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Mary Gauthier:Filth & Fire |
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Schon die letzte CD konnte überzeugen, aber bereits die ersten Takte von "Filth & Fire" lassen erahnen, dass MARY GAUTHIER (ausgesprochen Go-Shay) hier ihr Meisterstück abliefert. Das soll genügen, denn hier geht es um MARY GAUTHIERs neue CD. Im Gegensatz zum Vorgänger handelt es sich auf "Filth & Fire" nicht um sog. Country noir. Es ist diese Mischung aus Singer/Songwriter, gepaart mit Country Einflüssen, die meilenweit von Nashville liegen. Roots Country oder Americana treffen es wohl eher. Aber eben nicht hundertprozentig. Zu zart und zerbrechlich wirkt Marys Stimme und doch so hart. Das liegt zum einen an den Texten, die von typisch amerikanischen Themen wie Ruhelosigkeit, Vagabunden, Pionieren usw. beseelt sind, sowie zum anderen an der Künstlerin selbst. Mit diesem Album - eigentlich ein Jahrhundertalbum des Genres - zeigt sie, dass sie trotz ernsthaften und zum Teil sehr betroffen machenden Texten auch die Akkordfolgen, sowie die Refrains auf den Punkt genau berechnet hat. Es stimmt einfach alles und ich wage die Prognose, dass "Filth & Fire" bereits jetzt mein diesjähriges TOP Album ist. Wird für mich wohl kaum noch zu toppen sein. Über allen Songs liegt ein zart gewebter Hammond B3 Teppich. Sugar Caine, ein Song über die harte Arbeit in den Zuckerrohrplantagen: Good-bye, weist wieder so einen Satz auf, der nachdenklich macht: Good-bye could have been my family name. Dazu fiddelt die Fiddle und dann kommt ein frommer Wunsch: When it's time to leave forever, I pray the Lord don't take me slow. Tut mir leid, wenn ich mich wiederholen muß, aber der Refrain ist wieder mal so was von gekonnt. Selten hat mich eine CD so berührt. Nicht nur musikalisch - wer die Texte versteht, kann den musikalischen Eindruck gewaltig potenzieren. After You're Gone kommt im leichten Country Style daher. Country? Klar, es ist ein Liebeslied - aber ein trauriges und diese Stimmung bringt die Steel gekonnt rüber. Dafür sind diese Gitarren ja schließlich auch da. Ich bin mir sicher, auch wer ansonsten keine Country Liebslieder mag, wird hier mitwippen. The Ledge kommt mit Beer Bottle Slide und einer förmlich zu Überstunden verdonnerten B3 etwas flotter daher, ohne aber lustig zu sein: Ich weiß, ich zitiere viel und wer kein Englisch kann ist hier klar im Nachteil, denn die Texte sollte man schon mitlesen. Stehblues pur dann For Rose. Musikalisch minimal, aber wieder ein Volltreffer in der Wahl der Mittel: Akkustische Gitarre, Mandocello, Akkord- und Rhytmusfolge. Ich kann es mir nicht verkneifen, mein Fazit zu Marys letztem Album Drag Queens In Limousines zu erwähnen und für dieses Album umzuarbeiten: (Fazit: Eine bemerkenswerte Stimme und jeder Song für sich eine Perle, aber mit drei Ausnahmen ist mir das zu ofte Anhören dann doch etwas zu noir. Nichts desto Trotz, den Titelsong muss man kennen.) Bemerkenswerte Stimme: Ja Der europäische Vertrieb erfolgt wieder über MUNICH RECORDS. Schade, dass da oft verschiedene Covermotive verwendet werden. Irgendwie sagt mir das in den USA verwendete Frontcover besser zu. Empfehlung: Kaufen, kaufen, kaufen.... Ulli Heiser, (Impressum, Artikelliste), 10.06.2002 |
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