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Stones And Colours, Headstrong & Live At The Twilight

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Stones And Colours
Headstrong
Live At The Twilight.jpg
Stones And Colours, Headstrong & Live At The Twilight, Provogue, 1995, 1997 & 1998
Medium: CD

Rob Tognoni soll ja angeblich im Lande sein. Wäre einen Besuch wert! Ich habe seine Scheiben von '95, '97 und '98 und die möchte ich auch nicht missen. Der Bursche kommt ja aus Australien, was er desöfteren auch nicht verheimlichen kann...

Von 1995 stammt "Stones And Colours". Mit Dirty Occupation geht's gleich gut los. Erinnert mich ein bisschen an BLACKFOOT und der Gesang klingt öfters mal nach Ian Astbury. Für den Anfang ganz okay. Aber es kommt sofort noch besser: So wie bei The Good Die Young (oder zumindest ähnlich) hat schon mancher Song von AC/DC angefangen. Geht zwar nicht genauso wie bei denen weiter, aber vor 15 Jahren wär's für THE CULT wohl ein Klassiker geworden. Geht gut ins Ohr und hat ein schönes Wah-Wah Solo.
This Is Love rollt gut dahin. Könnte auf einer der letzten Paul Rodgers Scheiben gewesen sein. Wie unschwer am Titel zu vermuten, ist When I'm Alone eine Ballade. Da taucht auch 'ne Akustik-Gitarre auf. Ähnliches könnte man schon bei D.A.D. gehört haben. Sorry für die vielen Vergleiche, aber der Rob machts einem nicht einfach. Unmöglich, diese CD nur in eine Ecke zu stellen. Bei Itty Bitty Mama ist Rob Tognonis Mentor Dave Hole mit von der Partie. Es rockt-funkt-rappt, dass es richtig Laune macht. Weit besser als die SPIN DOCTORS oder ähnliche Azubis. Keine Angst, geht wirklich gut ab und wie heißt es im Text: "If you take rock'n'roll serious, than man you're just a fool". Schönes Gitarrenduell (mit Slide) zum Schluß.
Black Chair mit seinem verfremdeten Sprechgesang fällt etwas aus dem Rahmen. Kommt erdig funkrockig.
Nur mit Akustik-Gitarren wird Inside Your Window eingeleitet und ist so auch die zweite Ballade des Albums. Die Band steigt später ein, hält sich aber im Hintergrund. Dave Holes Crossword Blues ist der erste richtige Blues und so klingt Robs Stimme folgerichtig auch nach Whiskey und Seelenpein. Gary Moore hat mir solche Musik vor Jahren ja ziemlich verleidet, aber wenns so klingt wie hier kann man sich wieder dran gewöhnen.
So, swingen wir lässig bluesig durch die nächtlichen Großstadtstraßen zu Lil' Melody und setzen mit The Sinner gleich noch einen Down-to-the-bone Blues mit guter Wah-Wah Gitarre hinterher.
Schluss mit Verdruss: Bad Girl könnte durchaus auch von den FOUR HORSEMEN stammen, oder eben auch wieder von dieser Band mit 'A' aus 'A'. Wenn sich Rob Tognoni mal statt seiner Stratocaster eine Gibson SG umschnallen würde, würde es noch mehr nach dem Herrn 'A' von der Band 'A' aus dem Land 'A' klingen. Was für die Headbanger! (Ich, Ich!) [Fred auch!]
Als letztes dann Don't Wake Me. Wieder gemäßigter. Klingt in etwa wie der 'King' als er Come As You Are' gecovert hat. Tuckert schön vor sich hin, bis einen wieder ein AC/DC-Riff aus den Träumen reißt. Kann halt seine Herkunft nicht verleugnen, der Bub. Von wegen: Don't Wake Me! Guter Ausklang für eine gute Scheibe.

