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| Know Peaking & Color Of People, True World International, 1998 & 2009 |
| Cliff Morrison |
Vocals |
| Timothy Patrick Fliegel |
Bass |
| Phil George |
Drums |
| Waylon Krieger |
Guitar |
| Eric Melz |
Keyboards |
| Produziert von: Lance Matthew & Cliff Morrison |
Länge: 57 Min 53 Sek |
Medium: CD |
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| "Know Peaking": | |
| 1. Fish For Fun | 6. Technology |
| 2. Glass Falls | 7. Hard Luck Cafe |
| 3. Wicked Me, Wicked You | 8. A Lot Of People Going |
| 4. August Moon | 9. Welcome To The Show |
| 5. Rock Down | 10. Pick Up And Go |
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Was'n das für ein Musikstil - 'Doors'? Berechtigte Frage - zum einen sollte die Antwort tunlichst darauf abzielen, den Stil der DOORS zu definieren; zum anderen auf die Frage - Was hat das mit Cliff Morrison und Lizard Sun zu tun? - antworten.
Also, fangen wir mal mit dem einfacheren an, der zweiten Frage.
Achtung: welche Ähnlichkeit besteht zwischen den Namen 'Jim Morrison' und 'Cliff Morrison'?
Wenn Antwort 'der selbe Nachname', dann Annahme: Verwandschaft?
Wenn Verwandschaft, dann 'Vater-Sohn'? Klingeling-Blinkblink-BINGO!
Cliff ist tatsächlich - und das wird auch von Jims Eltern anerkannt - der uneheliche Sohn vom alten Jim.
[Robby Krieger denkt da allerdings ganz anders darüber. In einem Interview aus dem Jahr 2006 für das Magazin Musician's Life bezeichnet er Cliff M. als Fake, auf den sein Sohn Waylon hereingefallen ist. Seriöse Beweise für die Blutsverwandtschaft legte Cliff nie vor. Red.]
Damit hätten wir den zweiten Teil der Frage geklärt; nun zu dem Stil 'Doors'. Und zu meiner Defintion davon. Oft fiepige Keyboards, bluesbasierte Strukturen, monoton aufspielende Rhythmussektion, und über allem Jims charakteristische Stimme und Endzeitlyrics. Ohne Jim nur die Hälfte der Miete, obwohl eine der Nachfolgebands - NIGHT CITY - durchaus achtbares hervorbrachte. Blues der Sonderklasse also, obwohl DOORS-Exegeten mir natürlich ob dieser mageren Würdigung des Meisters Großtaten den Killer auf der Road hinterher hetzen werden. Sei's drum.
Unbestritten aber sind die musikalischen Großtaten der DOORS, die ihnen zweifelsohne einen Platz im Rock'n'Roll-Himmel bescherten.
Aus dem Umfeld der Band hört man, dass Robby Krieger und Cliff gute Freunde sind und Robbys Sohn (siehe Musiker) eben mit Cliff in der Band gespielt hat, was von Robby eingefädelt wurde. Es gab außerdem sogar Konzerte mit Robby und Cliff zusammen zur Zufriedenheit aller. Nur trennen sich die Wege manchmal, aber nicht wohl unbedingt aus Streitigkeiten heraus. Aber selbst heute stehen noch alle in Kontakt und es ist nicht Robby, der schlecht über Cliff spricht, heißt es. Nun wird im Netz ja gerne etwas verbreitet (und oftmals sogar nicht von den Stars selbst oder Worte werden gerne verdreht), um andere schlecht da stehen zu lassen. Ob dies aus Wut, Ärger oder oftmals Mißgunst passiert.... Letztlich ist es aber eigentlich auch egal, denn es die Musik, die zählt.
Und nun also Cliff - und was für Musik machte er auf seinem, von mir sträflich übersehenen Erstling? Der Songsaufbau, die Rhythmussektion und vor allem die Stimme sind definitv door-isch. Er hat eine der des Vater frapant ähnliche Stimme (moderne Studiotechnik mag da etwas helfen), und intoniert natürlich ähnlich. Wenn ich James Seger hieße und mein Vater Bob, würde ich auch nicht wie El Eunucho Grando singen, nicht wahr. Ob die Lyrizismen des Herrn Morrison denen seines Vaters an Aussagekraft und peotischer Macht (so man dies Herrn Jim zugestehen will) gleichkommen will ich hier nicht beurteilen, heiß ich Reich-Ranitzki? Ja, wenn ich Eusebio Reich-Ranitzki und mein Vater Marcel... Lassen wir das.
Betrachten wir also das Erstlingswerk "Know Peaking", und gehen nicht in die 'Welcher Doors-Song ist das?'-Falle. Zum einen tut das den durchaus eigenständigen Songs keine Gerechtigkeit an, zum anderen ist es müßig, denn jeder 70er Freund ist ganz aus dem Häuschen, wenn es heißt, dieser oder jener Song könnte auf jenem LED ZEPo Album zu finden sein. Belassen wir es also dabei zu sagen, dass viele der Songs durchaus auf einem DOORS-Album vorstellbar sind, und nur bei Wicked Me, Wicked You ist der Originallsong Five To One dann doch zu deutlich als Pate zu vernehmen, obgleich das hier eine sehr schöne funky Version dieses Songs ist.
