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Under The Blade,
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Come Out And Play,
Love Is For Suckers &
The Best Of...

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Demolition Records
Mehr Info:
All Music Guide (englisch)

Unser Disclaimer
Under The Blade
You Can't Stop Rock 'N' Roll
Come Out And Play
Love Is For Suckers
The Best Of...
Under The Blade, Demolition Records, 2005 (1982)
Dee SniderLead & Backing Vocals
Jay Jay FrenchGuitar
Eddie OjedaGuitar, Backing Vocals
Mark "The Animal" MendozaBass, Backing Vocals
A.J. PeroDrums, Backing Vocals
Produziert von: Pete Way (Remix 1985 von Mark Mendoza), Edwin S. Kramer (I'll Never Grow Up) Länge: 40 Min 08 Sek Medium: CD
1. What You Don't Know (Sure Can Hurt You)7. Under The Blade
2. Bad Boys (Of Rock'n'Roll)8. Tear It Lose
3. Run For Your Life9. Day Of The Rocker
4. Sin After SinBonus Track:
5. Shoot 'Em Down10. I'll Never Grow Up Now!
6. Destroyer
You Can't Stop Rock 'N' Roll, Demolition Records, 2005 (1983)
Dee SniderLead & Backing Vocals
Jay Jay FrenchGuitars & Backing Vocals
Eddie 'Fingers' OjedaGuitars & Backing Vocals
Mark 'The Animal' MendozaBass & Backing Vocals
A.J. PeroDrums & Backing Vocals
Produziert von: Stuart Epps Länge: 47 Min 25 Sek Medium: CD
1. The Kids Are Back8. I'll Take You Alive
2. Like A Knife In The Back9. You're Not Alone (Suzette's Song)
3. Ride To Live, Live To Ride10. You Can't Stop Rock 'N' Roll
4. I Am (I'm Me)Bonus Tracks:
5. The Power And The Glory11. One Man Woman
6. We're Gonna Make It12. Four Barrel Heart Of Love
7. I've Had Enough13. Feel The Power
Come Out And Play, Demolition Records, 2005 (1985)
Dee SniderVocals
Jay Jay FrenchGuitars & Backing Vocals
Eddie OjedaGuitars & Backing Vocals
Mark "The Animal" MendozaBass & Backing Growls
A.J. PeroDrums & Backing Vocals
Gäste:
Alan St. JohnAdditional Keyboards
Don Dokken & Gary HollandAdditional Vocals
Billy JoelPiano (Be Chrool To Your Scuel)
Clarence ClemonsSax Solo (Be Chrool To Your Scuel)
Brian SetzerGuitar Solo (Be Chrool To Your Scuel)
Alice CooperAccompanying Vocals (Be Chrool To Your Scuel)
Maxine & Julia WatersBacking Vocals (Be Chrool To Your Scuel)
Uptown Horns:
Arno "Cool-Ray" HechtTenor Sax (Be Chrool To Your Scuel)
Crispin CieoBaritone Sax (Be Chrool To Your Scuel)
Hollywood Paul LitteralTrumpet (Be Chrool To Your Scuel)
Bod Boy FunkTrombone (Be Chrool To Your Scuel)
Produziert von: Dieter Dierks Länge: 46 Min 08 Sek Medium: CD
1. Come Out And Play6. Be Chrool To Your Scuel
2. Leader Of The Pack7. I Believe In You
3. You Want What We Got8. Out On The Streets
4. I Belive In Rock'n'Roll9. Lookin' Out For #1
5. The Fire Still Burns10. Kill Or Be Killed
Love Is For Suckers, Demolition Records, 2005 (1987)
Dee SniderVocals
Jay Jay FrenchGuitars
Eddie OjedaGuitars
Mark "The Animal" MendozaBass
Joey "Seven" FrancoDrums
Gäste:
Steve Whiteman, Jimmy Chalfant & Kip WingerAdditional Backing Vocals
Beau HillKeyboards & Additional Backing Vocals
The New West HornsHorns
Reb BeachAdditional Guitars
Produziert von: Beau Hill Länge: 52 Min 46 Sek Medium: CD
1. Wake Up (The Sleeping Giant)9. You Are All That I Need
2. Hot Love10. Yeah Right
3. Love Is For SuckersBonus Tracks:
4. I'm So Hot For You11. Feel Appeal
5. Tonight12. Statutory Date
6. Me And The Boys13. If That's What You Want
7. One Bad Habit14. I Will Win
8. I Want This Night (To Last Forever)
The Best Of, Demolition Records, 2005
Länge: 40 Min 08 Sek Medium: CD
1. Under The Blade9. We're Not Gonna Take It
2. Destroyer10. Tear
3. What You Don't Know (Sure Can Hurt You)11. The Price
4. Shoot 'Em Down12. Come Out And Play
5. You Can't Stop Rock'N'Roll13. Love Is For Suckers
6. I Am (I'm Me)14. Never Say Never
7. The Kids Are BackBonus Video:
8. Stay HungryThe Fire Still Burns

