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Will Thomas

I Will Not Look Like Them
& Alabama Day

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I Will Not Look Like Them
Alabama Day
Die CD gibt es im Home of Rock zum Hören und Kaufen
I Will Not Like Like Them & Alabama Day, 1997 & 2000
Will Thomas Vocals, Acoustic Rhythm Guitar, Electric Rhythm Guitar, Percussion
David Allen Drums
Owen Brown Bass
Ed "Ruffy" Canada Lead Guitar, B-bender, Acoustic Guitar
Wayne Perkins Lead Guitar
Jurassic Joe Walk Piano, Hammond B3
Kelvin Holly Guitar (auf "Alabama Day")
Spooner Oldham Piano (auf "Alabama Day")
Guy Higginbotham Sax, Flute (auf "Alabama Day")
Produziert von: Will Thomas Länge: 44 Min 46 Sek & 41 Min 10 Sek Medium: CD
I Will Not Look Like Them:
1. I Will Not Look Like Them Ohr6. Girl I Know
2. Wait Again7. Just Stay Pretty
3. Tomorrow Will Be Like Yesterday Ohr8. Insomnia
4. Trouble In Mind9. I Ain't About To Fight
5. Sunday Blues10. Everybody Needs Love
Alabama Day:
1. Alabama Day Ohr6. Sleep Doctor
2. Be Thankful7. Powers Of Deception
3. She Gets Me8. Come My Way
4. Waffle House Ohr9. Let Love Come Between Us
5. Got No Blues10. Too Late

Das Leben als Rock'n'Roll-Fan ist doch wunderbar. Was kümmert es einen schon, daß man tausende von Mark in lauwarme Newcomer oder abgestandene Altrocker investiert. Zwischendurch und überraschend kommen einem immer wieder echte Perlen unter den Laser.
Der aus Alabama stammende Sänger und Songwriter Will Thomas ist so eine positive Überraschung. Ein junger aber gestandener Südstaatler, dessen beide CDs ich (mal wieder) bei CD-Baby entdeckt habe.

Will Thomas erfindet keinen neuen Sound. Aber wer braucht das schon? Dem traditionsbewußten Hörer reicht eine vernünftige und, in diesem Fall, größtenteils hochspannende Neufassung schöner Southern-Musik.
Will macht eine niemals lärmende, dafür sehr groovige Mischung aus typischem Südstaaten-Rock ala Allman Brothers, gewürzt mit etwas Country (Rock), ein wenig Jazz, viel Blues und einige Folk-Prisen.

Beide CDs sind von Thomas selbst produziert und bis auf 3 Titel hat er auch alles selbst verfasst.
Will singt ausgesprochen angenehm und variabel und beherrscht sämtliche Tonlagen zwischen Gregg Allman, Folkie und Country-Outlaw.
Auf beiden CDs agiert weitgehend die gleiche Backing Band und die macht ihre Sache tadellos. Herausragend sind die Gitarren von Ed Canada und Wayne Perkins (von dem vermutlich die wundervollen Slide-Einlagen stammen). Die Liste von Bands, mit denen Perkins seit Anfang der 70er gearbeitet hat, ist übrigens überwältigend. Von den Everly Brothers über Bob Marley, Lynyrd Skynyrd, den Rolling Stones bis Glenn Frey.

Zwischen den einzelnen Songs kann man kaum Qualitätsunterschiede feststellen. Das heißt, wenn dem Hörer die erste Nummer, also der Titelsong I Will Not Look Like Them, gefällt, dann kann er getrost die CD kaufen.
Es ist stimmiger Southern Rock. Vielleicht kann man sagen, die Schnittmenge aus den Allman Brothers, Little Feat, Stevie Ray und all den anderen Helden.
Unnötig, einen Song herauszustellen. Es groovt, rockt und bluest. Die Nummern sind bis zu 7 Minuten lang, so daß genügend Zeit und Platz ist, um den einen oder anderen ausgiebigen Jam-Ausflug zu machen. Und diese Ausflüge sind nicht von der Art, dass man sich derweil ein neues Bier holt (oder altes wegbringt), sondern man sitzt gemütlich im Schaukelstuhl und wippt sich ein. Selten wird bei Studioproduktionen der Sound so authentisch und gefühlvoll transportiert.

