HoR Logo kl CD-Review:

Verschiedene Interpreten

Rich Man's War

New Blues & Roots Songs Of Peace And Protest
Logo Home-of-Rock

Link Kaufen & Plattenfirma:
Ruf Records
Link Kaufen:
www.amazon.de
Mehr Info:
All Music Guide (englisch)

Unser Disclaimer
Rich Man's War - New Blues & Roots Songs Of Peace And Protest
Rich Man's War - New Blues & Roots Songs Of Peace And Protest, Ruf Records, 2008
Medium: CD
1. Bob Brozman - Follow The Money7. Charlie Wood & The New Memphis Underground - You Don't Really Wanna Know
2. Guitar Shorty - We The People8. Pat Boyack Band - Mr. Wesola's Lucky Number Dream Book Part II
3. Norman & Nancy Blake - Don't Be Afraid Of The Neo-Cons9. Roy Zimmerman - Chickenhawk
4. Matthew Skoller Band - Handful Of People10. Michael Hill - Fear Itself
5. David Evans - Bring The Boys Back Home11. Eddy "The Chief" Clearwater - A Time For Peace
6. Candye Kane - Jesus And Mohammed12. Doug MacLeod - Dubb's Talkin Politician Blues

Als der Bürgerkrieg 1861 begann, schrieben sich viele Männer begeistert in die Erfassungslisten ein. Ehemänner, Väter, Brüder - die alle eigentlich für die Familie zu sorgen hatten. Während sie im Krieg waren, stieg die Zahl der einkommensschwachen Familien dramatisch an. Inflation, fehlende Transportmöglichkeiten, der Verlust an Arbeitskräften, Kriegssteuern und die feindliche Invasion ließ die verzweifelte Einkommenssituation dramatisch anwachsen, besonders in den ärmeren südöstlichen Staaten.
Aus einigen Dörfern berichtete man, Frauen und Kinder seinen am verhungern. Es kam zu Tumulten um Brot und Bettelei war an der Tagesordnung. Die Soldaten waren verzweifelt über die Entwicklung zu Hause, manche von ihnen desertierten. Soziale Einrichtungen des Militärs wie die Military Aid Society oder Samaritan Society, und auch die privaten Hilfsgesellschaften taten wenig, um den Exodus der kämpfenden Männer von Heer zu stoppen. Die Desertation schwächte schließlich die Konföderierten und die Moral der Truppe.
Bessie Martin schrieb darüber später ein Buch. Sie nannte es "Rich Man's War - Poor Man's Fight." Daraus wurde die Kurzform "Rich Man's War" für alle politischen Differenzen, in denen es um arm und reich geht. Wie zum Beispiel die Reibereien zwischen der ärmeren Bevölkerung und George Bush. Dabei werden ja auch Steuergelder für alle die Kriege gebraucht, in die amerikanische Soldaten geschickt werden.

Schwere Zeiten brauchen starke Lieder: "Rich Man's War" transportiert viel Musik, die nach Veränderung schreit. Zusammen mit einigen bekannten Blues-Musikern unserer Zeit wird "Rich Man's War" als erste CD dieser Art in die Geschichte eingehen. Es ist die einzige existierende Zusammenstellung mit Protestsongs des 21. Jahrhunderts, die ihr Augenmerk auf das Blues-Genre legt.
Gut, nun ist es für die CD fast ein bisschen zu spät, denn inzwischen hat in Amerika der lang ersehnte "Change" stattgefunden. Aber bis zum Januar dauert's ja noch, bis Obama ins Weiße Haus einzieht. Und vielleicht dient die CD auch dazu, George Bush den Abschied zu "versüßen" und ihn seine Unterlassungssünden ständig unter die Nase zu reiben.

Die Musiker auf der vorliegenden CD spielen Friedenslieder und lassen auch die alte, fast vergessene Art von Protestliedern wieder aufleben. Manche Musiker spielen allein, nur mit Gitarre, wie früher. Andere Musiker haben ihre Bands am Start. Über die Bands hört man aber nicht viel.
Bob Brozman beklagt zum Beispiel, dass das Geld fehlt. Guitar Shorty haut in die gleiche Kerbe, indem er berichtet, dass die einfachen Leute das Geld für Amerikas Kriege aufgebracht hätten. Guitar Shorty spielt eine bediente Slidegitarre, mit ihm musizieren noch mehrere Musiker wie ein Pianist oder ein Bassist, aber über sie ist nichts bekannt.
Norman und Nancy Blake [beide übrigens des Öfteren im Umfeld der Cash-Family gesichtet; Red.] intonieren ein amerikanisches Protestlied, das sie auf Georgie Bush und Rumsfield umgetextet haben. Blues-Schwergewicht Candye Kane singt ein Lied über Mohammed und Jesus, die unter einem Baum saßen und über ihre Glaubensrichtungen streiten. Frau Kane meint dazu, dass Hass und Elend einen nicht ins gelobte Land bringen.
Roy Zimmermann lässt George Bush und seine Kriegsherren als Hühnerhabichte durch die Gegend durch die Gegend gackern: putt, putt, putt. Eddie "The Chief" Clearwater stimmt mit Orgel und Chor gleich einen Gospelsong an: A Time For Peace.

Wie die Leute buchstäblich gelitten haben unter der Regierung eines George Bush, wird jeder gesehen haben, der die glücklichen Gesichter und die Freudentränen am Wahltag in Amerika gesehen hat. Darunter auch die schwarzen Amerikaner, die vor vierzig Jahren den erschossenen Bürgerrechtler Martin Luther King begraben mussten. Sie freuten sich nicht nur, weil nun nach 43 weißen Präsidenten endlich ein farbiger Staatschef am Drücker ist, sondern der lange versprochene Wechsel endlich eingetreten ist.
Wer die Freude gesehen hat, der kann sich auch ausmalen, wie die Leute unter der Bush-Regierung der Verzweiflung nahe waren. Unter diesem Gesichtspunkt ist die CD zu verstehen. Und vielleicht auch ein wenig als Mahnung an Barack Obama.

Manfred Hörstmann, (Artikelliste), 06.11.2008

Sagt uns die Meinung zu diesem Artikel oder ergänzt oder verbessert ihn:


 
© Home of Rock 2001 - 2008, Impressum