Doch, es war mir peinlich. Damals, ungefähr im Jahr 1983, als ich mir aufgrund massiven Medienzwangs die LP "Under The Blade" von TWISTED SISTER bei Karstadt in München kaufte. Absichtlich bei Karstadt, damit mich niemand in meinem Stammladen erkannte. Wie die aussahen... und speziell dieser Dee Snider... auweh.
Was wir (ich) damals nicht wusste(n): Die Band gab es im Moment ihres Durchbruchs bereits über 10 Jahre und 1972 ff. sahen sie noch viel übler aus. Ein Nackenschlag für jeden Fan grundehrlicher Jeansträger, nachgerade schlimmer als die ohnehin schon grenzwertigen Nietenflitzen um Rob Halford, und eine widerwärtige Tunten-Mutation von KISS waren sie dazu. Bei denen wusste ja jeder, dass es nur Kinderfasching war - ähnlich wie bei Alice Cooper, der aber zu dieser Zeit ohnehin mehr als nächste Rock & Roll-Leiche denn als Zukunft der Popmusik gehandelt wurde. Klar, in die "Rocky Horror Picture Show" gingen wir jede zweite Woche, aber da wurde mit Reis geworfen und nicht mit Metal-Riffs.
Und dennoch, mit TWISTED SISTER hatte man den ganz großen Spaß und noch dazu den echten, unverblümten Ruch des dreckigen, versauten und megasexuellen Schmutz, den Hardrock ausmachen musste. So wie ihn Bon Scott darstellte und in sekundenschnelle kleine Jungs zu wilden Helden machte, wie Mick Jagger die Frauen unverständlicherweise bis heute wuschig macht, wie man sich wünscht, dass die Massen vor vielen heutigen Bands auf den Knien liegen und sie abfeiern.
Aber warum war das so? Dee Snider war nie, und ist es bis heute nicht, ein guter Sänger. Durchschnittskreische. Jay Jay French und Eddie Ojeda sind an den Gitarren bei Gott keine ausgemachten Virtuosen im Sinne eines Page oder Blackmore. Aber sie haben die richtigen Töne getroffen, um die Kids zu ficken. Und soll ich euch was sagen? Mit diesen Wiederveröffentlichungen ficken sie Euch wieder!

Nach Irrungen und Wirrungen und ein paar obskuren Singles kam die Band endlich zu einem Plattendeal beim kleinen Label Secret Records, musste aber von New York nach England fliegen, um mit UFO-Bass-Faktotum Pete Way als Produzent die erste richtige LP einzuspielen. Hört man sich das alte Vinyl heute an, ist man über den Sound durchaus verwundert - es klingt richtig scheiße. Man muss wissen, dass es die erste Produzententätigkeit Ways war und die Band schließlich auch nicht vor Studioerfahrung strotzte. Damals hat es nichts ausgemacht, heute haben wir die Wiederveröffentlichung von Demolition Records, die identisch ist mit dem formidablen Remix von 1985, der seinerzeit von Bassist Mark Mendoza nachträglich aufgepeppt wurde.
Wie es für eine erfahrene Liveband üblich ist, waren auf der ersten Studioplatte lange bühnenerprobte Nummern, TWISTED SISTER hatten zu dieser Zeit längst eine kleine Fangemeinde und reichlich Reputation in den Clubs von NYC gesammelt. Und sie klangen nicht unbedingt nach U.S.A. und Studio 54 (DIE Disco in New York dazumal). Zu diesen Zeiten hatten amerikanische Bands ihre Einflüsse durchaus noch aus England bezogen und es darf nicht verwundern, dass etliche Songs an britische NWOBHM- oder gar noch ältere Heroen erinnerten. So ist beispielsweise Sin After Sin nicht nur namentlich mit dem gleichnamigen Album von PRIEST verwandt.
Einflüsse hin oder her, "Under The Blade" ist möglicherweise die beste Metal-Langspielplatte des Jahres 1982. Und ist über die Jahre zu einem Klassiker des Heavy Metal geworden - auch wenn dieser "Heavy Metal" knapp ein Vierteljahrhundert später wie braver Rock & Roll und gar nicht mehr böse klingt - sogar THE SHANGRI-LAS (eine Girl Group aus den Sechzigern) lassen grüßen. All die Inspirationen, britisch oder amerikanisch, die Sonderklasse der Songs auf dem Album, die unbestreitbare Ausstrahlung der Band und ein moderater Charterfolg für das kleine Label haben zu einem riesigen Deal mit Atlantic Records geführt, bei denen dann ein Jahr später die zweite Platte erschien.

