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| A Light In The Sky, Mascot Records, 2008 |
| Don Airey |
Keyboards |
| Laurence Cottle, Chris Childs |
Bass |
| Darrin Mooney, Harry James |
Drums |
| Rob Harris |
Guitar |
| Lidia Baich |
Violin |
| Danny Bowes, Carl Sentance, Harry James |
Vocals |
| Produziert von: Don Airey |
Länge: 60 Min 40 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Big Bang | 10. Cartwheel ESO 350-40 |
| 2. Ripples In The Fabric Of Time | 11. Sombrero M104 |
| 3. Shooting Star | 12. Into Orbit |
| 4. Space Troll Patrol | 13. A Light In The Sky (Pt. 2) |
| 5. Andromeda M31 | 14. Pale Blue Dot |
| 6. Endless Night | 15. Metallicity |
| 7. Rocket To The Moon | 16. Big Crunch |
| 8. Lift Off | 17. Lost In The End Of Time |
| 9. Love You Too Much | |
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Ein Soloalbum von einem Keyboarder. Ja, das ist schnell weggeschrieben. Ein Soloalbum von Don Airey, dem notorischen Überalldabeiseier. Jaha, das ist gleich noch viel schneller in den Orkus getextet.
Es ist die alte und immer wiederkehrende Frage, ob irgendjemand Soloplatten von klassischen Sidekicks braucht. Die armen Kerle werden zwar hundertfach ins Studio geholt oder als Toursklaven gebucht, manchmal sogar als Ersatzmann für verrentete Legenden zu DEEP PURPLE gerufen, aber so richtig wahrgenommen werden sie trotzdem nicht, oft sogar geschmäht. Dieser Don Airey fühlt sich also bemüßigt, sein zweites Album unter eigenem Namen auf die Menschheit zu werfen. Ja doch, der Musikkritiker weiß nun ganz genau was kommt: ein Sammelsurium maximal uninteressanter Tastenübungen, vorzugsweise im eigenen Kellerstudio mit Hilfe der Kollegen Mac, Intosh und Windoof zusammengeschustert und produziert vom allgegenwärtigen Meister Pro Tools. Um der Selbstverwirklichung das Krönchen aufzusetzen, wird noch eine handvoll anderer vergeistigter Mucker gebeten, ein paar kleine Overdubs im eigenen Kellerstudio unter Mithilfe der Kollegen Mac, Intosh und Win. beizusteuern. Wir schicken uns dann die Ergebnisse per Mail, ist ja heutzutage alles so einfach.
"A Light In The Sky" heißt Don Aireys CD, vorne ist ein interstellarer Sternenhaufen zu sehen, Airey ist wohl Hobby-Himmelsforscher, und innen drin sind Bilder von richtigen Musikern und einem richtigen Studio. Der Airey wird doch nicht? Er hat. Kennt jemand die Namen Harry James, Chris Childs und Danny Bowes? Oder Darrin Mooney, Laurence Cottle, Rob Harris und Carl Sentance?
Wenn Danny Bowes eine Ballade wie Love You Too Much interpretiert, wenn dieser Jahrhundertsänger Zeilen wie "I love you too much darling, I'm sighing, you're crying, we're dying" von sich gibt, wenn dazu ein richtiger Song von einer richtigen Band gespielt wird, dann hat Don Airey das einzig richtige getan, nämlich wahrhaftige Musik zu schaffen, keine Keyboarder-Onanierhilfe. Die Männer von THUNDER würden sich für derartiges Kasperletheater auch nicht hergeben.
Nichtsdestotrotz handelt es sich um die Soloplatte von Don Airey, welcher Keyboarder ist und seine Kunst auch präsentieren will. Er tut das in einer ganzen Ansammlung kurzer Intermezzi und längerer Instrumentals, aber keines (!) davon geht auf den Geist, es handelt sich immer um anhörbare Musik mit Struktur, auch wenn es ab und an schwer in progressive Gefilde geht. Mögen Nummern wie Ripples In The Fabric Of Time old-fashioned spacig klingen, wer auf die frühe EARTH BAND steht, wird mit diesem Stoff Freude haben. Außerdem: auch Leute wie Alan Parsons und Jean-Michel Jarre haben vor vielen vielen Jahren spannende synthetische Klänge erzeugt. Verblüffenderweise schafft es Airey, dieses Spannungsfeld heute zu erzeugen, auch wenn an einem Hammond-Bass-Exzess wie Space Troll Patrol eigentlich nur der Name originell ist.
Auf "A Light In The Sky" sind zwei verschiedene Bands zu hören. Einerseits die erwähnten THUNDER, andererseits der Sänger Carl Sentance mit den oben erwähnten weiteren Männern. Sentance kennt man als Interimssänger bei KROKUS und manche Insider eventuell als Frontmann der eher wenig erfolgreichen PERSIAN RISK, einer sehr späten Nachgeburt der New Wave of British Heavy Metal. Wenn dieser Sentance zum schwer Hammond-betriebenen Shooting Star loslegt, wird vollkommen klar, dass Airey seiner Zeit bei RAINBOW durchaus nachtrauert. Vielleicht schwebte ihm beim Songwriting auch ein Klon aus denen und WHITESNAKE vor. Gitarrenheld ist hier und auf dem Rest der CD ein gewisser Rob Harris, der allen Ernstes bisher nur auf CDs der des Hardrock völlig unverdächtigen Band JAMIROQUAI auffällig wurde. Wunder geschehen.
Carl Sentance taucht noch öfter auf. Man gewinnt den Eindruck, dass Airey einen jungen Ian Gillan haben wollte, anders ist ein Edelrocksong wie Endless Night kaum zu erklären. Doch den Vogel schießt ein Rock'n'Roll-Oldie ab. Rocket To The Moon ist eine Nummer aus den Fünfzigern, gesungen von Harry James, dem Trommler! Leider nur knapp zwei Minuten lang, aber vielleicht könnte man bei der nächsten THUNDER-Tour ja. Bitte.
Ein paar Extravaganzen muss man einem Virtuosen wie Don Airey auch als 4/4-Rocker verzeihen, vor allem wenn sie so schick klingen wie Sombrero M104 oder das von einer Geige verzierte Into Orbit. Das ist Kunst. Genau wie die sieben Minuten A Light In The Sky (Pt. 2), die, man möge nochmals verzeihen, den beiden letzten CDs von DEEP PURPLE so dringend gefehlt haben. Airey hat sträflich ungenutztes Potential, das Glover, Gillan, Paice und Morse dringend in Anspruch nehmen sollten, wenn sie nicht endgültig zur reinen Spaß-Band werden wollen.
Wir haben hier also ein Soloalbum von einem Keyboarder. Ja, das ist schnell weggeschrieben. Es ist nämlich richtig saugut und klingt auch so. Wenn jetzt noch ein Leser erkennt, worauf das georgelte Zitat in Pale Of Blue Dot hinweist, ist unser Bildungsauftrag erledigt.
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