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CD-Review:
Uncle Tupelo89/93: An Anthology |
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Tupelo. Eine Kleinstadt in Mississippi. Bekannt nur wegen ihres berühmstesten Sohnes, der die ganze Musikwelt im Alleingang aufmischte, kein geringerer als Elvis Presley. Ob sich die drei jungen Musiker aus Illinois Ende der 80er ebenfalls als Erneuerer bzw. Begründer einer Musikrichtung verstanden und deshalb "Tupelo" im Bandnamen führten entzieht sich meiner Kenntnis. Fakt aber ist, dass sie gemeinsam mit anderen Interpreten den Boden dafür bereiteten. Dass man noch keine 10 Jahre nach der Auflösung einer Band eine Anthologie veröffentlicht, mag zuerst etwas seltsam anmuten. Aber dennoch kann man nur anerkennend den Daumen heben, UNCLE TUPELO haben durch ihre Verschmelzung von Country, Punk, Grunge, Folk und Rock, so total verschieden diese Stile auch sind, mit einfach umwerfenden Songwriting die heutzutage so beliebte Alt. Country Bewegung nachhaltig beeinflusst. Der Titel ihres ersten Albums, "No Depression" wurde somit auch ein Synonym für die neue, alternative Countrybewegung. Die hervorragende Stimme Farrars, gepaart mit herzhaften, teilweise ungehobelten Gitarrenklängen und jeder Menge Originalität ihrer eigenen Songs liessen aufhorchen. Wer sonst traute sich, Songs der Carter Family (No Depression), den Stooges (I wanna be your Dog) oder auch von Creedence Clearwater (Effigy) zu intonieren, mal ein fast reines Punkkonzert zu geben, um am nächsten Abend eine Unplugged-Session auf irgendeiner Bühne zu zelebrieren? Und genau das von John Fogerty geschriebene Effigy zeigt so deutlich den Unterschied zwischen harmlosen Schönspiel (bei GOV'T MULE) und der explodierenden Spielfreude von UNCLE TUPELO auf. Diesen Songs gab's bisher nur auf einer Kompilation, schön, dass er auf dieser nur als extrem gelungen zu bezeichnenden Anthology zu finden ist. Die 21 Songs dieses Albums fangen als Appetitanreger die grossen Momente ihrer vier regulären Alben auf, pendeln zwischen Country-Punk (Graveyard Shift und Chickamauga), Rock (Whiskey Bottle), Folk (No Depression), reiner Countrylehre (New Madrid) oder auch der schon angesprochenen Vermischung aller dieser Stile - und - man höre sich nur mal den einzigartigen Gesangsvortrag auf Black Eye an. Dagegen sehen viele andere Vokalakrobaten ziemlich armselig aus... Es gibt natürlich eine Menge Leute, die mit solcher Musik nichts anfangen können, selbst im Home of Rock gibt's Kollegen, die diese Musik als "komisch" bezeichnen. Was sie natürlich nicht ist. Das ist alles ehrlich, roh, handgemacht und zudem noch äusserst einflussreich. War vor 10 Jahren gut, ist heute gut und wird immer gut sein. Nachdem sich die Band auflöste formierte Jay Farrar SON VOLT und Jeff Tweedy WILCO, beide Gruppen tief in der eigenen UNCLE TUPELO-Tradition stehend. Für diejenigen, die sowieso schon Fans dieser Band sind, gibt's noch die gute Nachricht, dass Sony/Legacy bis Ende März 2003 die vier Original-Alben remastered inkl. Bonustracks veröffentlichen will.
Manni Hüther , (Impressum, Artikelliste), 08.11.2002
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