Neue Plattenfirma, neuer Producer, neue Songs. Die zweite Platte bereitet jeder bereits etwas älteren Band Probleme, TWISTED SISTER haben diese Probleme nicht geschultert. "You Can't Stop Rock 'N' Roll" ist ein deutlich schwächeres Album als der Erstling "Under The Blade" geworden. Gründe: Die Songs hatten nicht den unwiderstehlichen Drive des Debuts, die Heavyness klang oft aufgesetzt und vor allem war die Produktion fürchterlich. Und das, wo Atlantic Records den renomierten Stuart Epps beauftragt hatten, der von LED ZEPPELIN (damals) bis Robbie Williams (heute) so ziemlich jeden dritten Heros der Popgeschichte im Studio verwurstet hat. Das Ergebnis war ein lauwarmer Metal-Aufguss, der in der Retrospektive allerdings durchaus aphrodisisch wirken kann. Obwohl zwischen dem furiosen Einstieg The Kids Are Back und dem grandios abschließenden You Can't Stop Rock 'N' Roll jede Menge kompositorischer Leerlauf zu finden ist, und die aufgeblasene Produktion den Rest besorgt, ist "You Can't Stop Rock 'N' Roll" heutzutage kein schlechtes Album, wurde aber verkaufs- und beliebtheitsmäßig sogar von den Dünnbrettbohrern QUIET RIOT und ihrem "Metal Health" überboten.
"You Can't Stop Rock 'N' Roll" war lange nicht so gut wie die nachfolgende LP "Stay Hungry". Warum ausgerechnet die nicht wiederveröffentlicht wird, wissen die Geier, oder die Leute bei Demolition Records. Deswegen braucht man an dieser Stelle leider nicht auf den 84er Meilenstein eingehen. Hoffentlich erbarmt sich bald jemand der Scheibe.

Nach "Stay Hungry", dem größten Charterfolg ihrer Geschichte, hatten TWISTED SISTER wieder ein neues Problem: Weiterhin auf die kaufwillige Chart-Kundschaft schielen, oder eine Kehrtwendung zum Tunten-Metal der beiden ersten Scheiben machen? Auf die Kommerz-Kunden konnte man sich bekanntlich noch nie langfristig verlassen - wer weiß schon, welchen neuen Trend MTV morgen ausrufen wird. Die Heavy-Fraktion hatte bereits mit "Stay Hungry" leicht gehadert und wäre eine weitere "Verpopung" wohl nicht mehr mitgegangen. Und Überraschung: Die Band hat noch mal den Kopf aus der Schlinge gezogen und den Spagat zwischen Metal, leichtgängigem Rock & Roll und Pop geschafft. Nicht unbeteiligt war daran natürlich Produzent Dieter Dierks (wegen dem wohl I Believe In You verdächtig nach einer zwanghaften SCORPIONS-Schnulze klingt), der dem Album einen packenden Sound verpasste, auch wenn der heute wahrlich nicht mehr zeitgemäß und in Teilen sogar dünn klingt. Da zudem die Kompositionen Sniders passten und die ausgesuchte Covernummer Leader Of The Pack direkt umwerfend ins Ohr rauschte, wurde die LP zu einem weiteren Highlight. Snider ist einer der wenigen, der simple Mitbrüll-Nummern schreiben konnte, ohne auf Dauer zu langweilen - wer bei You Want What We Got und Be Chrool To Your Scuel nicht aus dem Häuschen ist, darf weiterhin bei Florian Silbereisen schunkeln.
TWISTED SISTER waren jetzt (1985) Superstars und konnten sich jede Menge namhafte Gäste ins Studio laden. Don Dokken, Billy Joel, Brian Setzer, Alice Cooper, die sündenteuren UPTOWN HORNS und Springsteen-Pustefix Clarence Clemons bereicherten die Scheibe - insbesondere natürlich Be Chrool To Your Scuel - und reüssierten auch teilweise auf dem zugehörigen Video, das auch in den deutschen Metal-Sendungen (ja ja, das gab es damals wirklich, gell, Frau Hopfenmüller) zur Belustigung des Volks lief.
Nach wie vor eine großartige Scheibe, die von den Kritikern hemmungslos verrissen wurde und einmal mehr die damals hochpopuläre und abgründig reaktionäre Zensurvereinigung PMRC (Parents Music Resource Center) auf den Plan rief - was bekanntlich oftmals für gehobene Unterhaltungsqualität bürgt.
Das Album erreichte zwar nicht die Chartpositionen wie sein Vorgänger, fuhr aber mühelos Gold ein und entwickelte sich über die Jahre zum wohl populärsten der Band. Jedem Neuling sei als Sammelobjekt das geniale Gullideckel-Cover der LP-Originalausgabe empfohlen - anhören kann man sich ja die CD, auf der zudem noch der (überflüssige) Bonus Track Kill Or Be Killed enthalten ist.

