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| Christmas Classics, Eigenvertrieb, 2010 |
| Raimund Burke |
Everything |
| Produziert von: Raimund Burke |
Länge: 38 Min 54 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Jingle Bells | 6. Mele Kalikimaka |
| 2. Santa Claus Is Coming To Town | 7. Oh Tannenbaum |
| 3. Morgen Kinder wird's was geben | 8. Have Yourself A Merry Little Christmas |
| 4. White Christmas | 9. Deck The Halls |
| 5. Silent Night | 10. Rudolph The Red-Nosed Reindeer |
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Jedes Jahr zur gleichen Zeit passiert das gleiche Schauspiel: der kleine dicke Mann mit dem weißen Bart und der roten Mantel-Mützen-Kombi packt seine dicken Säcke in den viel zu kleinen Schlitten, spannt die Rentiere an und macht sich auf den Weg Richtung Erde, um den großen und kleinen, den guten wie den bösen (wenn wir ehrlich sind, ist es doch tatsächlich so!) Kindern ein paar ihrer Wünsche schön verpackt unter den Tannenbaum zu legen.
Und dieses Jahr hat der kleine dicke Mann mit den gepimpten Rentieren etwas ganz Besonderes in seinem Leinensack: eine Weihnachts-CD. Wobei so toll, kreativ und neu ist die Idee auch nicht. Es gibt "Rock Christmas", "Die Hit Giganten-Weihnachten", "Kuschelrock-Christmas", "Die ultimative Chartshow-Christmas", die Flut an nützlichen, überflüssigen und absolut unbrauchbaren musikalischen Weihnachtsveröffentlichungen ist erdrückend. In jedem Kaufhaus, jeder Pizzeria, aus jedem Dönerladen, Taxivermietung und U-Bahn-Fahrstuhl bekommt man das leidliche Weihnachtsgedudel um die Ohren gehauen, dass einem die Lust auf Weihnachten aber so was von vermiest wird - nee, und jetzt hat der Weihnachtsonkel wieder eine Veröffentlichung im Sack.
[Interessant ist dabei, dass der Herr Kollege all diese Grusel-CDs offenbar kennt. Tipp: "Wir warten auf's Christkind" von den HOSEN/ROSEN aus dem Jahr 1998. Red.]
"Ja, ist denn scho wieder Weihnachten?" Ja, Franz, es ist. Und für die, die auf die besinnlichen Zuckersüßdudelmusikverpanschungen keinen Bock haben, kommt aus dem hohen Norden - nicht ganz so hoch wie Nikolausihausen - vom langen Schlacks eine andere Art der Weihnachtsmusik. Gut, so richtig revolutionär ist die Idee jetzt auch nicht, bekannte Weihnachtslieder durch den Hardrock-Metal-Spritzgebäckwolf zu drehen, aber es ist eine sehr sympathische. Das gefährliche an solchen Veröffentlichungen ist es, das dünne Eis, auf dem man sich mit so einer Sache bewegt, nicht komplett zum Einbrechen zu bewegen. Raimund Burke setzt da nicht himmelhoch jauchzend an, aber er setzt seine Eigeninterpretationen sehr gut um. Die Singalongs behalten ihren eigenen Charakter und bekommen zusätzlich noch den Burk'schen Anstrich. Das zusammen macht eine angenehme Weihnachtsscheibe, die man nebenher, aber auch intensiv hören kann. Ersteres verkürzt die Zeit beim Plätzchenbacken, Zweiteres ]Pottdeutsch! Red.] lässt erkennen, mit wie viel Liebe und Respekt Mr. "ich-mache-alles-selber" Burke an die Weihnachtslieder rangeht. Da wird gebluest (Oh Tannenbaum), geswingt (White Christmas), gerockt bis der Baum brennt (Jingle Bells, Silent Night) oder exotisches aufgefahren mit Mele Kalikimaka. Letzteres ist ein mir absolut unbekanntes Weihnachtslied aus Hawaii. Zum ersten Mal aufgenommen findet man es - von wem sonst? - von Bing Crosby in den 50er Jahren des alten Jahrtausends. Ob es im Original so gedacht war von R. Alex Anderson sei mal dahingestellt, auf alle Fälle macht es Spaß, es sich hier anzuhören. Wie überhaupt die ganze CD ein großer Spaß ist - als nicht mehr oder weniger dürfte es gedacht sein. Und von mir ein Dankeschön, dass a) in White Christmas doch noch der richtige Weg gefunden wird und b) Raimund beweist, dass Weihnachten lediglich beim Selbstgebackenen zuckersüß zu sein hat.
So, und jetzt ab auf den Weihnachtsmarkt, dem Beschaller die Dudel-CDs aus dem Player gerissen, "Christmas Classics" reingelegt und für heiße Glühweinstimmung gesorgt, bis dem Rudolph die rote Nase abfällt.
Danke, Raimund, und Merry Xmas everybody…
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