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Back From The Dead

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Back From The Dead
Back From The Dead, Majestic Rock Records, 2004
Fin Vocals & Harp
Pete Way Bass & Vocals
Chris George Guitar & Vocals
Paul Haslin Drums & Vocals (Garden Of Eden, I'm Gonna Love Ya & Lost In Cleveland)
Scott Phillips Drums
Länge: 40 Min 37 Sek Medium: CD
1. The Alternativa5. The Price Of Love
2. Garden Of Eden6. Breakfast Show
3. Dreams7. I'm Gonna Love Ya
4. Must B More 2 It Than This8. Lost In Cleveland

Warum nur geht mir bei dieser Band einfach nicht das Lied Trunkenbold von Achim Reichel aus dem Kopf? An Pete Way, dem stadtbekannten Abstinenzler kann es nicht liegen...
Ist auch egal, WAYSTED sind wieder da!

Pete Way ist klar, oder? Das Bass-Tier von UFO kennt Ihr? Irgendwie klappt es beim Mutterschiff nicht mehr so recht, die kürzlich gelaufene US-Tour konnte Pete wegen angeblichen Visums-Problemen nicht mitmachen, außerdem ist er mit Phil Mogg insgesamt nicht so richtig ausgelastet und wenn er nicht beschäftigt wird, stellt er eh nur Unfug an. Also holt er kurzerhand seine alte Hobbykapelle wieder zusammen, oder besser gesagt, er schnappt sich seinen alten schottischen Teetrinkkumpanen und Einschreier der drei ersten WAYSTED Platten Fin und paar neue Musikanten und trommelt eine neue CD ein.
Natürlich kann ein Projekt von und mit Pete Way niemals völlig unkompliziert über die Bühne gehen. In diesem Fall hatte er eigentlich mit Paul Chapman (UFO, LONE STAR, SKID ROW - die mit Gary Moore) an der Gitarre geplant, es gab Stunk, Paul flog, jetzt wird heftig in diversen Internetforen und auf Homepages übereinander hergezogen, als Ersatzgitarrist kam ein gewisser Chris George hinzu, der spielte sämtliche Gitarrenspuren neu ein und mit nur ganz wenig (...) Verspätung ist die Scheibe jetzt endlich fertig.

Ich habe WAYSTED irgendwann vor etwa 20 Jahren irgendwo als Vorband gesehen und sie waren nicht gut. Volltrunken, krachig lärmend und auch ansonsten mehr Punk als gepflegter Hardrock. Aber was ist nur "Back From The Dead" für ein Hammer geworden?!? Kurz (40 Min.), heftig, null progressiv, dafür brettharter Rock & Roll, wie ich ihn liebe. Fin singt besser als je zuvor, er hat jetzt diese gewisse Altersweisheit in der Stimme (oder ist es nur der Whiskey der letzten 20 Jahre?). Wer immer die Gitarren gespielt hat (mit Verlaub, Chapman traue ich das nicht zu), sie rrrrrrocken wie die Pest, genau mein Geschmack, und Pete ballert seinen altbekannten Bass dazu. Einen Mega-Boogie gibt es mit Lost In Cleveland gratis dazu. QUO-Fans herhören!

Was zuerst noch bedächtig mit The Alternativa beginnt, wird mehr und mehr zum Hardrock-Album des Jahres. Was sage ich, selbst der Opener steigert sich in eine Art manischen UFO-Rocker der Extraklasse. Überall Gitarren, überall die bluesigen Roots, DAS ist die Alternative zu all dem Geschrabbel der letzten Monate. Oder man geht direkt in den Garden Of Eden und gibt sich süßen Dreams hin. Zwei dermaßen melodiegesättigte Vollgasrocker, dass einem ungeübten NuMetal-Hörer die Luft wegbleiben wird. Mir auch beinahe und es mag bloß keiner sagen, dass ich nicht in Übung wäre. Was Fin da vor sich hin schmettert, hat das Zeug zum Klassiker (wenn wir nicht das Jahr 2004 hätten und die Welt voll mit Tonschrott wäre).
Klar, einen Coversong braucht es unbedingt und da liegen die EVERLY BROTHERS selbstverständlich immer nah. Sehr am Original orientiert, schreddern sich die Herren durch The Price Of Love und polieren den ollen Boogie angenehm auf. Hat jemand was gegen Don oder Phil Everly? Schickt ihnen einfach eine Kopie dieser Version, dann ist auf alle Ewigkeit Ruh mit den beiden Heulbojen...
Doch zum Glück gibt es auf dieser Platte auch richtigen Rock & Roll und Boogie, da kommt die kleine Breakfast Show genau richtig.

Mal ohne Unsinn und Ironie, ich bin froh, dass mit I'm Gonna Lova Ya endlich eine (anfängliche) Ballade kommt - nach knapp drei Minuten können sie sich dann doch nicht zurückhalten und rocken wieder wild drauflos. So viel Adrenalin ist kaum auszuhalten. Doch den endgültigen Todesstoß bekommt man mit besagtem Lost In Cleveland versetzt.

This piece of shit rocks!

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 25.11.2004

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