|
|
| Brothers Of The Southland, Zoho Roots, 2009 |
| Henry Paul, Bo Bice |
Lead Vocals |
| Jimmy Hall |
Lead Vocals, Saxophone, Harmonica |
| Jay Boy Adams, "Dangerous" Dan Toler |
Guitars |
| Steve Grisham |
Guitar, Vocals |
| Mike Brignardello |
Bass |
| Steve Gorman |
Drums |
| Gäste: |
|
| D. Scott Miller, Mark Selby, Charlie South, Pat Buchanan |
Guitars |
| Reece Wynans, Mike Rojas |
Keyboards |
| Mark Beckett |
Drums |
| Derek Wolford |
Percussion |
| George McCorkle, Charity White, Mona Lisa French, Russell Terrell |
Vocals |
| David Herrera, Rufus Long, Alan Javorcky, Quitman Dennis |
Horns |
| Produziert von: D. Scott Miller |
Länge: 59 Min 49 Sek |
Medium: CD |
|
 |
 |
| 1. Rock'n'Roll Survivor | 8. Dixie Highway |
| 2. Can't You See | 9. Pray For Me |
| 3. Brothers Of The Southland | 10. Back In The Day |
| 4. Travelin' Light | 11. Change A Comin' |
| 5. Dreams | 12. The Long Goodbye |
| 6. Blue Sunrise | Bonus Track: |
| 7. Love Don't Care (Where You Come From) | 13. Can't You See (Radio Edit) |
 |
Southern Rock ist laut den Brothers mehr als eine Musik, es ist ein "Statement and a way of life: fun-loving, hard-living, defiant (aufsässig), family-oriented, God-fearing, but with a Devil-may-care-spirit. The song titles of many great 1970s Southern Rock anthems tell the story: Freebird, Sweet Home Alabama, Midnight Rider, Ramblin' Man, Can't You See, Keep On Smilin', The South's Gonna Do It Again and The Devil Went Down To Georgia."
Ich würde dabei zu gerne wissen, was genau 'hard-living' ist; jedenfalls kann es nicht gesund sein, den viele der Jungs aus den Bands, die die oben genannten Songs groß gemacht haben, leben wie wir wissen leider nicht mehr.
Nun kann ja jeder sein Lebenszimmer mit der Tapete tapezieren die ihm passt, und uns muss das egal sein (wäre nur schön, wenn die das Tapezieren länger überleben würden!) - nicht egal ist uns, wie die neue bzw. erste CD der BROTHERS OF THE SOUTHLAND ist. Zusammen genommen vereinen sich hier die Bands WET WILLIE, OUTLAWS, BLACKHAWK, HENRY PAUL BAND, THE BLACK CROWES, THE GREGG ALLMAN BAND, THE ALLMAN BROTHERS BAND, DICKEY BETTS & GREAT SOUTHERN, Stevie Ray Vaughan, GIANT und die MARSHALL TUCKER BAND. Da fehlt ja nun fast keiner!
Im musikalischen Sinn sind die Bros. dann auch der mehrstimmig-melodischen, jamrockigen, funky Seite des Southern Rock a la den Allmans und auch GRINDERSWITCH näher als den Boogie Bros. um MOLLY HATCHET oder den (Country-)Rock lastigen SKYNYRD. Es wird dann - als eines der beiden Cover - folglich auch nicht Free Bird sondern Dreams gecovert (wobei HATCHET hier ja auch nicht weit ist - clever gewählt, so gesehen). Das andere ist Can't You See von den Tuckers. Beides großartige Songs, wobei ich auf ein weiteres Cover von Dreams wirklich hätte verzichten können, zumal es bessere, eben von HATCHET und auch von der CALIFORNIA TRANSIT AUTHORITY, gibt.
Bei so einer Erblast könnte man schlimmes erahnen, was den musikalischen Output angeht, aber das hier ist grundsolide:
- grundsolides Songwriting, wie in den oben genannten Bands gehabt
- grundsolide Produktion, glasklar und transparent
- grundsolide Performance, vokal und instrumental
- grundsolider Mangel an Innovation
- grundsolider Mangel an jeglichem Rock'n'Roll (klar, wenn ich es bis hierher überlebt habe, will ich jetzt auch keinen Mist mehr bauen)
- und folglich gepflegte Gemütlichkeit - kein 'Hell, yeah!'.
Eine Platte für anyplace, anytime, anywhere, wenn ich mich nicht aufregen will. Dabei ist es egal, wie sehr etwa der Rock'n'Roll Survivor die Gitarrenmuskeln spielen lässt. Der handelt natürlich davon, wie man bis hierher überlebt hat, inklusive Bläserset und Keyboards und 'American Idol'-Platz 2-Sänger Bo Bice - ja, das kann in den USA werden, wenn man 'USA sucht den Superstar' fast gewinnt…
Der Titeltrack dann, mit brüchiger Stimme gesungen von Jimmy Hall, ist bewegend und bietet Double Leads und einen Free Bird Tempowechsel in der Mitte, sowie Free Bird Phrasierungen in den weiteren Leads - eine Verbeugung vor den Übervätern.
Travelin' Light ist Funk, sehr gut, sehr grinderswitchig. Bis hierher ist die CD wirklich gut, abwechslungsreich und läßt auf mehr hoffen.
Blue Sunrise ist dann ein Dreams Reprise in der Art der EAGLES, Love Don't Care ist angejazzte Langweile, Dixie Higway erinnert an Grey Ghost der HENRY PAUL BAND, Pray For Me braucht nur etwas mehr Power und wäre dann auf dem neuen SKYNYRD Album, Back In The Day ist ein Country-Nichtsnutz, Change A Comin' bluesiger als die anderen, mit netter Slide und Harp; Long Goodybe ist ein nicht weiter aufregender Lovesong, der aber den Gitarristen jede Menge Platz läßt und Can't You See ist gut - das wäre es.
Der zweite Teil hält nicht ganz das Niveau, das der erste andeutet, dennoch: die Musik ist auf Hochglanz poliert, schimmert perfekt, funkelt. Gib mir mal das Schmirgelpapier rüber...
Southern Rock Fans, insbesondere mit den oben genannten Vorlieben, werden wohl kaum verzichten wollen, und auch die anderen sollten sich das zumindest mal testweise zuführen.
Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:

|