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| Believers & Deceivers, Progress Records, 2008 |
| Linus Kåse |
Keyboards, Saxophones, Vocals, Percussion |
| Johan Öijen |
Guitars |
| Kristofer Eng |
Bass, Taurus Pedals, Theremin, Mandolin, Vocals |
| Erik Hammarström |
Drums |
| Per Hallman |
Keyboards, Vocals, Acoustic Guitars |
| Gäste: |
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| Daniel Kåse |
Xylophone, Trumpet |
| Figge Norling |
Spoken Voice |
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Länge: 68 Min 02 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Pointless Living | 3. The Harvest |
| 2. After The Storm | 4. The Grand Event |
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"Believers & Deceivers" heißt das neue Kind von BRIGHTEYE BRISON, ihr inzwischen drittes Album. Der Nachfolger von "Stories" aus dem Jahr 2006 kommt also ziemlich zügig hinterher, bedenkt man, dass vernünftige Songs, die tief im Retro Prog verankert sind, nicht schnell aus der Hüfte entstehen können.
Es verteilen sich lediglich 4 Songs über die 68 Minuten Spielzeit, was natürlich darauf hindeutet, dass wir es hier mit echten Longtracks zu tun haben. Umfangreiche und aufwendige Kompositionen finden wir in The Harvest mit einer Dauer von 20 Minuten, vor allen Dingen aber in The Grand Event, welches mit über 30 Minuten aufwartet. Da bleibt für die beiden übrigen Titel nicht mehr viel übrig, gerade deswegen heißt es genau zuhören und sich so der Musik von BRIGHTEYE BRISON hinzugeben.
Gegründet wurde die Formation im Jahr 2000 von Linus Kåse und Kristofer Eng in Stockholm. Die beiden haben sich auf Grund ihrer persönlichen Vorlieben für den Prog der 70er-Jahre musikalisch verbrüdert. Und hört man sich den neuesten Output genau an, dann stellt man fest, dass sich alle Mitmusiker sehr gut integrieren. Der Sound ist ohne Frage "vintage", denn das unterstreicht die Ambitionen der Band. Wie nicht anders zu erwarten, standen auf diesem Werk ein ums andere Mal die Großen des Genres Pate. Ein bisschen EMERSON, LAKE AND PALMER, ein bisschen GENTLE GIANT, ein bisschen YES.
Nochmehr sind es aber GENESIS, die mit ihrem Watcher Of The Skies in The Harvest ganz unverblümt und schelmisch um die Ecke schauen. Da gleichen sich nicht nur die Tastentöne, sondern auch die Drum-Rhythmen werden kurzzeitig exakt kopiert. Unterstellen wir Absicht, denn ansonsten müssten wir dafür Punkte abziehen. In den Gesangslinien arbeiten BRIGHTEYE BRISON, ähnlich ihren Landsmännern von MOON SAFARI, mit vielen Chören, kommen dabei jedoch ganz gewollt nicht so beschwingt und leichtfüßig beim Hörer an.
Die Musik von BRIGHTEYE BRISON ist auf ihrem dritten Werk etwas schwergängiger und sperriger geworden. Zumal der Vorgänger "Stories" ehrlich gesagt nicht all zu viele Heringe vom Teller zog. Ein verkanntes Juwel? Müsste ich jetzt glatt noch mal überprüfen. Interessant sind auf alle Fälle auch die beigesteuerten Trompeten von Gastmusiker Daniel Kåse, der sogar einen leichten Fusion-Sound mit dem Rest der Formation zelebriert.
Machen wir vielleicht noch ein Manko aus, welches sich in der überlangen Nummer The Grand Event offenbart. Denn es bleibt kaum etwas hängen, selbst nach mehrmaligem Durchhören nicht. Selbst der Einfluss des einfachsten und markantesten Beats, in Anlehnung an die BEATLES, ändert daran nicht besonders viel. Es ist vielleicht sogar spannend, wenn man nicht vorher sehen kann, was als nächstes folgt. Aber dennoch meine ich, dass so mancher Part einfach an den anderen angehängt wurde. Klassisch sind die vielen gespielten Hammonds und Mellotrons sowie die verschiedenen Stimmungswechsel. Und doch hätte ich mir gewünscht, dass die Band im Gesamtergebnis ein prägnanteres Erscheinungsbild abgibt.
Bleiben wir schließlich objektiv und attestieren technische Raffinesse der Künstler, erkennen ganz klar den Mut, viele Ideen auf einem einzigen Silberling zu verarbeiten und bescheinigen somit durchaus auch Innovation und ausgesprochene Kreativität. Eine Hommage an die Vorbilder, und ich bin gespannt, ob sich "Believers & Deceivers" in der Szene festsetzen wird und ob sich BRIGHTEYE BRISON einen Status erarbeiten können, denn die schwedische Konkurrenz in Sachen Retro Prog ist sehr agil und schläft keineswegs.
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