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| New In Town, Eigenvertrieb, 2008 |
| Jan Lessner |
Vocals, Blues-Harp |
| Oliver Mathey |
Guitar, Vocals |
| Franz Dirkschnieder |
Drums |
| Norbert Freitag |
Bass, Vocals |
| Andreas Steins |
Trumpet |
| Olaf H. Gerlach |
Keyboards, Vocals |
| Markus Kotterba |
Trombone |
| Oliver Kersting |
Saxophone |
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Länge: 58 Min 20 Sek |
Medium: CD |
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| 1. Ain't Nobody Home | 6. Good Morning Little Schoolgirl |
| 2. Kein Tag | 7. New In Town |
| 3. Worn Out Jesus | 8. Rolling Stone |
| 4. Half Full Glasses | 9. Time Stands Still |
| 5. Soul Soldier | 10. Mein Dad... |
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Na holla, was ist denn das? Also mal ganz abgesehen davon, dass Paderborn so ziemlich das schwärzeste Loch außerhalb von Bayern ist, weiß ich, dass im Raum Ostwestfalen sehr wohl eine stattliche Anzahl an guten Bands vorhanden ist. Nun ja, die Sparte Blues in bestechender Qualität? Da surft man über die Plattform von MySpace so manche Seite ab und bleibt urplötzlich bei einem Account hängen, der sich JAN LESSNER GROUP nennt. Der Name besticht und macht einen professionellen Eindruck [wegen dem Jan oder dem irre international klingenden 'Group'? Red.]. Und als dann noch die Mucke des Tracks Rolling Stone zu vernehmen ist, muss es einen als Freund der Rhythmik, genauer gesagt als Liebhaber echten Grooves, förmlich reißen. Jawohl, das ist es! Ich nehme es vorweg: Nach dem Genuss des gesamten Albums ist dieser Song noch immer mein Favorit. Aber, und jetzt kommt es: Die Jan Lessner Group hat Dampf, hat Feeling, ist musikalisch ganz vorne dabei und pumpt den ambitionierten Hörer ein ums andere Mal an die Wand, und das fast über die gesamte Scheibe.
Wer jetzt denkt, dass man auf dem selbst produzierten Album satten Blues-Rock zu hören bekommt, wie man ihn vielleicht von Warren Haynes gewohnt ist, der täuscht sich. Vielmehr befindet sich die Bläser-Fraktion um Oliver Kersting und Andreas Steins ständig auf dem Vormarsch. Die Keyboards von Olaf H. Gerlach erinnern an die frühen 80er-Jahre, als Joe Cocker endlich wieder auf der Freiluftbühne der Loreley erschien und sich von Howard Hersh am Piano begleiten ließ, und als u. a. Aretha Franklin einen maßgeblichen Einfluss auf dessen Setlist hatte.
Nun werden auf der Scheibe, die sich angepasst und würdig schlicht "New In Town" nennt, auch die ach so typischen Blues-Rhythmen zelebriert. Man achte auf Worn Out Jesus. Das ist wahrlich nichts Schlechtes, das ist bodenständig, und doch lässt es keinen Zweifel daran aufkommen, dass die Jan Lessner Group mit diesem Scheibchen auch eigene Promotion betreibt. Der Veranstalter soll schon wissen, was er bekommt, wenn er die Band bucht. So ist das Los einer Band mit enormem Potenzial, wenn sie sich leider noch im Underground rum tummelt. Und deswegen verzeihen wir vom Home of Rock auch so ein vermeintlich musikalisches Leichtgewicht wie die deutschsprachige Nummer Kein Tag, die textlich die leichteste Kost auf Erden bietet, weil sie ein Thema behandelt, welches bereits millionenfach verarbeitet wurde.
Richtig gut wird es dagegen in Soul Soldier, welches den Liebhaber mit der Zunge schnalzen lässt. Der Namensgeber der Band hat die passende Stimme, die Gitarren von Oliver Mathey werden gut akzentuiert in Szene gesetzt und der Bass von Norbert Freitag groovt ohnehin über die gesamte Spieldauer, so dass alleine die vier dicken Saiten zusammen mit den Drums eine gute Grundlage bieten. Good Morning Little Schollgirl lässt den Boogie erscheinen, da ist alles drin, was so ein Track benötigt, und spätestens der Titelsong New In Town entlockt dem Kritiker den Ratschlag, ein weiteres Album mit ausschließlich ernst gemeinten Nummern zu produzieren.
Hier steckt so viel Potenzial drin, es ist eine Hommage an die große Musik der Südstaaten, an den Urwuchs der traditionellen Blues- und Rockmusik, ohne die wir uns heute an Vielem gar nicht erfreuen könnten. Und wer es dann noch gerne mit einer Portion Soul, ja manchmal sogar Funk, zu tun hat, der sollte dieses Album einfach mal ordern. Noch viel wichtiger: Geht dorthin, wo die JAN LESSNER GROUP live spielt und genießt diese sehr gute Formation.
"Der Blues von heute lebt aus zwei starken Wurzeln heraus: eine liegt in den Südstaaten und eine ganz tief in dir selbst". Mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Übrigens: Achtung, Hidden Track!
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