Über einem Thema wie dem Sunday Blues kann man schon mal einige Minuten sinieren. Und sich fragen, ob man das nicht erst neulich gehört hat. Antwort: Natürlich hat man. Aber nicht so angenehm relaxt und packend. "All the sunday demons are rolling...".
Gleich hinterher kommt eine hübsche R&B-Nummer, bei der Jurassic Joe sein Boogie-Piano auspackt.

Mit Track 7 kommt der erste Ausritt in Country-Gefilde. Wirklich schöne akustische Gitarren um einen traditionellen (nicht altmodischen) Song. Weitab vom Nashville-Hit-Brei. Und gejodelt wird auch nicht.

Abschluß von "I Will Not Look Like Them" ist die Eddie Hinton-Nummer Everybody Needs Love. Eine sehr sehr schöne Fassung, zu der Thomas eine eigene Strophe hinzugefügt hat. Kennt eigentlich noch jemand Eddie Hinton? Der hat ein paar tolle Soul-Nummern geschrieben und ist leider vor ein paar Jahren gestorben

Die aktuelle CD "Alabama Day" ist aus dem gleichen Holz geschnitzt. Und Holz ist wörtlich zu nehmen. Wo Will Thomas draufsteht, da wird nicht mit Plastik gearbeitet. Man höre sich mal den Titeltrack an. Perfekte Southern-Gitarren.

OK. Be Thankful gefällt mir nicht. Klingt mir zu sehr nach Jazzkeller nachts um halb 4. Ansonsten höre ich, nicht nur wegen der Flöte, etliche Marshall Tucker Band-Einflüsse.

She Gets Me nimmt 3, 4 mal eine ganz überraschende Wendung. Spannender Song, toller Songwriter.
Waffle House ist eine witzig-melancholische Story über ein 24-Stunden-Restaurant. Wunderbare Textzeile: "And the man says: well, he doesn't say a thing".

Anschließend wird bei Got No Blues einmal mehr, nicht wirklich neues Bluesmaterial ganz vorzüglich gerockt. Wenn ein Gitarrist (bzw. 2) so rockt, dann kann das gespielte Schema noch so antik sein. Es kommt einfach sensationell rüber. Die schöne Hammond und ein verschärftes Sax-Solo gibt es kostenlos dazu.

Während ich Sleep Dr. zum x-ten Male höre, fällt es mir plötzlich ein. Diese traumschöne Leadgitarre erinnert mich an Widespread Panic. Da perlen die Leads ähnlich flüssig und rollend. Dazu kommt bei Will die zweite Gitarre und fertig ist ein perfekter Song. Bei WP fehlt mir die zweite Gitarre manchmal...

Will Thomas hat eine Affinität zu souligen Songs. Auf "Alabama Day" übernimmt diese Rolle Let Love Come Between Us. Eine nette kleine Nummer.
Rausschmeisser hier ist Too Late. Ein Blues direkt aus einem Club ins Studio getragen. Was Stimme, Gitarre und Piano ausdrücken, ist Feeling pur.

Insgesamt ist "Alabama Day" vielleicht etwas ruhiger und nachdenklicher als das Debut. Nichtsdestotrotz sind beide CDs wunderbar stimmungsvolle Werke von einem hochbegabten Songwriter, der sich dazu phantastische Musiker ins Haus geholt hat.
Das würde ich zu gern live hören. Bleibt nur die Frage: Kommst Du freiwillig zu uns, oder müssen wir Dich holen, Will?

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 14.05.2001

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