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| Truth Sin And Believe, Eigenvertrieb, 2007 |
| Fabio Carpendo |
Lead Vocals |
| Andrea Mauro |
Lead Guitar |
| Fabio Sant |
Bass |
| Giovanni Francescon |
Drums |
| Produziert von: Riccardo Asquini |
Länge: 20 Min 36 Sek |
Medium: EP |
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| 1. Master Of Ceremonies | 4. Away |
| 2. The Things You Can't Say | 5. Back To Devil's Land |
| 3. I Can Lose My Soul | |
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Der Rabenvogel in Name und Logo dieses Quartetts muss nicht überraschen, denn einer Band lauschten die jungen Männer aus Udine ganz besonders: Den BLACK CROWES. Allerdings darf man nun im Falle CROW JAIL ALLEY nicht an mehr oder weniger drögen Jam bzw. harschen Südstaaten-Boogie denken, eher an die innovative, mutige Seite der wankelmütigen Robinson-Brüder, und vielleicht an ihren typischen Aufnahmestil ab etwa "Amorica". Leicht, offen, etwas scheppernd kommt "Truth Sin And Believe", die erste Studio-EP der Italiener, die Krähenknastgasse entlang.
Es ist eine kleine Gasse, sie liegt nicht im reichsten Stadtviertel, wurde aber von den Bewohnern liebevoll renoviert. Deutsche Stadtbauämter würden solche Farb- und Baustilmischungen niemals genehmigen, wo kämen wir denn hin, wenn jeder machen könnte was er grade will. In der aufregenden Musikszene Italiens ist derzeit alles erlaubt, also vermengen C.J.A. zwanglos Classic Rock mit Post-Grunge mit Slide-Gitarre mit Jazz-Bass. Staunenswert.
Man kann lange sinnieren, warum ausgerechnet Italien seit Jahren zu einem Nährboden für spannende Rockbands geworden ist, letztgültig zu klären ist es wohl nicht. Ein Lösungsversuch:
All die jungen Bands aus Italien bekennen sich zu Wurzeln. Echten Wurzeln und nicht den hierzulande üblichen Luftwurzelchen aus dem Gartencenter. Soll heißen, dass der germanische Nachwuchs ganz grundsätzlich spätestens ein Jahr nach dem Auftauchen einer neuen Trendwelle genau auf deren Kamm mitsurft - und kurz darauf unter dem Brecher begraben wird. Sei es nun Punk, Girlgrouphampelei, Alternativ Pop oder Mittelstandsschweinerock, im Dutzend billiger tauchen gleichgeschaltete Kapellen im Viertelstundentakt auf und werden von den Plattenfirmen weggekauft wie lauwarme Brötchen. Wie jeder weiß, schmecken unsere Backwaren nach 24 Stunden wie alter Kaugummi, entsprechend prickelnd klingen JULI im August.
Dieses Rattenfänger-Phänomen gibt es augenscheinlich jenseits der Alpen nicht. Die Italiener sind nicht nur musikalisch gebildeter als unser Jungvolk, sie nehmen sich auch echte Vorbilder zur Brust. Sei es nun Opa Blues, der Onkel aus den Südstaaten oder Papa Vedder, diese Bäume haben anständige Äste und man kann sie gefahrlos besteigen. CROW JAIL ALLEY haben sich gleich mehrere Bäume ausgesucht und springen munter von Ast zu Ast.
Fünf Songs in 20 Minuten lassen keine Zeit für große Jam-Orgien, C.J.A. kommen auf den Punkt. Neben der überaus variablen und deutlich den Sixties entsprungenen Percussion und dem beinahe virtuos zu nennenden Bass gefällt vor allem die zielgerichtete Gitarre. Wenn schon Solo, dann aufs Auge, ansonsten wird mal modern (The Thing's You Can't Say, welches am meisten von allen Nummern an die CROWES erinnert) mal traditionell (I Can Lose My Soul) gerifft oder ganz traditionell die Slide ausgepackt (Back To Devil's Land). Für die besonderen Momente dazwischen sorgt immer wieder Basser Fabio Sant, der zweifellos einige Helden im Jazz-Rock sitzen hat.
Interessant ist die Stimme von Fabio Carpendo. Kein Shouter im herkömmlichen Sinn, eher ein Geschichtenerzähler im Stile eines gut gelaunten Singer/Songwriters mit Affinität zu Tönen aus Seattle. Hört man nicht alle Tage, setzt aber speziell zu den "normalen" Rock-Klängen schöne Kontrapunkte.
"Truth Sin And Believe" ist moderne Rockmusik ohne Anbiederung an irgendwelche Trends, dafür aber mit einem so breitem Spektrum, dass ein hoffentlich bald kommender Longplayer sicherlich spannend ausfallen wird. Live dürften die Jungs auch ein Erlebnis sein. Wir kennen da noch eine Band aus Udine, vielleicht treibt der Wind sie mal beide gemeinsam in unsere Gefilde.
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