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The Warren Brothers

Well-Deserved Obscurity

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Well-Deserved Obscurity
Well-Deserved Obscurity, 429 Records, 2004
Brett Warren Lead Vocals, Acoustic Guitar, Harmonica, Percussion
Brad Warren Lead Guitar, Harmony Vocals
Marty McIntosh Bass, Piano
Kirk Yoquelet, Angelo Cullora, Jeff Marino Drums
Eric Borash Mandolin, Dobro, Lap Steel, Guitar
Rob Stoney Piano, B-3, Organ
Tim Louer Keyboards
Russ Paul Pedal Steel, Banjo
Melissa Mathis Backing Vocals
Produziert von: Brett & Brad Warren Länge: 51 Min 38 Sek Medium: CD
1. Comeback (4:05)8. Trouble Is (4:14)
2. Between The River And Me (3:46)9. Quarter To Three (4:21)
3. Change (2:53)10. Little Saviour Of Brooklyn (3:49)
4. Southern Baptist Heartbreak (3:39)11. Running Out Of Heroes (3:55)
5. Goodbye To Neverland (4:19)12. Liquid Confidence (4:33)
6. Pretty (3:38)13. The Lucky (4:17)
7. Sell A Lot Of Beer (4:03)

Dass die Kündigung ihres Major-Labels BMG eine Trotzreaktion hervorrufen würde, dürfte jedem klar gewesen sein, der sich etwas intensiver mit der Biographie, den Texten und der Musik der WARREN BROTHERS beschäftigt hat. Freuen darf man sich daher mit der kleineren Firma 124 Records, die den beiden eine neue musikalische Heimat gewährt hat.

Gespart wurde eigentlich nur an dem recht knapp gehaltenen Booklet, ansonsten konnten Brad und Brett Warren aus dem Vollen schöpfen. Man spürt förmlich, dass ihr neues Album "Well-Deserved Obscurity" frei von allen Zwängen produziert wurde, und man kann guten Gewissens behaupten, dass sie nie stärker und rockiger herüberkamen als jetzt, wobei man natürlich nicht verschweigen sollte, dass man auch ihre beiden Erstwerke blind kaufen kann.

Sämtliche Songs stammen wieder aus der eigenen Feder. Erwähnenswert finde ich auch, dass in der Zwischenzeit so namhafte Interpreten wie LYNYRD SKYNYRD, Tim McGraw (mit dem zusammen sind einige Konzerte im Sommer in den Staaten geplant; wie wäre es eigentlich, wenn Herr Daus auf HoR-Kosten hinfliegt und berichten würde?) [wie wäre es eigentlich wenn sich Herr Daus seine Flausen aus dem Kopf schlagen würde? Red.] oder RUSHLOW ihre kreativen Dienste in Anspruch genommen haben.

Um dem Interessenten nicht ganz die Spannung zu nehmen, hier nur einige Highlights von vielen: Comeback macht seinem Namen alle Ehre, sofern man das so nach einer dreijährigen Albumpause sehen will; sehr melodisch gehalten mit schöner Pianobegleitung, aber auch tollen Slidegitarren. Das Lied könnte von der Art her auch auf einem guten Bryan Adams-Album platziert sein, ein Ohrwurm eben.
Der absolute Knaller und sicher einer meiner Songs des Jahres 2004 ist Between The River And Me. Zunächst erfolgt ein bedächtiger rootsmäßiger Einstieg, dazu eine nette Mandolinenbegleitung, dann plöztlich ein typisches ALLMAN BROTHERS-Break, Refrain im LYNYRD SKYNYRD-Stil, danach ein zum Headbanging einladender Metalpart und nach einem weiteren ALLMAN-Break noch mal klasse E-Gitarren. Hört sich wüst an, begeistert aber ungemein. Ein Wahnsinns Rocksong im Wechselbad der Gefühle und das auf einem in Richtung New-Country konzipierten Tonträger - alle Achtung!
Change beginnt mit einem wunderbaren Mandolinenintro und entwickelt sich zu einem rhythmischen Rocker der Marke John Hiatt oder BOTTLE ROCKETS.

Ihre Liebe zu LYNYRD SKYNYRD bekommt man bei folgenden drei Stücken zu spüren: Wohl auch als humorvolle Anspielung auf ihre frühere Kellnertätigkeit anzusehen ist Sell A Lot Of Beer. Ein typischer Mitgröler, der jeden Saal in Wallung bringen wird (... we're just one big redneck family and that's why we're in here, 'cause we don't sell a lot of records, but we sure sell a lot of beer...).
Der Southern-Boogie Quarter To Three erinnert an White Knuckle Ride, auffällig die Stimmähnlichkeit von Brett Warren und Johnny Van Zant.
Liquid Confidence hat ein wenig den Charakter von Devil In The Bottle vom "Endangered Species"-Album, ein semiakustischer Southern-Blues mit klasse Dobro- und Harpeinsätzen.

Einiges an Southern-Flair kommt auf den Hörer zu, aber auch leichte Westcoastansätze der Gattung EAGLES und ein wenig dezenter Pop-Rock wie bereits eingangs erwähnt.
Also, schnell bei Jürgen Thomä von Bärchen Records anklingeln und bestellen. Ob der schon mal in seinem Leben Bier an den Mann gebracht hat, bleibt wohl sein Geheimnis, aber dass er jede Menge toller Platten verkauft hat und verkaufen wird, kann ich Ihnen versichern...

Daniel Daus, (Impressum, Artikelliste), 13.05.2004

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