"Headstrong" heißt die 97er CD der Rob Tognoni Band.
Es fetzt auch gleich stark los: Time Change könnte ohne weiteres auf einem FOUR HORSEMEN Album sein. Lediglich die Stimme erinnert mehr an THE CULT. Got Yourself To Blame kommt funkig daher. Reißt jetzt nicht so vom Hocker, aber zweifellos gut zum tanzen. Warum jetzt Stones & Colours auf dieser CD und nicht auf der gleichnamigen vorherigen ist, weiß wahrscheinlich nicht einmal Rob selber. Klingt jedenfalls gut. Eingängiger Refrain - eingängige Gitarre - vierter Gang im Auto... äääh... gute Autofahrballade, hat was von Neil Casal.
Roosevelt And Ira Lee stammt von Tony Joe White. Von dem muss anscheinend jeder Blueser mal einen Song aufnehmen (die Tantiemen möcht ich haben!). Etwas angefunkter Midtempo-Blues mit schönem Wah-Wah Solo. Und plötzlich legt jemand den Schalter um, und mit Wanna Be With You sind wir mitten in einem 70er-Jahre-STATUS-QUO-Boogie. Lediglich die eingestreuten Wah-Wah-Licks sind wohl nicht bei QUO zu finden. Es rockt! Aint't That Enough kracht mit seinem AC/DC-Rhythmus und den Rock'n'Roll-Gitarren gleich hinterher. Leider etwas kurz.
Bei dem Bluesrock Take Me Away kommen wieder die FOUR HORSEMEN oder auch BLACKFOOT durch (hoffentlich steinigt mich die Southern-Rock-Fraktion nicht). Leicht schräge Gitarrenläufe immer mal wieder eingestreut. Dark Angel dann wieder leicht funkig mit gutem Groove und Heavy-Riffs. Noch mehr Blues-Funk bei Everlasting Lovin' Boy. Rob zeigt sich fingerfertig ohne es zu übertreiben und klingt wie häufiger sehr nach SRV.
Und jetzt? Zum Schluß knallt es nochmal! Der Jim Beam Blues steigt mit einem ZZ TOP Riff in einen Boogie ein, der 'straight out of' einem der ersten MOLLY HATCHET-Alben kommen muss. Da kann man nicht mehr stillsitzen!
Insgesamt gefällt mir diese CD besser als die erste Scheibe. Ist etwas ausgewogener und fetziger.

Aller guten Dinge sind...? Na, jedenfalls gibt's da auch noch eine Live-CD von dem Australier. "Live At The Twilight" wurde am 30.10.1998 im 'Twilight Cafe' in Nidrum, Belgien aufgenommen. Im Großen und Ganzen setzt sich der Set aus Songs seiner beiden vorherigen CDs zusammen. Und so klingt es auch. Wobei der Sound auf den Studio-Aufnahmen (keine Überraschung) meist besser kommt.

Die Tracks: Everlasting Lovin' Boy bluesfunkt los wie Stevie Ray. Dark Angel groovt sich langsam ein, kommt aber gut in Schuss (nicht so heavy wie im Studio). Crossword ist noch bluesiger und besser als auf der 95er Scheibe. Blues kommt halt live erst gut. Der Jim Beam Blues ist hier fetziger, aber leider sind die Gitarren nicht so fett. Naja, Rob spielt halt Strats, und die klingen nunmal nicht wie SGs. Punkt.
Sunburn rockt im Midtempo mit Rock'n'Roll-Licks, Wah-Wah-Solo und zieht zum Ende hin nochmal ganz schön an (es fetzt!).
Für mich neu ist Keep Your Head Above Water. Das heisst, sooo neu auch wieder nicht: Das Riff ist doch direkt aus Sin City von AC/DC geklaut. Oder nicht? Na gut, Rob ist Australier, wollen wir es mal gelten lassen. Zumal es wie ne Dampflock durch das 'Twilight' rollt.
Lil' Melody swingt wieder locker vor sich hin (ist wohl gut tanzbar). Das Instrumental Peregian dauert nur 1:50 und enthält u. a. ein Bass-Slap Solo. Roosevelt & Ira Lee bekommt die Live-Atmosphäre gut und es wird etwas wilder. Mit viel Wah-Wah erzählt Rob I Like To Dress Like Batman und bei Don't Be Hard On Me legt die Band los und ihr Frontmann tobt sich an seiner Strat aus.
The Sinner, Itty Bitty Mama und Bad Girl kommen wie bekannt, nur nicht ganz so druckvoll. Vielleicht hätte man der zweiten Gitarre etwas mehr Platz verschaffen sollen. Zum Schluß wird zu My Acid Is Kickin' In nochmal ordentlich abgerockt.

Abschließend bleibt zu sagen: Eine gute Live-Scheibe, die öfters auch ganz schön rockt. Trotzdem wohl eher was für die Blues-Liebhaber und SRV-Anhänger. Dass seine Studio-Alben mehr rocken, kann aber auch daran liegen, dass seine Studio-Scheiben besser abgemischt sind. Live ist der Junge bestimmt sein Geld wert!

Epi Schmidt, (Artikelliste), 10.03.2001

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