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| Loko, Zombi Music, 2004 |
| Steve Tallis |
Voices, 6 & 12 String Guitars, Handclaps, Beijo |
| Gary Ridge |
Agogo, Bells, Berimbau, Caxixi, Congas, Dholak, Drums, Guiro, Handclaps, Kanjira, Pandeiro, Shakers, Surdos, Tamborims, Triangle, Udu Pot |
| Dave Clarke |
Violin, Sojo, Mouth Organ, Handclaps |
| Produziert von: Gary Ridge & Steve Tallis |
Länge: 71 Min 41 Sek |
Medium: CD |
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| 1. The Blessing | 9. Dynamite |
| 2. Animal | 10. Out Of Control |
| 3. Papa Loko | 11. From Disease |
| 4. Healing By The First Intention | 12. My Conscience Is Clear |
| 5. My Hands Are On Fire | 13. Stop The Racist Bus |
| 6. Coward Howard | 14. For God's Sake |
| 7. Prayer Wheel | 15. Sacred Love |
| 8. Kama | |
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Vor zwei Jahren durfte ich über die CDs "Zombi Party", "Monkey Skulls And Thunderstones" und "ZOZO" des Schamanen aus Australien berichten. Einige Begriffe aus der Welt des Steve Tallis habe ich dabei versucht zu erklären, ebenso habe ich versucht die Musik dieses nicht kategorisierbaren Musikers mit seinen vielen Einflüssen zu beschreiben. Inzwischen liegt mir seit einigen Monaten die neue CD vor und ich bin seitdem immer wieder an diesem Artikel gescheitert. Einmal fehlten mir schlicht die Worte, ein andermal trug mich die hypnotische Wirkung von "Loko" einfach weg in einen Zustand, der Meditation ähnlich kommt. Wer an dieser Stelle als erfahrener Home-of-Rock-Leser stutzt und sich fragt, wie denn ausgerechnet dieser stadtbekannte schreibende Rock & Roller von Meditation sprechen kann... bitte taucht ein in die Musik des Steve Tallis!
Wir sprechen hier nicht von banaler (Rock) Musik, wir müssen von Spiritualität, Geheimnissen, ethnischen Zusammenhängen, Riten und Dämonen aus der Schattenwelt und auch bzw. vor allem dem real existierenden menschlichen Verhalten sprechen. Steve Tallis ist nämlich mitnichten ein weltfremder Spinner der sich eine verquaste Aura zurecht legt, er ist ein klarst denkender Analyst und Verfechter von menschlichen Grundrechten. Letztendlich also ein Humanist im Sinne des Dalai Lama. Sein Vehikel ist die Musik, seine Symbolik bezieht sich oft auf buddhistische Hintergründe, seine Aussagen sind am Schluss einfach und klar und deutlich zu verstehen.
Wir wissen, dass Themen wie Mystik, Körper und Geist oder ganz allgemein Esoterik in Australien wesentlich offener und bereitwilliger akzeptiert und auch gelehrt werden. Der Griot (siehe bitte hierzu die Besprechung der drei älteren CDs) Steve Tallis ist an einem Punkt angelangt, den viele nüchtern denkende Materialisten niemals erreichen können (sein eigener Premierminister Howard übrigens auch nicht - den spricht er in Coward Howard direkt an). Trotzdem versucht er uns mit seiner Musik zu lehren, dass die Welt nicht nur rund ist. "We are all equal in any gods eye" singt er in Stop the Racist Bus. Diese Botschaft sollte bei jedem ankommen.
Steve Tallis and the Holy Ghosts verzichten gänzlich auf elektrisch verstärkte Instrumente. Ein faszinierendes Sammelsurium exotischer Percussioninstrumente, Gitarren, Harp, Violine und Stimme erzeugen die Magie dieses Albums. Die Bezeichnung Blues käme einer Kastration gleich, ich will es als eine Art Ethno-World-Blues mit Einflüssen von Bob Dylan bis John Cale benennen und auch das trifft nicht den Kern. Freiheit, Unabhängigkeit und Expressionismus in einer auf Rootsmusic basierenden avantgardistischen Form vielleicht eher? Ich weiß es nicht. Findet es selbst raus.
Glücklicherweise sind alle CDs von Steve Tallis inzwischen bei Glitterhouse erhältlich. Ein Auftritt beim nächsten Orange Blossom Special Festival wäre ganz sicher ein Highlight für die wissbegierigen Zuhörer und auch für den Footballfan Tallis. Vielleicht denkt Glitterhouse-Chef Reinhard mal drüber nach.
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