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| Ex Drummer, [Pias]/CCCP, 200//08 |
| Regie: Koen Mortier |
Länge: ca. 101 Min (DVD) & 65 Min 41 Sek (CD) |
Medium: DVD & CD |
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| Soundtrack: | |
| 1. Lightning Bolt - 2 Morro Morro Land | 9. Isis - Grinning Mouth |
| 2. Madensuyu - Papa Bear | 10. Arno - Een Boeket Met Pisseblommen |
| 3. An Pierle And White Velvet - Need You Know | 11. Augusta National Golfclub - People In Paris |
| 4. The Tritiones - Chagrin De La Mer | 12. Mel Dune - Time Hangs Heavy On Your Hands |
| 5. Mogwai - Hunted By A Freak | 13. Ghinzu - Blow |
| 6. The Experimental Tropic Blues Band - Mexico Dream Blues | 14. Funeral Dress - Hello From The Underground |
| 7. Flip Kowlier - De Grotste Lul Van't Stad | 15. Blutch - Moving Ground |
| 8. Millionaire - Mongoloid | 16. Millionaire - Deep Fish |
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Koen Mortiers Film gleicht am ehesten einer virulenten Krankheit. Er schmerzt schon beim angucken und lässt den Zuschauer als verstörten Rekonvaleszenten zurück. Allerdings bringt er ihn auch dazu, den gesamten Kumpelkreis damit zu infizieren.
Der Soundtrack zu "Ex Drummer" kann nicht gänzlich losgelöst vom Film genossen werden. Deswegen zunächst eine kurze,
wertneutrale Inhaltsbeschreibung: Drei hochgradig Gestörte – ein Perverser, ein Halbtauber und einer der sich beim Masturbieren den Arm ruiniert hat – bewegen einen stadtbekannten Nihilisten als Trommler in ihre Band mit dem politisch korrekten Namen THE FEMINISTS einzusteigen. Nach einigen unbedeutenden Zwischenfällen, wie dem Tod der kleinen Tochter des Halbtauben und dessen anschließenden Entzug, gewinnen The Feminists tatsächlich einen Bandcontest im lieblichen Ostende, bevor sich die Spannung in einem skurrilen Blutbad entlädt.
Bereits beim ersten Betrachten des Streifens bleibt die Filmmusik kleben. Bilder und Songs schaffen extreme Stimmungen, insbesondere wenn sie das verlumpte Ostende und die durchweg unsympathischen Protagonisten von der jeweils krankesten Seite zeigen. Wenn MOGWAIs atmosphärisches Hunted By A Freak zur heruntergekommenen Stadtkulisse erklingt, beginnt der Siegeszug der Melancholie. Wenn The Feminists die MILLIONAIRE-Punkhymne Mongoloid im Proberaum verhunzen, treten unweigerlich Aggressionen auf.
Mitreißend wird es, sobald die Antagonisten-Band um Sänger "Großer Schwanz" Flip Kowliers Hardrocknummer De grotste Lul van't Stad in die Arena bolzt. Warum "Großer Schwanz" einfach nur "Großer Schwanz" genannt wird, liegt nicht nur auf der Hand, sondern baumelt, natürlich aufs Widerwärtigste inszeniert, zwischen dessen Knien.
Für ziemliche Verwirrung sorgt das eindringliche Blow von GHINZU, als Begleitmusik des finalen Massakers.
Insgesamt bietet der Soundtrack 16 spannende Songs von wildem Punk bis hin zu stimmungsvoller Instrumentalmusik. Harte Nummern, wie das metalpunkige (klasse Begriff übrigens, entliehen von VENOM) Hello From The Underground wechseln sich mit schönen Liedern a la Need You Now von AN PIERLE AND WHITE VELVET ab.
Ein Soundtrack für Leute mit Geschmack zu einem Film für Leute gänzlich ohne Geschmack.
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