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| Bite The Bullet, Prime Entertainment, 2007 |
| Jens Walkenhorst |
Vocals & Guitar |
| Mario Erdmann |
Bass & Vocals |
| Thomas Ellenberger |
Keyboards & Vocals |
| Sebastian Gröning |
Drums |
| Produziert von: Bob Jensen & Wild Frontier |
Länge: 59 Min 02 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Anything You Want | 9. Surrounded |
| 2. Don't Walkaway | 10. Restless |
| 3. Take A Look At Yourself | 11. Save Yourself |
| 4. Good Things Don't Come Easy | 12. Hole In My Soul |
| 5. Lost & Found | 13. Where Would I Be Without You |
| 6. Before Your Heart Will Turn To Stone | Limited Edition Bonus Tracks: |
| 7. Everytime (I Look Around) | 14. I Can't Believe |
| 8. One Heart - One Soul | 15. I Know There's Something Going On |
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Eine CD, die man gut und gerne in Grund und Boden schreiben könnte. Oder gar lächerlich machen, was für die Band WILD FRONTIER sicherlich noch betrüblicher wäre. Aber mal ehrlich: Wer sich selbst als ideale Band für Festival, Hochzeit, Geburtstag, Stadtfest, Bikertreffen oder Party anbietet und dazu im Programm so unsterbliche Peinsamkeitsgranaten wie Final Countdown oder Bed Of Roses führt, muss mit Hohn und Spott leben.
Vielleicht sollten die Hessen um die beiden Gründungsmitglieder Jens Walkenhorst (Guitar & Vocals) und Mario Erdmann (Bass & Vocals) mal ganz grundsätzlich über die Ausrichtung ihrer Kapelle nachdenken. Denn wenn auch direkter Diebstahl im Bandnamen und musikalische Ähnlichkeiten zu diversen amtlichen Eighties-Vorbildern durchaus zusammenpassen und legitim sind, das Dasein als (halbe) Coverband und die angestrebte Authentizität tun das nicht. So gewinnt man vielleicht Hochzeits-, Geburtstags- und Stadtfestpublikum, den Rocker und seine Braut (so sie denn eine gescheite ist) nicht. Und Biker wackeln sowieso nur mit dem Arsch, wenn sie in allerhöchste Ekstase versetzt werden. Born To Be Wild ist aber nicht im Repertoire.
Mag dieser Schlingerkurs vielleicht ein Grund sein, das WILD FRONTIER trotz diverser Alben in den letzten 16 (!) Jahren nicht wirklich die Wurst vom Teller gezogen haben? Man sollte nicht immer alles auf die "schlechte Gesamtsituation" schieben.
So. Das musste mal gesagt werden. Und zwar vor allem aus folgendem Grund. WILD FRONTIER haben mit "Bite The Bullet" ein so tadelloses Melodic Hard Rock Album abgeliefert, dass es jammerschade wäre, wenn besagte Braut mitsamt Rocker sich nicht für die Scheibe interessieren würden. Denn auch Bands wie BONFIRE oder GOTTHARD - beide natürlich stilverwandt mit unseren Kunden von W.F. - schaffen es seit einiger Zeit wieder, beide Zielgruppen anzusprechen. Also die headbangende Powerfriseurin und den Hardrocker mit den Spülhänden. Sollte doch mit dem Teufel zugehen, wenn Knackwürste wie Everytime (I Look Around), Anything You Want, Save Yourself, Take A Look At Yourself und etliche andere nicht die verehrten Popöchen ins Schwingen brächten. Und komme keiner mit dem Vorwurf, hier würde konsequent bei BON JOVI abgekupfert. Diese kleine Band aus New Jersey hatte schon großartige Songs - Bed Of Roses gehört halt nicht dazu.
WILD FRONTIER bieten beachtliches Gitarrenhandwerk, ausgesprochen gut anzuhörende Gesänge, druckvolle Produktion und vor allem weitgehend überzeugendes Songwriting. Auch wenn's tausendmal anachronistisch anmutet, das hier ist ohne Zweifel die Musik für ein großes Publikum. I Know There's Something Going On, vor Jahrzehnten von Russ Ballard für Anni-Frida Lyngstad von ABBA geschrieben, war das schließlich auch. Die Version unserer Deutschrocker braucht sich nicht zu verstecken. Übrigens ganz absichtlich "Deutschrocker", denn trotz allem Englisch tun sich doch gewisse "deutsche Tugenden" auf - auch wenn dieser Ausdruck grässliche Schmerzen bereitet. So hat der Gesang diesen typisch deutschen Raspel-Schmelz, den z.B. Claus Lessmann seit jeher pflegt und der irgendwie nach DEF LEPPARD goes St. Pauli klingt. Es tut aber nicht weh, stört nicht, macht sogar meistenteils Spaß.
Und nun zu den Balladen, ein in diesem Genre unvermeidliches Thema. Sieht man von vielleicht zwei etwas arg schlagerhaft geratenen Versuchen ab, haben WILD FRONTIER sehr sehr geile Tränendrüsensongs an den Start gerollt. Gut gemacht. Nothing else to say, vor allem nicht von einem Verehrer der härteren Töne. Gleiches gilt für die Verbeugungen vor Gary Moore. Before Your Heart Will Turn To Stone hat Stil und Klasse und es ist zu bezweifeln, dass der orientierungslose Ire noch jemals selbst solche Songs auf die Reihe bekommt.
WILD FRONTIER haben ordentlich zugeschlagen. Jetzt bitte noch die Trennung vom Image einer Straßenfest-Coverband und dann sind sie in der deutschen Melodic-Hierarchie ganz weit oben.
Der Oberlehrer sagt: Aufstehen, astreine 2, weitermachen!
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