Tour 2002 (Locations siehe unsere Tourdaten):
23.03.2002 Rust
13.04.2002 Kaiserslautern
17.04.2002 Köln
18.04.2002 Frankfurt
19.04.2002 Bad Sobernheim
20.04.2002 Neustadt/Weinstr.
25.04.2002 Ulm
26.04.2002 Trier
27.04.2002 Mannheim
30.04.2002 Neuwied
01.05.2002 Frankfurt
05.05.2002 Wilhelmshaven
05.05.2002 Hamburg
08.05.2002 Pirmasens
09.05.2002 Nürnberg
10.05.2002 Koblenz
11.05.2002 Freiburg
17.05.2002 Magedeburg/Calbe
18.05.2002 Frankenthal
19.05.2002 Landau
15.06.2002 Zweibrücken
03.08.2002 St. Wendel
10.08.2002 Konstanz
17.08.2002 Zwiefalten/Stuttgart
14.09.2002 Köln
Quelle: www.snailshouse.de
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| Ich will raus, Eigenvertrieb, 1999 |
| Andy Klein |
Schlagzeug & Background-Gesang |
| Peter Klein |
Tasten & Hammond |
| Günni Stöckel |
Gitarre & Background-Gesang |
| Timo Holstein |
Gesang & Bass |
| Gäste: |
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| Johannes Dürr |
Irish Pipe |
| Achim P. Schneider |
Cello |
| Myriam Kraft-Bonmarchand, Charlotte Baumann, Andy Kuntz |
Background-Gesang |
| Reiner Backe |
add. Bass (Im Traum...) |
| Produziert von: Andy Kuntz |
Länge: 51 Min 24 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Ich will raus (4:21) | 8. Daddy (5:03) |
| 2. Tanja (3:05) | 9. Lass mich los (4:51) |
| 3. Fang mich (5:05) | 10. Im Traum... (3:34) |
| 4. Schwätzer (2:39) | 11. Scheisse (3:19) |
| 5. Intro (0:42) | 12. Kein Einzelfall (7:32) |
| 6. Wahnsinn (3:38) | 13. Fang mich (Single-Version) (3:37) |
| 7. Regenbogen (3:58) | |
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Deutschrock. Ein Wort, so schaurig schön schmerzhaft wie Epiliergerät oder Fahrgastbeförderungsentgelt. Der Hörer verbindet mit Deutschrock 1.000 verschiedene Namen. Udo, Krautrock, Kraftwerk, Rammstein, HRK, Grönemeyer, Marius, Echt, manche gar den kleinen Mann, der so gerne Rocker wäre (nein nein, nicht unser Martin).
Mich persönlich schüttelt es bei den einen, bei den anderen hab ich ein Problem mit dem Zusatz "Rock", bei den nächsten zieh ich den Hut und einige sind einfach eklig (wie ich dieses rollende "R" hasse).
In diese Grauzone stoßen SNAILSHOUSE. Die Band bezeichnet ihre Musik selbst als "Poprock modern". Gar nicht schlecht. Noch besser ist ihre Argumentation bezüglich der deutschsprachigen Texte. Damit kommen sie dem Kritiker zuvor und halten ihm den Vorurteilsspiegel direkt vor die Nase:
Viele etablierte deutschsprachige Bands kämpfen immer wieder mit dem Problem, sich erklären zu müssen... es sind die Texte, die dann gelegentlich ins Kreuzfeuer der Medien geraten, wenn sie dem Gusto des entsprechenden Journalisten nicht gefallen... Zu brav, zu bieder, zu bürgerlich? Oder etwa das Gegenteil? Zu provokant, frech, anmaßend? Etwa gar jugendgefährdend, gewaltverherrlichend, sexistisch, nekrophil?... "Das Publikum verkraftet auch mal etwas Ernstes", sagt er (der Songschreiber Timo Holstein), der die Texte seiner Band schreibt und neben herrlich profanen Situationsbeschreibungen auch schon mal das brisante Thema Missbrauch anpackt oder sich Problem-orientiert mit Endzeit-Szenarien befasst...
