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Word To The Wise

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Word To The Wise
Word To The Wise, Valery Records, 2009
Gabriele Bernasconi Vocals
Paolo Turcatti Bass
Manuel Pisanio Drums
Luca Princiotta Guitars
Marco Dermatini Guitars
Länge: 50 Min 37 Sek Medium: CD
1. Journey Through The Stars6. Back To My Dreams
2. The Lone7. Step Aside
3. Choose The Truth8. Closure
4. The Pain Of The Sight9. Word To The Wise
5. Sheer Hate10. Hallowed Be Thy Name

Wie schon angekündigt, haben wir beim HoR die italienischen Wochen eingeläutet, denn mit CLAIRVOYANTS beehrt uns die nächste Band aus dem Stiefelland [Mal wieder, Herr Kollege! Italien ist seit Jahren unser Spezialland. Red.].
Das Quintett aus Como rockt bereits seit 2001 den Stiefel unter dem Namen THE CLAIRVOYANTS und kann seitdem Erfolge bei ca. 60 Auftritten pro Jahr und diversen nationalen Festivals einfahren. Hm, was ist denn nun der Unterschied? Nun, der erfahrene Leser wird auf Grund des Bandnamens vielleicht erahnen, dass es sich um eine IRON MAIDEN-Tributeband handelt. Richtig, das sind THE CLAIRVOYANTS! Wenn man das "The" vor dem Namen weglässt, bekommt man die gleiche Band geboten, allerdings nicht mehr als Coverband, sondern als eigenständiges Gewächs, was aber nur zum Teil stimmt. Denn die Liebe zur "Eisernen Jungfrau" kann man auch in den Eigenkompositionen nicht leugnen.
Immer wieder scheint das große Vorbild durch, wird aber nicht zwanghaft kopiert. Ich denke, es dürfte schwer sein, wenn man als Coverband einer bestimmten Band anfängt, sich bei den Eigenkompositionen voll und ganz von den Wurzeln zu verabschieden. So wird uns auf "Word To The Wise" eine Menge Musik um die Ohren gehauen, die sich sehr stark an der Zeit der New Wave of British Heavy Metal orientiert. Gabriele Bernasconi klingt dabei größtenteils erfreulicherweise nicht wie ein Dickinson-Klon, was an seiner recht rauen Stimme liegt. Womit wir bei den Stärken der Band wären, denn mit dem Sänger hat man einen talentierten Mann gefunden, der hoffentlich noch länger von sich hören lässt.
Die anderen Stärken liegen ganz klar im Rest der Band, denn wirkliche Ausfälle sind nicht auszumachen. Manuel Pisanio kann an den Drums mit mal wuchtigem und treibendem, mal mit leicht gebremstem Drumming aufwarten, das Axtdoppel Princiotta/Dermatini spielt sich sowohl im rhythmischen als auch im solistischen Bereich die Bälle schön zu und unter alles zaubert Paolo Turcatti eine sehr melodische Bassarbeit. Das kann sich hören lassen.
Bei den neun Eigenkompositionen sind auch fast keine Ausfälle zu verzeichnen. Schon mit dem Opener Journey Through The Stars können die Italiener einen guten Start hinlegen, der sich recht hartnäckig in den Ohren festsetzt. Das Niveau liegt gleich zu Beginn hoch und kann erfreulicherweise gehalten werden. Weiter hervorzuheben wäre noch der Nackenbrecher Sheer Hate, der sich zu einer echten Doublebass-Attacke entwickelt. Selbst das MAIDEN-Cover Hallowed Be Thy Name wird munter aus der Hüfte gezockt und orientiert sich sehr am Original.

Da die Jungs in Italien schon mit anderen Größen des Metal und Hardrock zusammengespielt haben und scheinbar einen guten Eindruck hinterlassen haben, konnten sie noch zwei bekanntere Namen verpflichten. Zum einen wäre da der gerade genannte Coversong Hallowed Be Thy Name, zu dem man Andre Matos von ANGRA ans Mikro geholt hat, und zum anderen die Pianoballade Closure, die von Oliver Palotai an den Tasten begleitet wird, der sonst bei KAMELOT in Lohn und Brot steht, diese schwache Nummer leider aber auch nicht retten kann.
Bleibt noch zu sagen, dass Flitzefinger Luca Princiotta schon bei DORO und Blaze Bayley die Saiten schwingen ließ und sich bei CLAIRVOYANTS für die gesamte Musikarbeit verantwortlich zeichnet, die Lyrics hingegen voll und ganz auf das Konto des Sängers gehen.
Wer auf die NWoBHM-Zeit steht sollte diesem Quintett hier definitiv eine Chance geben und die Scheibe antesten.

Friedemann Schmidt, (Artikelliste), 22.03.2009

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