Los geht es also mit Fish For Fun, und nach dem montonen Basslauf ist man mitten in Lizard's Sonnenstudio, bangt für einen Augenblick, ob das so platt-monoton bleibt wie in der ersten Takten, doch da: die Rhythmguitar macht klar, hier sind zeitgemäße Sounds angesagt. Und spätestens beim Guitarsolo, das sich mit dem orgeligen aufs feinste abwechselt, ist klar, wohin die Richtung geht: an die DOORS angelehnter, Jam-Band beeinflußter, Mitch-Ryder-naher klassischer Hardrock. Und Leute: hier gibt es Soli en masse, aber nicht en Langeweile - die Band rockt abwechslungsreich und dennoch - bedingt durch das dann doch eher steady-beat (soll heißen: montonistische) Fundament - bisweilen hypnotisch, und damit sind wir fast bei den frühen ROXY MUSIC.
Glass Falls beginnt mit einem Marschrhythmus-Intro, Cliffs Gesang und Arrangement erinnert an Kurt Weill, Bert Brechts Haus- und Hofkomponist, und das kommt gut. Im Zwischenteil dann hippige Gitarrensounds, fließende Soli über Brummerlbass und Akustikgitarrenteppich, und der Song ist mehr als nach Hause gerettet.
Weiter zum funky Five To One-Remake Wicked Me, Wicked You. Ein Hypno-Bassintro gleitet in ein vollfettes Bassfundament über, funky Gitarrengeschrammel über Orgelteppichen, Hi-Hat-Einsatz bis die Ohren zischen, und dir fällt der Kopf ab vom im-Takt-nicken (Headbangen ist nur Heavy Metal!). "Down the road, down the road, the cops showed up and we went down the road...".
August Moon bringt ein Spinett, fragile Songstrukturen und ein traumhaftes Guitarsolo; Rock Down erfreut per typischem DOORS-Keyboardintro, ist aber im weitern - nomen est omen - eher heavy ("... you got the power written on your soul you gotta give a damn and take control the government is the crime...") und mündet in ein ebenso wunderbares Orgelsolo.
Die Ballade Technology bietet ein Statement eben dazu: "... we got technology beyond our deepest fear, we split the atom and indeed it changed our lives and what we do and what we say and then we die...". Tja, wie sagte DOORS-Keyboarder Ray Manzarek auf einer Pressekonferenz: "Die Gegenwart ist doch entsetzlich. Wir leben in genau dem zynischen Albtraum, vor dem wir in den Sechzigern immer gewarnt haben." Sieht aus, als denke Cliff das ebenso.
Auch die weiteren Songs halten das Niveau und bieten Hard Rock der klassischen Extraklasse. Und laut Management soll sich die CD damals sehr erfolgreich in Europa verkauft haben - mir ist sie völlig entgangen. Daher hier noch mal der Hinweis, dass es sie gibt!
Und nochmal: ob und inwieweit hier bei den DOORS abgekupfert wird, ist mir eigentlich egal - die Musik macht den Ton. Kann Cliff hoffen, genauso einen nachhaltigen Eindruck wie Daddy Jim zu hinterlassen? Wohl leider kaum. Andere Zeit, anderes Umfeld.
Exit "Know Peaking", Schnelldurchlauf 10 Jahre, Enter "Color Of People".
Die ist noch nicht erschienen [hätte sie aber schon vor einem Jahr tun sollen, es gibt nicht die geringste Info im Netz zu dieser Scheibe. Red.], und ich habe hier eine Promo der ersten 6 Tracks - wollen mal dafür sorgen, dass das diesmal nicht an mir (und dem einen oder anderen da draußen) vorbei geht.
How did Cliff spent his vacation? Das weiß ich nicht, aber dass er seine Band umgestellt hat, das weiß ich. Geblieben ist der knackig-hypnotische Hard Rock, geblieben ist diese einmalige Stimme, geblieben auch bis zum gewissen, geringen Grad die Nähe zu den DOORS. Leider gegangen sind die oft auf "Know Peaking" zu findenden Duelle zwischen Orgel und Gitarre - jetzt dominiert die Gitarre. Keyboards sorgen für einen Teppich, auf dem sich Vocals, Rhythmussektion (insbesondere Bongos und Congas) und die Gitarren austoben können. Schade, aber die Songs sind nach wie vor hypnotisch und eigen. Wer also gitarrenbasierten Hard Rock mag, und eine Band mit eigener Note sucht, ist hier richtig. Nach wie vor ist auch eine gewisse Nähe zu Mitch Ryders Bluesrock gegeben.
Eine Tracklist habe ich nicht, und weiß auch nicht genau, wann die CD (demnächst) erscheinen wird. Cliff hatte eine Europatournee geplant, die leider abgesagt wurde, und nun herrscht Unsicherheit darüber, was wann passiert. Aber was man auf der Promo hört, wird dafür sorgen, dass wir das scharf im Auge behalten werden und zwischenzeitlich die erste CD empfehlen - die gibt es bei Amazon zum Billigstpreis.
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