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CD-Review:
Will ThomasI Will Not Look Like Them
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Das Leben als Rock'n'Roll-Fan ist doch wunderbar. Was kümmert es einen schon, daß man tausende von Mark in lauwarme Newcomer oder abgestandene Altrocker investiert. Zwischendurch und überraschend kommen einem immer wieder echte Perlen unter den Laser. Will Thomas erfindet keinen neuen Sound. Aber wer braucht das schon? Dem traditionsbewußten Hörer reicht eine vernünftige und, in diesem Fall, größtenteils hochspannende Neufassung schöner Southern-Musik. Beide CDs sind von Thomas selbst produziert und bis auf 3 Titel hat er auch alles selbst verfasst. Zwischen den einzelnen Songs kann man kaum Qualitätsunterschiede feststellen. Das heißt, wenn dem Hörer die erste Nummer, also der Titelsong I Will Not Look Like Them, gefällt, dann kann er getrost die CD kaufen. Über einem Thema wie dem Sunday Blues kann man schon mal einige Minuten sinieren. Und sich fragen, ob man das nicht erst neulich gehört hat. Antwort: Natürlich hat man. Aber nicht so angenehm relaxt und packend. "All the sunday demons are rolling...". Mit Track 7 kommt der erste Ausritt in Country-Gefilde. Wirklich schöne akustische Gitarren um einen traditionellen (nicht altmodischen) Song. Weitab vom Nashville-Hit-Brei. Und gejodelt wird auch nicht. Abschluß von "I Will Not Look Like Them" ist die Eddie Hinton-Nummer Everybody Needs Love. Eine sehr sehr schöne Fassung, zu der Thomas eine eigene Strophe hinzugefügt hat. Kennt eigentlich noch jemand Eddie Hinton? Der hat ein paar tolle Soul-Nummern geschrieben und ist leider vor ein paar Jahren gestorben Die aktuelle CD "Alabama Day" ist aus dem gleichen Holz geschnitzt. Und Holz ist wörtlich zu nehmen. Wo Will Thomas draufsteht, da wird nicht mit Plastik gearbeitet. Man höre sich mal den Titeltrack an. Perfekte Southern-Gitarren. OK. Be Thankful gefällt mir nicht. Klingt mir zu sehr nach Jazzkeller nachts um halb 4. Ansonsten höre ich, nicht nur wegen der Flöte, etliche Marshall Tucker Band-Einflüsse. She Gets Me nimmt 3, 4 mal eine ganz überraschende Wendung. Spannender Song, toller Songwriter. Anschließend wird bei Got No Blues einmal mehr, nicht wirklich neues Bluesmaterial ganz vorzüglich gerockt. Wenn ein Gitarrist (bzw. 2) so rockt, dann kann das gespielte Schema noch so antik sein. Es kommt einfach sensationell rüber. Die schöne Hammond und ein verschärftes Sax-Solo gibt es kostenlos dazu. Während ich Sleep Dr. zum x-ten Male höre, fällt es mir plötzlich ein. Diese traumschöne Leadgitarre erinnert mich an Widespread Panic. Da perlen die Leads ähnlich flüssig und rollend. Dazu kommt bei Will die zweite Gitarre und fertig ist ein perfekter Song. Bei WP fehlt mir die zweite Gitarre manchmal... Will Thomas hat eine Affinität zu souligen Songs. Auf "Alabama Day" übernimmt diese Rolle Let Love Come Between Us. Eine nette kleine Nummer. Insgesamt ist "Alabama Day" vielleicht etwas ruhiger und nachdenklicher als das Debut. Nichtsdestotrotz sind beide CDs wunderbar stimmungsvolle Werke von einem hochbegabten Songwriter, der sich dazu phantastische Musiker ins Haus geholt hat. Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 14.05.2001
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