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Tough Luck Mile

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Tough Luck Mile
Tough Luck Mile, Eigenvertrieb, 2008
Eleanor Goldfield "Swede" Vocals
Brian Scott Rhythm & Lead Guitar, Bass, Tambourine
Derek "Goldstar" Smith Drums
German Briseno Bass
Produziert von: Brian Scott, Eleanor Goldfield & Aaron Mason Länge: 15 Min 44 Sek Medium: EP
1. Save Me3. Honky Tonk Women
2. Double Shift4. Rebel's Highway

Eine Band aus Hermosa Beach, CA, also aus der unmittelbaren Nähe des Sunset Strip in Los Angeles. Es ist nicht zwangsläufig, aber nahe liegend, dass OCTANE GYPSY in ihrer frühen - sehr frühen! - Jugendzeit an den Lippen von Mr. Seltsam Axl Rose und den Fingern des Schreckens aller Pudelfriseure, genannt Slash, hingen. Man vernimmt ja dieser Tage, dass GUNS N' ROSES, also Rose und seine derzeitigen Mietsklaven, einen Tag vor Weihnachten völlig überstürzt ihre CD "Chinese Democracy" auf den Markt bringen, Slash soll sich sogar schon lobend darüber geäußert haben. Bekanntlich ist Weihnachten jedes Jahr, also lehnen wir uns zurück und hören derweil die Debut-EP "Tough Luck Mile" von OCTANE GYPSY.

OCTANE GYPSY besteht derzeit vorwiegend aus zwei Leuten, nämlich Gitarrist Brian Scott, der seine Slash-Affinität keine Sekunde verbergen will, und Sängerin Eleanor "Swede" Goldfield. "Endlich mal eine richtige Frau am Gesang", möchte man jubeln, wenn Save Me unverblümt sleazig abgeht wie weiland vor 21 Jahren die kommerziell erfolgreiche Rückkehr des harten Rock. Ein Schelm, der behauptet, dass "Done With Mirrors", Walk This Way (mit RUN DMC) und "Permanent Vacation" wichtiger waren…
Octane Gypsy - Eleanor Goldfield 'Swede' Anyway, dieses Save Me galoppiert prächtig und lässt einen die Lesebrille aufsetzen, um die Urheberin des "Geschreis" näher zu betrachten. Ach ja, "Swede" ist jung, langhaarig und eine Schönheit, da ist jeder Kerl in Sekundenbruchteilen vergessen - vorausgesetzt man ist nicht selbst Frau (und hetero). Außerdem hat sie eine hemmungslose Stimme, die allerdings eines offenbar nicht kann: Balladen. Double Shift kommt einfach nicht über den Punkt einer Zwischennummer für den Unplugged-Teil der Show hinaus. Möglicherweise liegt das auch an der eher 'garagigen' Produktion von "Tough Luck Mile", denn insgesamt klingt diese viertelstündige EP nicht besonders nach Studio, eher nach rough'n'rolligem Übungsraum, und ist trotzdem als Appetizer auf mehr bestens geeignet, denn:
Rebel's Highway geht richtig dreckig zur Sache, ganz genau wie man sich einen Abend im Club, mit einer Menge Drinks und seiner Liebsten wünscht, und Honky Tonk Women von der Band deren Namen keiner kennt ist purer Sex. Kein virtuoses Kamasutragetue, da steht Brians Brachialgitarre vor, aber wenn Eleanor "oh" haucht und sofort danach der böse Rock & Roll über einen hereinbricht, ist die Sache, ähm, gelaufen. Und zwar im Sinne eines Ejaculatio praecox. Es ist halt only Rock & Roll, but wir mögen es nicht nur so sehr, wir fahren hypersexuell drauf ab.

Was bleibt bei dieser kleinen EP sonst noch zu sagen? Erstens sollten sich Eleanor und Brian dringend einen festen Drummer und Basser suchen, damit die Sache nach richtiger Band aussieht, zweitens muss eine vollständige CD her, und drittens eine korrekte Produktion. Dann steht für diese starke Band Tor und Tür offen, weiter offen als für die meisten Wiedergänger, die sich nach gefühlten 358 Jahren zurückmelden.

Fred Schmidtlein, (Impressum, Artikelliste), 23.10.2008

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