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| Dreamland, Mercury Records, 2002 |
| Robert Plant |
Vocals |
| Justin Adams |
Guitars, Gimbri, Darbuka |
| John Baggott |
Keyboards, String Arrangements (Song To The Sirens & Morning Dew) |
| Clive Deamer |
Drums, Percussion |
| Charlie Jones |
Bass |
| Porl Thompson |
Guitar |
| Raj Das, May Clee Cadman & Ginny Clee |
Backing Vocals |
| B.J. Cole |
Pedal Steel (Song To The Siren) |
| Produziert von: Robert Plant & Phill Brown |
Länge: 54 Min 34 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Funny In My Mind (I Believe I'M Fixin' To Die) | 6. Win My Train Fare Home (If I Ever Get Lucky) |
| 2. Morning Dew | 7. Darkness Darkness |
| 3. One More Cup Of Coffee | 8. Red Dress |
| 4. Last Time I Saw Her | 9. Hey Joe |
| 5. Song To The Siren | 10. Skip's Song |
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Zwischen "Fate Of Nation" und "Dreamland" hat es ganze neun Jahre gebraucht, bis der neue Silberling nun endlich in meinem Player rotieren darf. Bereits bei der Ankündigung eines neuen Albums meines Sangesgottes bin ich schon freudig erregt durch die Wohnung gehüpft, voller Erwartung, was er da wohl zusammengezimmert hat.
Nun, ich muss ehrlich zugeben, dass ich nach dem ersten Hördurchgang dieses sehr eigenwilligen Albums erst einmal ganz schön hin und hergerissen war. Ich würde fast sagen, es ist gewöhnungsbedürftig, denn Mr. Plant hat Songs wie Morning Dew oder Song To The Siren seinen ganz eigenen Stempel aufgedrückt. Meiner Meinung nach benötigt dieses Album wirklich mehrere Hördurchgänge, bis es dann zunehmend wächst. Ich hätte nie gedacht, dass es irgendwann mal meinen Player vollständig blockieren wird.
Eröffnet wird mit dem Bukka-White-Song Funny In My Mind (I Believe I'm Fixin' To Die), ein Stück, das richtig ordentlich zur Sache geht und mit jeder Menge filigraner Gitarrentechniken aufwartet. Es macht natürlich sofort Appetit auf mehr. Es folgt Morning Dew, welches sehr ruhig gehalten ist, fast schwebend daher kommt und nur hin und wieder Momente der Steigerung erfährt. John Baggots Strings zaubern pure Gänsehautatmosphäre.
Gespannt bin ich auf die Umsetzung von Bob Dylans One More Cup Of Coffee. Nun, dieser Song wächst mehr und mehr und gehört schon jetzt zu meinen Faves, denn diese Umsetzung ist wirklich mehr als gelungen. Schon das ungewöhnliche Intro lässt aufhorchen. Folkloristisch klingende, akustische Gitarrenparts setzen dem Ganzen noch die Krone auf. Man merkt sofort, dass hier eine exzellente Begleitband am Werk ist. Dazu ein stimmlich voll auf der Höhe klingender Plant - einfach super. Mit dem bis hierhin Gehörten bin ich eigentlich mehr als zufrieden und harre der Dinge, die noch kommen sollen.
Last Time I Saw Her, ich weiß nicht, aber irgendwie habe ich das Gefühl, ich höre eine der Plant'schen Soloplatten aus den 80er Jahren. Die Zeit ist wohl gerade stehen geblieben. Der ehemalige LED ZEPPELIN-Frontmann hört sich an wie der junge Sangesgott aus den frühen 80ern, was natürlich kein Minuspunkt ist. Dieser Song hätte auch sehr gut auf "Now And Zen" gepasst.
Mit Song To The Siren covert Plant einen Tim-Buckley-Track. Ich denke mal, hier braucht es wirklich Zeit, um sich ranzutasten. Ein ruhiges, tragendes Stück für kuschelige Momente, mit verhaltenen String-Arrangements untermalt. Herausragend ist wieder die wunderschöne, unverkennbare Stimme eines Robert Plant. Es ist nun an der Zeit, ein Fläschchen Wein zu öffnen. Aber Win My Train Fare Home will bei mir dann einfach doch nicht so richtig zünden und klingt mir etwas zu uninspiriert. Ich habe mir diesen Song mehrfach angehört, aber ich kann ihm nichts Positives abgewinnen. Für meinen Geschmack wird mit zu viel Jazz experimentiert. Nun, wer es mag. Störend wirkt auf mich außerdem der furchtbar gequälte Gesang.
Ein Stück, das mir sehr gut gefällt und zwischenzeitlich ebenfalls zu meinen absoluten Lieblingsstücken gehört, ist Darkness Darkness. Hier fällt ganz besonders die stimmliche Bandbreite Robert Plants auf. Darkness Darkness ist ganz nach meinem Geschmack. Mit einem kurzen Intro auf der E-Gitarre beginnend, anschließend mit verhaltener Akustikgitarrenbegleitung, gewinnt dieser Song zunehmend an spielerischer Brisanz. Ein herrliches Gitarrensolo wurde zusätzlich eingefügt, das das Ganze entsprechend abrundet. Gegen Songende wird noch einmal richtig Gas gegeben, um dann langsam wieder einen Gang zurück zu schalten. Ganze sieben Minuten purer Genuss wird geboten. Einfach phantastisch.
Fernöstliches darf natürlich nicht fehlen und das bekommt der Zuhörer dann auch mit Red Dress. Diese Einflüsse werden natürlich eindrucksvoll verarbeitet. Gewürzt mit einer Slidegitarre sowie harpveredelt wird dem geneigten Fan mit einem Kracher aller erster Güte ordentlich eingeheizt.
Es wird wohl kaum einen Musikfan der Sixties geben, dem die Hey Joe-Aufnahme von Jimi Hendrix nicht geläufig ist. Aber ich bin überzeugt, dass die wenigsten diesen Song jetzt wiedererkennen werden. Vielleicht dann erst, wenn die Band wie fast beiläufig den markanten Hendrix-Riff einflechtet, denn dieses Stück ist eine sehr eigenwillige Interpretation, völlig schräg und abgefahren, aber sehr interessant. Nur ein Robert Plant darf sich erdreisten, dieses Lied so genial durch den Wolf zu drehen.
Abgerundet wird die Scheibe mit Skip's Song. Ein schöner Song mit Chorgesang, der anfangs erst einmal locker flockig daherkommt, um dann plötzlich den Ofen kräftig anzuheizen. Eine tolle Gitarre mit krachenden Drums schütteln uns ordentlich durch, und plötzlich wird der Fuß wieder vom Gaspedal genommen. Diese Stimmungsschwankungen dominieren nicht nur hier, sondern das komplette Album.
Eigentlich ist es eine typische Plant-CD. Coverversionen werden uns nahe gebracht, deren Umsetzung einzigartig ist. Diesen Mix aus verschiedenen Stilen und Rhythmen beherrscht nur ein Robert Plant und haut ihn uns gnadenlos und ohne Rücksicht auf Verluste um die Ohren.
Irgendwie hab ich das Gefühl, dass Robert Plant einem stimmlichen Jungbrunnen entstiegen ist. In ein Korsett lässt er sich nicht mehr zwängen. Er macht eben einfach das, wozu er Lust hat und beweist uns das mit "Dreamland" mehr als eindrucksvoll.
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