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Sand Rubies:Goodbye: |
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Legendenbildung und Rockmusik scheinen irgendwie zusammenzugehören. Eine lebende Legende aus Tucson, Arizona ist ohne jeden Zweifel → Rich Hopkins, dieser freundliche, umtriebige Geist, der fast im Alleingang den Wüstenrock kreiert und am Leben gehalten hat. Seien es die WOODCOCKS, die LUMINARIOS, die SUN KINGS, Rich Hopkins hatte immer seine Finger im Spiel. So natürlich auch bei seiner Band SIDEWINDERS (die sich 1991 nach rechtlichen Problemen mit diesem Namen in SAND RUBIES umbenannt hatte). Das Gitarrenfeuerwerk des Rich Hopkins ist aber nun mal (leider) nicht so massentauglich, dass man es irgendwo in den Charts finden würde (und in Anbetracht der heutigen Charts ist das schon so was wie ein Qualitätsmerkmal). Deutschland scheint für den Mann aus der Sonora-Wüste im Laufe der Jahre so was ähnliches wie eine neue Heimat geworden zu sein, hierzulande war und ist er ein immer gern gesehener Gast. So auch an diesem Januarabend 1999 in der alten Mälzerei in Regensburg. From Tucson, Arizona to your Hometown... und dann geht's ab wie eine Rakete. Der Filigrantechnik nicht verdächtig, rocken sich Rich und seine Mitstreiter den Arsch ab. Sägende, jubilierende Gitarren, Verzerrungen inklusive, die SAND RUBIES machen auf CD 1 keinerlei Kompromisse, staubtrocken wie es sich für eine Desert Rock Band gehört zelebrieren die Männer aus Arizona ihren Sound aus Power, Schweiss, Arbeit, aber auch einer Menge Gefühl für Rhythmus. Leute, this is Rock'n'Roll wie es im Buche steht. Das Publikum ist hörbar begeistert. If you didn't know by now, we like to play guitars lautet ein knapper Kommentar nach etwa 20 Minuten heulenden Feuerwerks. Yes, Sir. We all agree! Auch Neil Diamond's Solitary Man erfährt eine überragende Behandlung, diese superbe Interpretation wird von nun an für immer in meiner ewigen Favoritenliste stehen. Ruhiger Beginn, toller Gesang, Feeling und absolut passende Gitarren explodieren nach ca. zweieinhalb Minuten in einen regelrechten Songrausch. Da schwitzt man selbst auf der Couch... Die ersten drei Songs auf CD 2 überraschen mit akustischen Klängen und zeigen, dass die SAND RUBIES viel mehr können als nur ranklotzen. Danach schnallen sich die Musiker wieder die "gefährlichen" elektrischen Gitarren um und spielen Guns in the Churchyard. Auch hier verhaltener Anfang, der dann direkt in einen regelrechte Gitarrenjam mündet - Wahnsinn! Das ist glaubwürdiger, echter als aller Schrott der weltweiten Hitparaden zusammen! Genauso geht's mit dem fast 8 minütigen Bad, crazy Sun weiter, reichlich mit Neil Young/Crazy Horse Zitaten geschmückt. Rich kündigt den Song an: "Now we recommende the loud guitars" Indeed! So was kann auch der grosse Neil nicht besser! Der abschliessende Song Interstate wurde den SAND RUBIES dann auch vom Gottvater Neil Young überlassen. Brüder im Geiste, soviel ist sicher. Nachdem die beiden CDs durchgelaufen sind, sinkt man fast erschöpft zusammen. Irgendeine andere Platte danach aufzulegen bringt nichts, gegen diese Tour de Force der SAND RUBIES hört sich alles andere peinlich harmlos an. Dass es diese Band nicht mehr gibt, reisst eine echte Lücke. Aber in der einen oder anderen ähnlichen Form wird es sicher weitergehen. Rich Hopkins scheint mir viel zu besessen vom Musikmachen als dass er sich zur Ruhe setzten könnte. Man darf also mit freudiger Erwartung auf das nächste Werk gespannt sein. Hörbeispiele werden wie üblich vom Label Blue Rose Records bereitgestellt. Als Nachtrag möchte ich Fans von Rich Hopkins empfehlen, sich die beiden Sets auf seiner Website runterzuladen. Die zeigen einen ganz anderen Rich, rein akustische Sets mit Slide, 40 respektive 34 Minuten lang. Spätestens dann merkt man: Der Mann ist ein Tausendsassa! Beide Sets gibt's als 192KBit/s MP3s mit 57 MB bzw. 48 MB Grösse. Wer eine schnelle Internet-Verbindung hat, sollte sich dieses Vergnügen unbedingt gönnen. Manni Hüther, (Impressum, Artikelliste), 28.09.2002 |
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