Im folgenden Jahr krachte es in der Band. Drummer A.J. Pero war plötzlich draußen, Snider und Jay Jay French kriegten sich über die weitere Richtung der Band ins üppige Haar (im Covertext konnte man lesen "Dee Snider no longer uses Sassoon Protein Hair Re Moisturizing Creme - you blew it Vidal!") und Fliegengewichts-Produzent Beau Hill durfte die nächste Platte im Studio verhunzen. Das ist ihm weitgehend gelungen, "Love Is For Suckers" klingt wie ein müder WINGER- oder WARRANT-Abklatsch. Studiogäste waren bezeichnenderweise u.a. Kip Winger, Reb Beach und zwei Helden der explodierten Handbesen KIX.
Pop-Metal der übelsten 80ies-Sorte kam dabei heraus und kann bis heute nicht milde stimmen. Die Songs waren bis auf wenige Ausnahmen (Love Is For Suckers, bei dem Ojeda und French klasse marschieren, Me And The Boys als gelungener Mitschrei-Ohrwurm) ebenfalls minderwertig und TWISTED SISTER hatten ihr Pulver verschossen, da half auch nicht der scheußliche Donnersound des neuen Schlagzeugers Joey Franco und der krampfhafte Versuch mit Hot Love einen weiteren Hit zu landen und gar nicht die zaghaften Bläsersätze auf dem an und für sich fetzigen One Bad Habit, das allerdings ein pures Selbstplagiat war. Die Platte ging und geht rechts rein und flugs auf der anderen Seite wieder hinaus.
1987 war die große Zeit solcherlei Musik auch mehr oder weniger abgelaufen und nicht mehr in style. TWISTED SISTER durften abtreten, was sie auch gleich nach der Veröffentlichung der Platte taten.

So schrecklich poliert "Love Is For Suckers" auch klang, einen Kaufanreiz hat diese Neuveröffentlichung durchaus: Es gibt vier Bonus Tracks (die allerdings auch schon auf den Re-Issues von Spitfire Records aus dem Jahr 1999 enthalten waren). Feel Appeal ist ein guter Rocker, war vermutlich Beau Hill einfach zu heavy, Statutory Date rumpelt als dicker Boogie daher, If That's What You Want wäre mit seiner Power auf "Come Out And Play" ziemlich weit vorne gewesen, und I Will Win hätte als einzige Nummer auf "Love Is For Suckers" Chancen auf einen Hit gehabt - einen rockigen Hit wohlgemerkt!
Anyway, damals wollte die Band (oder der Produzent) die Nummern nicht, heute sind sie ein willkommener Grund zum Erwerb der CD.

Was in den folgenden Jahren mit den Bandmitgliedern geschah, kann man, falls man es nicht ohnehin weiß, nachlesen. Inzwischen touren TWISTED SISTER wieder und begeistern nicht nur die Nostalgiker bei diversen Festivals. Auch wenn sie natürlich alte Säcke sind und die Karnevalskostümierung Dekaden später wirklich albern ist, Dee Snider kann es noch immer, auch als mittelmäßiger Sänger, er hat jede Meute mit seinem raumfüllenden Wesen einfach im Griff und geriert sich als humoriger Frontmann, der auch sich selbst gerne auf die Schippe nimmt. Eddie Ojeda hat kürzlich ein phantastisches Album namens "Axes 2 Axes" veröffentlicht und wer sich nicht die vier hier besprochenen Alben zulegen will, kann zu einer weiteren Compilation, "The Best Of...", greifen. 14 Songs - über die Zusammenstellung kann man selbstverständlich streiten - plus ein 2003er Video aus der "Live At Wacken" DVD.
TWISTED FOREVER!

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 15.11.2005

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