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Two Moon

Hard Live

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Hard Live
Die CD gibt es im Home of Rock zum Hören und Kaufen
Hard Live, Eigenvertrieb, 2002
Alex Fuchs Vocals, Electric & Acoustic Guitars
Dieter Gottschling Electric Guitar
Steffen Winkler Blues Harp, Slide Guitar
Wolfgang Funk Piano, Organ
Asja Karamov Background Vocals
Jens Lange Bass
Achim Schanz Drums
Produziert von: Two Moon & Markus Kopschitz Länge: 31 Min 12 Sek Medium: CD
1. Crash (4:32) Ohr5. Peepshow (3:05) Ohr
2. Station Man (4:12) Ohr6. Broken Mirror (5:04) Ohr
3. Stay (4:51) Ohr7. Silent Day (5:56) Ohr
4. Lose Your Head (3:35) Ohr

Jetzt steht es 3 zu 1 im Duell Süd- gegen Nordstaaten. Speziell im Angriff ist der Süden einfach überlegen. Einer einzigen (Kay-Hendrik) Speer-Spitze in der Nordauswahl bei NOCTURN stehen gleich 8 Mittel- und Flügelstürmer bei LIZARD, FLATMAN und den Aufsteigern von TWO MOON gegenüber. Oder anders ausgedrückt: Auch bei TWO MOON sind 3 Gitarren im Sturm tätig. Wer braucht da noch eine Defensivabteilung?

Seit 1998 gibt es TWO MOON und sie mischen die Bayreuther Umgebung gründlich auf.
Im Juni dieses Jahres hatten sie die Gelegenheit, dort das Vorprogramm von DOC HOLLIDAY zu bestreiten. Das ist bekanntlich reichlich schwer, denn Bruce und seine Männer lassen sich normalerweise nur von LIZARD ab und an ein Freistoßtor verpassen. TWO MOON haben die Chance genützt und bei diesem Gig gleich ein Livealbum mitgeschnitten.

Der M(usikalische)K(ontroll)A(ausschuss) gibt hiermit das Ergebnis bekannt:
TWO MOON wird einstimmig in die erste Liga der deutschen Southern Rock Bands aufgenommen, darf sich an der Qualifikationsrunde zur nächstjährigen Rock & Roll-Guitarslinger-League beteiligen und erhält Freispiele unbegrenzter Zahl in meinem CD-Player.

Es ist schon verblüffend, dass in letzter Zeit plötzlich saustarke Southern Bands quasi aus dem Nichts auftauchen. Wenn man sich die Jungs der 2 Monde anhört, wie sie von Beginn an abmarschieren und Vollgas geben, kann man sich wirklich nur freuen. Es scheint beinahe, als sei die Zeit von Kopfsockenträgern und Post-Grunge-Hampelmännern vorbei.
Ein gutes halbes Stündchen geht auf "Hard Live" so richtig die Post ab. Crash heißt der Einstieg, es crasht aber gar nicht, sondern knallt einfach nur klasse. Dicke fette Gitarren, Harp, "one for the money, two for the show", Piano de luxe. Ja ja, das gefällt.

Station Man wird als Blues angekündigt. Der nervöse und vom Blues gelangweilte Hörer sollte aber nicht sogleich auf die "Weiter"-Taste drücken. Der Schrankenwärter kommt ausgesprochen rockig daher und groovt sich 4 Minuten lang äußerst kernig durch seinen harten Arbeitstag. Logisch, so einer muss schließlich ordentlich hinlangen. Da werden keine Bleistifte balanciert, die Harp-Guitar-Schranke senkt und hebt sich im Sekundentakt.
Ausschnaufen kann man dann etwas bei Stay. Die Nummer erinnert ein wenig an die OUTLAWS. Nicht so schlecht, diese Referenz.

Positiv auffällig an "Hard Live" ist die weitgehende Eigenständigkeit der Band. Natürlich hört man die eine oder andere Reminiszenz an alte Helden, so viele Bands mit Twin-Guitar gibt es schließlich nicht, aber die Franken sind KEINE Klau- und Coverband.

Temposteigerung dann wieder bei Lose Your Head. Feiner Gesang (auch aus dem Background), Boogie in den Gitarren, die Harp schön dezent hinten, Break und dann mein persönlicher Liebling:
Peepshow. Die Augen weit auf, immer gradeaus, straight durch das kleine Loch schauen und nie vergessen, die Rock'n'Roll-Münzen nachzuwerfen.
Alle Achtung, das ist ein toller Song.

Country Rock, ohne "New" davor, dann bei Broken Mirror. Klassische Slide Guitar, ein Schuss akustische Klampfe und drüber schöne Soli. Der Highway kommt mir in den Sinn...
Leider schon Rausschmeißer ist die Ballade Silent Day. Ich bin bekanntlich kein so großer Balladenfreund, aber auch hier bedienen sich TWO MOON nicht mehr als nötig der gängigen Klischees. Schöne Nummer.

Was will man noch sagen? "Hard Live" ist tadellos gelungen, der Sound ist glasklar, die Songs passen, die Band ist tight und die Fangemeinde wartet auf das Gipfeltreffen der deutschen Southern Rock Bands. Wenn sich die, zahlenmäßig unterlegenen, Jungs aus dem Norden (ich meine NOCTURN) anstrengen, verleihen wir ihnen bei diesem Spiel einen Ehrenpunkt. Elfmeterschießen ist bekanntlich Glückssache.

Fred Schmidtlein , (Impressum, Artikelliste), 17.11.2002

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