Sehr clever.
Seit 10 Jahren gibt es die Band aus Rheinland-Pfalz. Ursprünglich eine Coverband, dann mit eigenen Songs, seit 1994 in unveränderter Besetzung. Eine selbstverlegte Live-CD, 1999 das Studio-Debüt. Dazwischen ein Video, diverse Maxis und mehr als 800 Auftritte, in die sie immer wieder sehr geschickt Coversongs einbauen.
Die Band hat eine große Zukunft vor sich. Dazu kommen wir in einem Review demnächst. Jetzt wollen wir uns mal mit der Vergangenheit beschäftigen.
Man braucht Mut, um anno 1999 eine deutschsprachige CD, jenseits aller Extreme zu machen. Soll heißen, kein Industrialsound, kein Emo-Punk-Grunzcore, keine provokanten (oder einfach nur dummen) Texte, sondern schlicht gut gemachte Musik, irgendwo zwischen Pop und Rock, manchmal härter, manchmal softer, manchmal deutlich, manchmal intellektuell verbrämt. Als ungefähren Fixpunkt kann man vielleicht BRINGS nennen.
Erst die Musik. Muss ich so machen, denn die steht für mich immer im Vordergrund.
12 Songs (plus eine Single-Version von Fang mich). Die Hälfte davon im oberen Härte- bzw. Tempobereich.
Ich will raus als kluger, modern-funkiger Einstieg, treibend, riffig. Immer wiederkehrend bei fast allen Songs, ist die effektive Hammond, genauso auffällig wie das bodenständige Drumming und die klassische Rock-Gitarre.
Mein Favorit ist logischerweise Schwätzer. Purer Rock & Roll. Dann natürlich Wahnsinn, gradeaus und sehr "ohrwurmig". Live mit Sicherheit ein Volltreffer.
Im Traum, groovt sich über Piano und Gitarre schön ein und Scheisse rockt. Kein Dünnpfiff.
Dazu einige Popsongs mit Kuschelfaktor. Schmusepop muss nicht immer peinlich sein. Ganz im Gegenteil. Kein Einzelfall beweist es, denn hier kann man nicht mehr zwischen Musik und Aussage trennen. Eine echte Hymne, wunderschön instrumentiert, und dazu eine glasklare Meinung.
Gesang und Texte:
Wie gesagt, Highlight ist Kein Einzelfall. 'Faschos haut ab' ist die Message!
Sänger TIMO HOLSTEIN hat eine hervorragende Stimme, leicht angeraut, prägnant, kernig. Und er setzt seine Stimme punktgenau ein.
Manche Texte auf "Ich will raus" sind unauffällig. Dienen einfach dem Transport eines Liedes. Das unterscheidet sich also nicht von vielen englischsprachigen Bands.
Andere Texte sind klasse Beschreibungen von Zuständen. Der ganz normale Wahnsinn beispielsweise persifliert einen Pauschalurlaub auf Palma. Köstlich.
Schwieriger wird es (für mich), wenn herumphilosophiert und/oder in Metaphern gesprochen wird. Kindesmissbrauch in Daddy etwa. Da würde ich persönlich das klare Wort bevorzugen. Auch wenn es zu Lasten des Niveaus gehen würde.
Das ist natürlich, wie alles, reine Geschmackssache. Fakt ist, SNAIL'S HOUSE kriegen immer den Bogen und gleiten nie in schlimmere Banalitäten ab und - jetzt der Bogen zum Gesamtwerk - sie haben es eindrucksvoll geschafft, Musik und Text in gute Songs zu packen. Keine reinen Kopfgeburten also, sondern das Zusammenwirken einer kompletten Band, in der sich keiner sinnlos in den Vordergrund drängen muss. Respekt!
Zurück in die Zukunft. SNAILSHOUSE haben eine neue Platte am Start. "Sternzeit" erscheint im April dieses Jahres bei SPV und ich bin ausgesprochen gespannt darauf.
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