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Alles voll

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Alles voll
Alles voll, Eigenvertrieb, 2004
Stephan Meier Rhythmus & Sologitarre
Torsten Funk Schlagzeug, Djembe, Bongos
Rolf Horns Gesang, Gitarre, Mundharmonika
Peter Grüttner Bass
Produziert von: SURP Länge: 58 Min 39 Sek Medium: CD
1. Mama tanzt den Boogie7. Dicke Maus
2. Die alten Zeiten8. Herz eines Rockers
3. Moto Morini9. Das geht niemand etwas an
4. Ich blute10. Feuer auf den Straßen
5. Genervt11. Heimkind
6. Scheißding12. Schnaps versteckt

Oh mei, aus Bad Bramstedt in Schleswig-Holstein kommen diese Herrschaften. Südschweden. Rock & Roll dort? Lachhaft. Da kann man Robben dressieren und Pinguine streicheln oder Flachland gucken (klugscheisserische Menschen behaupten, dass es Pinguine nur am Südpol gibt - Unfug!). Aber Rock & Roll? Wie solche Menschen auf Songtitel wie Mama tanzt den Boogie oder Herz eines Rockers kommen, bleibt dem Süddeutschen unerschlossen. Jedenfalls bis er daheim ist und die Röhren vorgeglüht hat und den Tonträger ins gierige Maul des Tonträgerabspielgeräts gestopft hat.

Damit wir uns richtig verstehen, SURP sind nicht DIE Entdeckung auf dem Gebiet der innovativen Rockmusik! Nix iss mit künstlerischem Forschergeist und das Northern Light Tonstudio in Krogaspe (???) kann mit Sicherheit nicht mit dem Soundlabor von ZZ TOP konkurrieren. Wer das altehrwürdige Wild Thing in Scheißding umbenennt, kommt aus der Generation Otto, hat TORFROCK schon mal gehört und ist sowieso von vorgestern. Mindestens.
Weil der Schreiberling aber von wenigstens übermorgen ist, surft er in diesem Moment auf die Homepage von SURP und muss lesen, dass der Nukleus der Band schon in den 70ern als DIE TEDDYBÄREN in unschuldige Kinderzimmer einfiel. SURP gibt's mit Unterbrechung schon seit '88 und drei Scheiben haben sie bisher gemacht. Und ganz genau so klingt "Alles voll" auch. Vollfettstufe, gut abgehangen, eben Baller-Blues'n'Boogie für Biker und Fußgänger, mit witzigem plattdeutschen Zungenschlag (also eigentlich ist das ja ein Sprachfehler, aber wir sind bekanntlich liberal... in Bayern).

Damit wir uns noch mal richtig verstehen, der Vierer gewinnt ganz bestimmt keinen Ich-bin-der-schnellste-Gitarrist/Basser/Schlagzeuger Wettbewerb. Aber das macht auch nur wenig, weil in meiner Sammlung stehen nicht so viele Weltmeister (außer Götter wie Rory und ein paar andere Tote natürlich). Mir sind die einfachen und ehrlichen Handwerker immer schon lieber. Die machen was sie können und belassen es ansonsten bei ihrem status quo (man beachte bitte an dieser Stelle das Talent des Autors zum Wortspiel!).
Und wo ich grad dabei bin, Das geht niemand etwas an boogied sehr verdächtig in die Richtung meiner allerliebsten Jeansträger von der Insel.

Die Texte sind überwiegend nicht besonders ernst zu nehmen (mit ein paar Ausnahmen), Grinsen ist allerdings meistens erlaubt und ab und an geht es in eine etwas "sozialkritische" Ecke (na ja, ein bisschen nur). Da können die SURPs ihre 70er Herkunft nicht ganz verbergen. Natürlich kommen sie an die Klasse eines Udo L. nicht heran, das hat keiner geschafft, natürlich ist Hannes Bauer der "bessere" Gitarrist und natürlich hatte Marius immer die besseren Bedingungen mit seinen Major-Verträgen. Aber der war nie mit seiner Moto Morini in Italien in Urlaub. Pfefferminz ist für Weicheier...

Und jetzt noch mal für alle: Wir reden von Bluesrock & Boogie für einfache Gemüter wie den Schreiberling. Also: Auffe Homepage gehen und CD bestellen! Hurtig!! Kapiert?

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 25.05.2004

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