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CD-Review:
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Hätte der selige Robert Stolz damals schon etwas von einer Band namens TriPod gehört,
vielleicht hätte es seinen Klassiker Zwei Herzen im Dreivierteltakt nie gegeben.
Stattdessen wohl eher Vier Herzklappen im Neunachteltakt. TRIPOD's Rhythmusvielfalt ist vielleicht einzigartig im gegenwärtigen Rock und Jazz Universum. Der weithin bekannte regelmäßige Rhythmus spielt bei diesem Trio nur eine Nebenrolle. Vielmehr besteht das Album aus einer irren Verschachtelung von SYNKOPIERTEN, GESTOPPTEN und AKZENTUIERTEN Rhythmen, gekoppelt mit einer Vielzahl von ausgelassenen und hinzugefügten Schlägen. Spaß beiseite. Was TriPod in knapp 56 Minuten an vertrackten Arrangements auf den Hörer loslassen, hat gute Chancen für einen Eintrag in das Guiness Buch der Rekorde. Doch zuerst einmal zur Band. Die Instrumentierung allein ist schon äußerst abenteuerlich.
Clint Bahr an den Vocals und einem 12(!)-saitigem Bass. Steve Romano bedient die akustische und elektrische Schießbude und Keith Gurlano bläst auf seinen Saxophonen zum jazzrockigen Gefecht. TriPod's musikalische Grundausrichtung ist knackiger Jazzrock mit einigen Fusion Anleihen. Das wird allerdings mit einer unendlichen Anzahl von Breaks und Tempowechseln zelebriert. Erstaunlich, dass der Laser des CD Players nicht verrückt spielt. Trip The Light fängt jazzrockig an. Alle 3 Sekunden knallen irgendwelche abenteuerlichen Breaks um die Ohren. Und als ob das nicht genug wär, ändert die Band
beständig das Tempo. Wie kommt man nur auf solche Ideen? Zumindest live sollen die Drei nicht minder perfekt unberechenbar sein. Dance Of The Kabuki beginnt mit einer regelrechten Bigband-Offensive. Dann wird kurzzeitig entspannt gegroovt um plötzlich mit rockigen Vulkanausbrüchen zu faszinieren. Saxophonklänge genialen Ausmaßes verfolgen einen auf No Diamod Cries. Selten habe ich solche irrwitzigen Abfolgen von Saxophon-Spielereien gehört. Ein fantastischer Mix aus Progrock, Jazz und den guten alten CAMEL. TriPod's zweites Album nach dem 99er Debüt ist unbestritten ein Meisterwerk verrückter Songeinfälle. Kein Rhythmus, kein Tempo, kein Takt den die Band nicht irgendwie in ihre tolldreisten Songspielerein einbaut. Dazu sind die drei absolut perfekte Meister an ihren Instrumenten. TriPod nehmen die Musik des nächsten Jahrtausends vorweg. Die Platte macht irren Spaß. Und selbst Charlie Antolini dürfte solche verrückten Schlagzeugklänge noch nicht gehört haben. Joachim Domrath, (Impressum, Artikelliste), 14.10.2003
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