noch einige Schritte entfernt. Es ist natürlich historisches Material, weder Bild (vier 16mm Kameras) noch Ton genügen modernen Ansprüchen, aber es zeigt eindrucksvoll, warum die Band zur Legende wurde. Der wirklich böse Bube Ronnie Van Zant mit seinem Schuljungengesicht, der als auf der kleinen Bühne festgeschraubter Giftzwerg mehr Charisma versprüht als Heerscharen von heutigen Langstreckenläufern, der schrecklich melancholisch dreinblickende Allen Collins, der Free Bird ein brachial manisches Solo spendiert, der schon als junger Kerl dickliche Ed King mit seinen brillanten Läufen und der noch nicht bewegungsgestörte Gary Rossington waren mitsamt Leon, Billy und Bob Burns am Schlagzeug ein Naturereignis von bis dahin nicht gekannter Südstaatenintensität. Vor allem Allen Collins und Ronnie Van Zant treiben einem in sentimentalen Momenten Tränen in die Augen, dazu muss Bruder Johnny heutzutage gar nicht andauernd seinen nervenden Totenkult betreiben.
Im dünnen Booklet gibt es ein paar Anmerkungen vom ehemaligen Rockpalast-Chef Peter Rüchel, der prompt Van Zant konsequent als van Zandt schreibt. Sei verziehen, wir wissen ja, wo Rüchels Herz wirklich hängt.
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