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Claudia Koreck

Barfuaß um die Welt

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Barfuaß um die Welt
Barfuaß um die Welt, Ariola/Sony Music, 2009
Claudia Koreck Gesang & Akustische Gitarre
Andreas Dombert Akustische & Elektrische Gitarre
Titus Vollmer Elektrische Gitarre, Ukulele, Dobro & Mandoline
Matthias Bublath Wurlitzer, Piano, Keyboards & Hammond B3
Otto Schellinger Kontrabass, Bass
Stephan Maass Percussion
Manni Müller Schlagzeug, Cajon
Gunnar Graewert Keyboards, Glockenspiel, Besen & Horn Arrangement
Martin Kursawe Akustische & Elektrische Gitarre, Ronrocco
Thorsten Skringer Saxophon
Reinhard Greiner Trompete
Mathias Götz Trombone
Produziert von: Gunnar Graewert Länge: 52 Min 25 Sek Medium: CD
1. Strandliad7. Jaga
2. I wui dass du woasst8. Dahoam
3. Nur wegen dir9. Scheene Aung
4. Hear nu ned auf10. Melodie in meim Kopf
5. Lisa11. 's ewige Lem
6. Barfuaß um die Welt12. Verloren

Puh, das ging schnell mit dem Aufstieg. Da schrieb einer im September 2007 zur CD "Fliang" die optimistischen Worte "Wenn sich die Frau von ihrem unvermeidlichen Erfolg nicht verwirren lässt…", ist kaum eineinhalb Jahre später der Erfolg aber so was von hereingebrochen über Claudia Koreck, dass es beinahe schon wieder beängstigend ist.
Es braucht sich aber vermutlich niemand Gedanken über die Bodenhaftung der Traunsteinerin machen, die junge Frau hat die Sache wohl vollkommen im Griff und - sie bremst mit ihrer zweiten Platte "Barfuaß um die Welt" die Ansprüche an ein vermeintlich allzeit liebes Gute-Laune-Medienmädel fast schon brachial. Peng. Trotzdem ist die Scheibe in den Verkaufscharts sofort ganz hoch eingestiegen, und nun geht es (leider) schon mit der zweiten CD um die Nachhaltigkeit des Erfolgs, denn falls die Blindkäufer von "Barfuaß…" enttäuscht sein sollten, wird die dritte Veröffentlichung wohl nicht mehr den diesjährigen Medienrummel, um nicht Hype zu sagen, erfahren. Schmaler Grat für ein hoffentlich weiterhin stabiles Weib.

Man kann an "Barfuaß um die Welt" absolut nichts aussetzen, wenn man von der musikalischen und songwriterischen Qualität spricht. Die Stimme ist gewaltig und so wahnsinnig sexy, die bayrische Sprache ist wunderschön, bei den Texten träumt, weint oder lacht man abwechselnd, die beteiligten Musiker stellen die derzeitige Oberbayern-Creme dar, die Produktion ist perfekt, beinahe jeder Song ginge als Single durch. Und doch, es gibt Kritik.

"Barfuaß um die Welt" leidet am Leiden, an den zu vielen ruhigen und bedeutungsschweren Momenten. Die bei Stefan Raab erprobte Nummer I wui dass du woasst rockt zwar mit atemberaubendem Gesang und einer furiosen Gitarre, tut aber emotional weh, dafür geht eine Emotionsrakete wie Hear nu ned auf einfach nicht richtig los. Da will man die Orgel lauter und die Gitarren fieser, schließlich heißt es "hear no ned auf und mach weiter, glang mi o". Hallo, es geht um Körperlichkeit!
Die alte Freundin Lisa hingegen wird sich nach dem ihr gewidmeten Lied bei der Claudia melden, der Hörer kniet ob so viel Soul in der Stimme einer blonden Bayerin nieder, aber ob er ihr wirklich Barfuaß um die Welt folgen wird?
Höhepunkt der CD ist das Dobro-getragene Liebeslied Jaga. Wenn der gemeinte Jäger nicht angesichts dieser Worte für alle Zeiten einer Supersängerin verfällt, ist ihm nicht zu helfen.

Im Klappentext schreibt Claudia Koreck, dass sie "freie Hand" bei der Produktion der CD hatte, also hat sie den "Melancholischen" ganz von alleine bekommen. Für ein Mädel mit so irrsinnig viel Power erscheint das Ergebnis dann doch ein wenig zu nachdenklich und verhalten. Klar ist aber, dass die Koreck als Sängerin eine ganz große Nummer ist, auch wenn "Barfuaß um die Welt" nicht wirklich fetzt.
Wer kompromissloses Bayrisch versteht und verträgt und auf Seele in Stimme, Text und Musik steht, kommt an dieser Riesenbegabung nicht vorbei. Sowas ist nicht nur selten, es ist einzigartig. Der Wunsch, Claudia Koreck mit einer dreckig tobenden Rock'n'Roll-Band zu hören, wird vielleicht auch noch irgendwann in Erfüllung gehen.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 02.04.2009

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