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| Dirt, ZYX Music (Vanguard Records), 2002 |
| Mark Selby |
Vocals, Electric + Acoustic + Slide Guitars |
| Chad Cromwell |
Drums, Percussion |
| Tony Nagy |
Bass |
| Alison Prestwood |
Bass |
| Reese Wynan |
B-3 Organ |
| Tim Lauer |
Piano, other Keyboards |
| Produziert von: Brent Maher & Mark Selby |
Länge: 50 Min 23 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Reason Enough [Mark Selby & Tia Sillers] (4:33) | 7. Easier to lie [Mark Selby & Kieran Kane] (4:32) |
| 2. Back Door to my Heart [Mark Selby & Tia Sillers] (4:01) | 8. Unforgiven [Mark Selby & Tia Sillers] (4:22) |
| 3. Willin' to burn [Mark Selby & Tia Sillers] (4:32) | 9. Deep Pockets [Mark Selby & Tia Sillers] (5:46) |
| 4. Moon over my Shoulder [Mark Selby & Tia Sillers] (4:34) | 10. Goin' Home [Mark Selby] (4:41) |
| 5. You [Mark Selby, Tia Sillers & Tim Womack] (3:43) | 11. Dirt [Mark Selby] (5:16) |
| 6. Desire [Mark Selby, Tia Sillers & Kenny Wayne Shepherd] (4:17) | |
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Nach Mark Selbys Gig in Ingolstadt, der mir richtig gut gefallen hatte, ist klar gewesen, dass seine neuen Scheibe
irgendwann mal bei mir landen würde. Kaum in der Hand ist sie gleich im Spieler gelandet und läuft seither,
nur von den Nachrichten unterbrochen.
»Dirt« ist zwar keine Hammerscheibe, sondern, wie erwartet, die Fortsetzung zu »More Storms
comin'« und etwa auch diese Mischung von schnelleren und ruhigeren Songs. Klar, dass der Opener keine Ballade
ist, sondern im Stil von ... Mojo ... daherkommt, der Sound der Gitarren erinnert an so manche Stones-Nummer aus
alten Tagen, also oldfashioned, keine Effekte.
Gleich die Nummer Zwei Back Door to my Heart zeigt Marks andere, ruhigere Seite, mit Akustik-Intro und
schönen Slide-Einlagen.
Willin' to burn ist ein Verwandter von Kink In The Chain, zumindest ich höre da deutliche
Verwandtschaft, was aber kein Negativum sein soll. Und ich erinnere mich gut an die Live-Version, weil Mark da an
meiner Schmerzgrenze, was Lautstärke angeht, angekommen ist. Live hat er geschruppt, als würde er nach
den Schlägen der rechten Hand bezahlt. Dies ist bei der Studioaufnahme natürlich nicht so der Fall, aber
wenn Ihr reinhört, ab 3:27 geht's los, und dann braucht's nur noch ein bisschen Phantasie. :-)
Und es geht bluesig weiter mit Moon over my Shoulder mit dem Piano als Hauptbegleitung, nur langsam
kommt auch Marks Gitarre zum Zug, und es gibt Bläser, die hier richtig gut passen. Nach dem Dobro-Slide-Solo
wird's dann fast New Orleans-Dixie-mäßig, die E-Gitarre kommt gut und das klassische Blues-Schema klingt
langsam aus. Ein sehr einfallsreicher Song, der so schnell nicht langweilig wird.
Zur Abwechslung bleibt es langsam, der Songtitel You deutet es schon an (wie könnte ein Lovesong
bei Mark Selby rocken). Mark beweist uns seine Virtuosität im Slide-Solo.
Dann Desire das auch langsam beginnt, mit Akustikbegleitung, die Akzente durch die Elektrische und dann
Akkordfolgen, die das Gefühl "schon 137mal gehört" abmildern (die Akkorde lass' ich weg), am Ende vergessen
lassen. Mag jeder spekulieren, inwieweit Kenny Wayne Shepherd seine Hand im Spiel hatte, beim Schreiben.
Nach diesem Ausbruch bluest Easier to lie daher, erinnert durch seine Relaxheit und die Slide ein bisschen an
Sonny Landreth und Hank Shizzoe, langsam mit schönen Slides.
Unforgiven klingt zuerst sehr bekannt, aber Mark Selby hat das drauf, was manch anderem fehlt: Er kriegt
die Kurve und es wird ein neuer Song. Auch bei diesem erinnere ich mich beim Hören schnell an seinen Gig:
Beim Solo eine Kicks-Orgie, als wollte er beweisen, dass seine 58er Special jede Strat alt klingen lässt, sie in ihrem
eigenen Feld schlägt.
Deep Pockets ist ein Slow, der auch auf so manchem Motown-Album hätte sein können, bis auf das
E-Solo natürlich, wieder mit einfach guten Bläsersätzen, zur Unterstützung, kein Gedudel. Auch
die Stimme passt genau zu diesem Stil. Witzig finde ich.
Zwei Solo-Kompositionen schließen das Album: Goin' home, eine Ballade, die mich an manch' gute
ARS-Ballade erinnert, wegen der nachdenklichen Stimmung und dem Rhythmus.
Die ausklingende Slide leitet direkt zu Dirt über - das Ende von Goin' home oder das Intro zu
Dirt? (Ein mögliche Frage, wenn ich Mark bei seiner nächsten Tour wieder sehe.) Tremolo-Gitarre,
mal ruhig, mal heftiger, Slide, fast hypnotisch, fast zwei Minuten lang auf einem Akkord, dann langsam ausklingend.
Noch ein Ton und dann ist Schluss.
Wem »More Storms comin'« gefällt, für die/den kann es gar keine Frage geben: Zuschlagen.
Marks Musik sind seine Blues-Wurzeln deutlich anzuhören, aber er schreibt halt gute Songs, ("his dearest
songwriter") Tia Sillers ist für einen guten Teil der Texte verantwortlich und das Resultat ist gut, empfehlenswert
für alle, die Blues-Roots-Rock mit viel Melodie vertragen können.
Und sollte Mark Selbys nächste Tournee ihn in Eure Nähe bringen, es lohnt sich, hinzugehen/fahren.
Werner Saumweber, (Impressum, Artikelliste), 11.07.2002
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