|
|
| Monkeygrinder, Provogue, 2001 |
| Rob Tognoni |
Lead Guitar, Vocals |
| Coen Wolters |
Rhythm Guitar, Backing Vocals |
| Mark Williams |
Bass |
| Rick Lloyd |
Drums |
|
|
 |
 |
| 1. Product Of A Southern Land (1 More Hit) | 7. Sugar Coat |
| 2. Not My Guitar | 8. Revenge Of The Monkeygrinder |
| 3. Weapon Called Love | 9. Diamonds Are In The Air |
| 4. Drink Jack Boogie | 10. What Do You Believe |
| 5. Elmer F's Lil' Blues | 11. My Acid Is Kickin' In |
| 6. The Harder I Will Fall | 12. In The Scheme Of Things |
 |
Nigelnagelneu ist die dritte Studio-CD von Rob Tognoni. Der australische Gitarrist aus Caloundra, Queensland (wer's kennt) läßt auch hier wieder die Sau fliegen.
Hat Epi in seinen Reviews der ersten CDs des öfteren eine Verwandschaft zu z. B. THE CULT erwähnt (was ich nicht nachvollziehen kann, da ich diese Band nie in meinen Hörkreis aufgenommen habe; sollte ich?), muß man bei dieser CD eindeutig auf alle großen australischen Bands verweisen. Und da gab's viele. Die ANGELS (FROM ANGEL CITY), COLD CHISEL, ROSE TATTOO und etliche - bei uns - leider unbekannt gebliebene Bluesrocker wie BLACKFEATHER, CARSON, BUSTER BROWN, CHAIN etc. Und natürlich auch die Band mit A und dem notorischen Exhibitionisten Angus. Und klar, die anderen Blues- und Boogie-Helden aus den übrigen Erdteilen kennt Rob sicherlich auch. Trotzdem ist die Musik von Tognoni absolut eigenständig. Er rockt, bluest, funkt, dass es eine wahre Freude ist. Da wird nicht kopiert, höchstens mal ein bißchen zitiert.
Im Vergleich mit seinen anderen CDs fällt auf, dass sich der Sound etwas modernisiert hat. Vielleicht ist er auch ein kleines bisschen kommerzieller geworden. Mich stört das nicht. Gute Musik ist gute Musik und bleibt auch gute Musik. Wenn Tognoni dadurch ein paar mehr Scheiben verkaufen kann als bisher, bitteschön.
Los geht's mit dem wunderschönen Groover Product Of A Southern Land (1 More Hit). Giftiger Sprechgesang und darüber eine traumhafte Gitarre. Das hab ich oben vergessen: Auf Southern Rock steht Herr Tognoni auch. Was er da für Soli rausläßt macht einfach Spaß und hoffentlich einigen Möchtegerns wie Herrn Clapton ein schlechtes Gewissen.
Not My Guitar ist etwas funky, treibt fünfeinhalb Minuten sämtliche Kängurus Australiens vor sich her und mündet in einer wahren (Wah-Wah-)Gitarrenorgie. "I give up anything for you, but not my guitar...". So spricht der wahre Rocker.
Weapon Called Love ist die angesprochene Reminiszenz an die Rock Radios dieser Welt. Der Song müßte eigentlich ein Hit sein. Ich würde mich freuen. Auch wenn diese Art von AOR-Sound nicht so mein Ding ist. Besser als alle Bon Jövchen auf jeden Fall.
Na, was erwartet man bei einem Titel wie Drink Jack Boogie? Eben. Genau den Song, den ZZ TOP seit 25 Jahren nicht mehr gemacht haben. Bei der Nummer springen die Cowboystiefel eigenständig aus dem Schrank. Elmer F's Little Blues zeigt dem - seit einigen Jahren offenbar geklonten - Bluesnachwuchs, wer die wahren Meister sind. Ein zwar recht traditioneller Bluessong, nicht unbeeinflußt von Stevie Ray (nur besser), aber ein allerfeinstes Gitarrenstücklein. Die Rhythmusgitarre schrammelt einen Fröhlichen im Hintergrund und Tognoni spielt mit sich selber das beliebte "Question & Answer"-Spielchen.
The Harder I Will Fall überzeugt mit einem brettharten Gitarrenstakkato und einmal mehr durch die wirklich tolle Stimme von Rob. Sugar Coat ist ein - rockender - Ohrwurm. Nichts weiter. Ich hör mir die Nummer immer mindestens 3x hintereinander an. Für Revenge Of The Monkeygrinder gilt Gleiches. Ich überlege die ganze Zeit, was Monkeygrinder bedeuten könnte. Affenschleifer? Oder wie man in Bayern sagt "Aff'ndratzer". Ich frage Rob bei Gelegenheit. Oder wisst Ihr weiter?
Bei What Do You Believe komme ich einfach nicht drauf, an was mich dieser Song erinnert. Auf jeden Fall wieder ein rockiger Ohrwurm. Dann kommt die Verbeugung vor Angus. Oder will ihm Rob zeigen, dass man mit einer Gitarre auch mehr machen kann? Könnte sein. Jedenfalls rockt die Band hier wie ein wildgewordener Koalabär. Fragen über wildgewordene Koalas bitte direkt an Herrn Grzimek. Der Song klingt gesanglich übrigens wie die legendären ANGELS. Tognoni hat wirklich eine tolle Stimme. Um zum guten Schluss mein absoluter Lieblingssong. Keine Ballade (Tognoni ist einfach anders als andere), sondern ein ballernder Rocker mit einem absolut hitverdächtigen Refrain. In The Scheme Of Things muß ins Radio. Dann glaube ich auch wieder ans Gute im Äther. Nach 2 Minuten biegt die Band die Nummer nämlich in meine heißgeliebte Boogierichtung.
Tolle Platte, toller Musiker, tolle Band. Nur ein Kritikpunkt: Ich würde diese Kracher gerne mal von einer Gibson SG hören. Fender hin, Fender her, es kommt der Punkt, da geht nix mehr.
Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:

|