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| Medusa Stone & Ghosts, Eigenvertrieb, 2004 & 2006 |
| Justin Fox |
Guitars & Vocals |
| Dave Morse |
Bass & Backing Vocals |
| Jeremy Summers |
Drums & Backing Vocals |
| Gäste: |
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| Cotrice, Chrissy Red, Damon Johnson, Sarah Johnson |
Backing Vocals ("Medusa Stone") |
| Lincoln Morris |
Guitars ("Ghosts") |
| Produziert von: Damon Johnson ("Medusa Stone"); Tommy Brothers (Ghosts") |
Länge: 41 Min 12 Sek & 22 Min 54 Sek |
Medium: CD & EP |
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| "Medusa Stone": | |
| 1. Whisper To Me | 6. Medusa's Ballad |
| 2. Blowing Smoke My Way | 7. Trend Setter |
| 3. Mother Earth | 8. Can't Help But Stare |
| 4. Stuck Inside A Rainy Day | 9. Claire |
| 5. Stay The Night | 10. My Oldest Friend |
| "Ghosts": | |
| 1. Angie's Leaving | 4. Come On Down |
| 2. Run To Me | 5. Take Me Home |
| 3. Start With Your Heart | 6. Oliver And Sarah |
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Mmmh, da ist uns aber drei Jahre was entgangen. Bereits 2004 veröffentlichten MEDUSA STONE ihr Debütalbum - und bei uns hat's keiner bemerkt. Seltsam das, aber eigentlich doch nicht, denn diese Nische ist nun mal besetzt von den allmächtigen und unantastbaren BLACK CROWES. Selbst einheimische Gewächse wie die vorzüglichen GASOLINE finden im heterogenen Jam-Rock-Zirkel kaum Beachtung.
Zwei der drei möglichen Vergleichspunkte der medusischen Musik sind damit schon genannt. Nehmen wir noch einen dritten: die italienische Band W.I.N.D.
Natürlich sind MEDUSA STONE nicht so bluesig wie die letztgenannten, auf jeden Fall ähnlich abenteuerlustig - und ebenfalls ein Trio. Der durchgehend vorwärts gehende Rock'n'Roll der ersten beiden CROWES-Alben fehlt hier genau wie die fürchterlich uninspirierten Dudeleien der mittleren Krähenphase, und von GASOLINE trennt sie nicht nur die Herkunft - Alabama und NRW sind denn doch leicht unterschiedlich. Was eint, sind Groove, Soul, jugendliche Frische, die man zumindest den frühen Robinsons nicht absprechen kann, und Bock auf richtigen Rock. Die drei jungen Kerle von MEDUSA STONE lassen auf ihrem Erstling so energiegeladen die Funken fliegen, dass kaum eine andere Band aus den letzten Jahren mithalten kann - die genannten ausgenommen. Ganze Horden hochgelobter Genre-Kapellen mit mittelalten Langzeitmuckern können sich beschämt in ihren Übungskeller zurückziehen und werden dennoch kaum jemals die Intensität dieses Dreiers erreichen.
An manchen Stellen kann man kaum glauben, dass es sich um drei Kerle mit knapp über 20 Jahren handelt, so viel Abgeklärtheit und vordergründige Routine traut man Youngstern nicht zu. Möglicherweise hat der produzierende Damon Johnson wesentlichen Anteil am Ergebnis, schließlich ist er mit BROTHER CANE, ALICE COOPER und SLAVE TO THE SYSTEM schon etliche Jahre im Mittelpunkt des Geschehens. Wahrscheinlicher ist aber, dass wir es bei MEDUSA STONE tatsächlich mit einer wirklich supertalentierten Band zu tun haben. Rhythm-Monster wie Stay The Night schreiben sich nicht von alleine. Wobei wir beim Frontmann und Songwriter Justin Fox wären. Seine stimmliche Nähe zu Chris Robinson ist nicht zu überhören und sein ausuferndes Gitarrenspiel nähert sich in Teilen dem eines Warren Haynes an, reduziert sich aber im nächsten Moment auf simples Powerriffing oder bedächtig und geschmackvoll aufgebaute Rundflüge über die Südstaaten. Fox war vor drei Jahren 21.
Vom ersten bis zum letzten Ton der CD drückt die Band unwiderstehlich auf die Emotionendrüse. Ob funky Hardrock, bluesiger Jam, straighter Rock & Roll, nie wird es klischeeüberladen, banal oder langweilig, entweder reißt ein Solo das Ruder herum oder es schwingen sich plötzlich ein paar Mädels aus dem Background zu höchst souligen Gesängen auf, Überraschungen, Widerhaken und Rock'n'Roll-Exzesse finden sich an allen Ecken und Enden. Das sind richtige Songs, keine Aneinanderreihungen artistischer Kunststücke.
Highlights: Blowing Smoke My Way, ein treibender Soul-Boogie wie ihn vor Dekaden HUMBLE PIE beherrschten. Das erwähnte Stay The Night - von keiner Frau mit Nein zu beantworten. Die wunderschöne Ballade Stuck Inside A Rainy Day. Der tricky Funk Medusa's Ballad und natürlich der "Talkin' Blues" My Oldest Friend. Wenn dazu dankenswerterweise auch der gesamte Rest weit übers Mittelmaß hinausragt. ein 5 Sterne Menü.
Knapp drei Jahre später nun die 6-Track-EP "Ghosts". Mit Tommy Brothers gibt es einen neuen Produzenten, außerdem ist bei zwei Songs ein zweiter Gitarrist hinzugenommen worden. Der Rest ist wie gehabt, MEDUSA STONE lassen die vielfarbige Jam'n'Roll-Sau fliegen wie aktuell sonst nur weniger als eine handvoll andere Bands.
Vielleicht, wirklich nur vielleicht, denn bei knapp 23 Minuten Gesamtlänge ist es schwer zu beurteilen, also vielleicht sind die Kompositionen noch etwas stringenter und geradliniger geworden. Die Produktion erscheint etwas luftiger, wie in einem höheren Raum aufgenommen, Justin Fox hat immer noch diese typische Robinson-Stimme, Jeremy Summers wirbelt wieder wie auf Speed über seine Percussionbatterie. Absolute Meisterwerke, wenn wie in Start With Your Heart aus dem locker hingespielten Gerocke plötzlich eine schiebende Gitarre aus dem Beinahe-Nichts herausschießt, oder Come On Down aufgrund der zusätzlichen Gitarre entfernt an einen klassischen "Chicken-Rocker" der GEORGIA SATELLITES erinnert. Die hatten nur nie solche Backing Vocals.
Angie's Leaving und Take Me Home sind die Überflieger, die Band scheint regelrecht zu explodieren, und Oliver And Sarah die Ballade des Mini-Albums. Wären Lennon und McCartney Südstaatler, solche Kleinode hätte es von denen wohl auch gegeben.
MEDUSA STONE kann man allen Gesinnungsrockern bedenkenlos ans langhaarige Herz legen. Dringend beide CDs ordern und abfliegen!
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