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CD-Review:
Rachel StampOceans Of Venus |
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KREISCH!!!! Was ist das denn? Schwuchtelpop a la PET SHOP BOYS meet Boy George? Elton John beim Kopulieren? David Bowie unter falschen Drogen? RACHEL STAMP sind eine walisisch/britisch/kanadische Band, haben mit "Oceans Of Venus" ihr zweites Album eingespielt und setzen auf so immerschicke und dauermoderne Trümpfe wie Androgynität, also den Betrachter im Ungewissen lassend, ob man nun Männlein oder Weiblein ist, Schock und Provokation, Rotzrock (wie er plötzlich wieder angesagt ist) und Glam. Leute, wir haben doch keine Zeit! Andere Bands sind aus nichtigeren Anlässen aus meinem Player geflogen und nur ein Telefonat hat mich abgehalten, die CD nicht direkt nach 30 Sekunden zu entsorgen. Wollen wir mal aufzählen, welche Gesichter mir in der guten Dreiviertelstunde erschienen sind: Gar nicht wenig für eine Band, die den Anspruch hat, modern zu sein. Modern ist bekanntlich relativ und vielleicht gelingt es, die Band als "next big thing" für die Teenies zu platzieren. Mir soll's recht sein, denn über den Durchschnitt der heutigen Chartbands ragen RACHEL STAMP meilenweit hinaus. Und vor allem machen sie ziemlich geilen ROCK. Weniger kann ich mit dem Image der Kapelle anfangen. Sex sells, aber auf diese Karte haben in den letzten 30 Jahren so viele Künstler gesetzt, dass es im Jahr 2003 nicht mehr wirklich spannend ist. Ich steh nun mal nicht auf tuntig-undefinierbare Sänger mit Federboa um den geschminkten Hals und buntem Röckchen. Oder ist das die Keyboarderin? An der sieht der Eyeliner wirklich gut aus und sie bringt auch eine Menge interessanter synthetischer Sounds zustande. Selbst der Opener wächst sich gegen Schluss zu einem recht brachialen Rocker aus. Verziehen sei also der unglückliche Beginn. Es folgen diverse simpel-punkige Krachattacken. Macht Spaß. Wirklich gut wird es bei den mittelschnellen, düster-harten Rockern und Hymnen und vor allem bei den Zitaten alter und älterer Pop-Rock-Klassiker. Im Gegensatz zu überflüssigen Krachmachern wie Marilyn Manson, haben Rachel Stamp den Dreh raus - zwischen richtigem Rock (und Roll), unablässig herausgeplärrten four letter words, Action und Noise - eine gut anhörbare, songbetonte CD zu machen. Gefällt mir!
Fred Schmidtlein , (Impressum, Artikelliste), 08.02.2003
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